Den Schläger zerhacken, den Schiedsrichter beschimpfen oder sich zu einem anderem unsportlichem Verhalten hinreißen lassen - all das kann sich Alexander Zverev ab sofort nicht mehr leisten. Der Olympiasieger ist auf der Tennis-Tour ab sofort auf Bewährung unterwegs. Die ATP verurteilte Zverev für seinen Ausraster in Acapulco, ein Verstoß könnte empfindliche Folgen haben.
Der deutschen Nummer eins wurden knapp zwei Wochen nach der Attacke gegen den Schiedsrichterstuhl in Mexiko eine zusätzliche Strafe von 25.000 Dollar (23.020 Euro) sowie eine achtwöchigen Sperre aufgebrummt - beides greift allerdings nur, sollte Zverev innerhalb eines Jahres erneut ausfällig werden. Schon beim prestigereichen Masters in Indian Wells ab Donnerstag, auf das er sich gerade in Kalifornien vorbereitet, steht er unter besonderer Beobachtung.
Konsequentes Fair Play oder Zuschauen heißt es für Zverev, bis die Bewährung am 22. Februar 2023 abläuft. "Wenn die Bedingungen erfüllt sind, werden die Strafen nach Ablauf der Bewährungsfrist formell aufgehoben", teilte die ATP in einer Erklärung mit. Zverev ist damit noch recht glimpflich davongekommen.
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Sein wilder Ausraster im Februar, bei dem er den Fuß von Schiedsrichter Alessandro Germani nur knapp verfehlte, hatte für mächtig Aufsehen gesorgt. Zverev erklärte danach, er bereue sein Verhalten, außerdem bat er um Entschuldigung. Unmittelbar nach dem Vorfall war der Weltranglistendritte aus dem Turnier ausgeschlossen und mit einer Geldbuße von 40.000 Dollar (36.840 Euro) belegt worden.

Williams und Wilander äußern sich zu Zverev-Ausraster

Darauf fielen die Reaktionen deutlich aus. Für die 20-malige Grand-Slam-Siegerin Serena Williams war es ein viel zu geringes Strafmaß. "Es gibt definitiv eine Doppelmoral", sagte die 40-Jährige bei "CNN": "Wenn ich das gemacht hätte, wäre ich wahrscheinlich im Gefängnis gelandet - kein Witz". Ihre Einschätzung dürfte sich auch durch die Bewährung für Zverev kaum entscheidend geändert haben. Der siebenmalige Grand-Slam-Sieger Mats Wilander hatte zudem eine empfindliche Sanktion von einer "dreimonatigen oder sechsmonatigen Sperre" gefordert.
Zverev, der sich in den Monaten vor dem Vorfall deutlich reifer präsentiert hatte und jüngst im Davis Cup überzeugte, bleibt aber nun womöglich eine unfreiwillige Spielpause erspart. Es sei denn, der 24 Jahre alte Hamburger leistet sich erneut "ein unsportliches Verhalten, das zu einer Geldstrafe führt". Er darf weder "verbal oder körperlich Schiedsrichter, Gegner, Zuschauerinnen und Zuschauer oder irgendeine andere Person angreifen", während er sich auf dem Court befindet.
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