Es waren fast schon prophetische Worte, die Boris Becker im Gespräch mit Eurosport für die Lage von Alexander Zverev fand.
"Es ist ein Auf und Ab, wie wir das gewohnt sind von ihm", befand Deutschlands Tennis-Ikone im Hinblick auf die Zverev'schen Darbietungen in diesem Jahr. "Die Konstanz fehlt." Durch seine Auftritte bei den Sandplatz-Turnieren in München, Rom und Madrid aber werde der Hamburger "zu seiner Form finden".
Nun, das ist - zumindest in München - kapital in die Hose gegangen.
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Zverev konnte eigenen Angaben zufolge zwar "erstmals seit acht Monaten wieder ohne Schmerzen" spielen, dennoch reichte es nur zu zwei Matches. "Ich habe irgendwann meine Bewegung verloren und wusste nicht mehr, wie ich die Kugel ins Feld bringen soll", zeigte sich der Weltranglisten-Sechste nach dem 7:6 (7:5), 5:7, 3:6 gegen Qualifikant Ilya Ivashka ratlos. Es sei "ein Match gewesen, das ich nie verlieren darf".

Grand-Slam-Titel für Zverev in diesem Jahr?

Hat er aber. Der Grund ist schnell gefunden: Eine seiner schärfsten Waffen, der Aufschlag, kam nicht. 14 Doppelfehler leistete sich der 24-Jährige. Das lässt sich sogar erklärten, schließlich konnte Zverev aufgrund von Ellenbogen-Problemen seit Längerem den Aufschlag nicht trainieren.

Highlights: Zverev verzweifelt im Viertelfinale an Qualifikant

Den allerdings braucht der Deutsche, will er sich den Traum vom ersten Grand-Slam-Titel erfüllen. "Ich glaube, dass er das in diesem Jahr schaffen kann", glaubt Becker trotz der auch in dieser Saison schwankenden Leistungen des Hamburgers. Die Chancen mögen bei den Hartplatz-Majors in Melbourne und New York besser stehen, die aktuelle "Hauptmotivation sind aber die French Open", wie Becker unterstreicht.
Tatsächlich lieferte Zverev in Paris stabile Ergebnisse ab.
Achtelfinale, Viertelfinale, Viertelfinale - in den vergangenen drei Jahren reichte es stets für die zweite Turnierwoche. Überdies gewann er zwei seiner drei Masters-Titel auf Sand, in Rom und Madrid. Von daher ist es vielleicht ein gutes Zeichen, dass es nun wieder in Madrid zur Sache geht. Zverev hat für das am 3. Mai beginnende Masters-Event in der spanischen Hauptstadt gemeldet.

Zverev: Schlechte Karten in Madrid

Es wird ein schwerer Gang. Zwar hat Zverev als Nummer fünf der Setzliste in Runde eins ein Freilos, dann aber kommt es dicke. Schon in der 2. Runde trifft er auf den Sieger der Partie zwischen Karen Khachanov und Kei Nishikori.
Zverev gibt offen zu, dass er nicht so schnell mit einer klaren Leistungssteigerung rechnet. "Ich kann jetzt zwar wieder normal trainieren, aber das Servieren ist noch immer ein Problem und ich muss mich da zurückhalten", so der Madrid-Champion von 2018. Dies sei umso bedauerlicher, als dass der Aufschlag der Schlag sei, an dem er normalerweise am meisten trainiere.
Vor diesem Hintergrund kann man die Pleite von München durchaus als Ausrutscher betrachten. Einen weiteren in Madrid sollte Zverev aber tunlichst vermeiden, denn bis zum 30. Mai muss er die nötige Matchpraxis gesammelt haben. Dann nämlich beginnen in Paris die French Open.
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