Masters Montreal: Rafael Jódar steigt in Lichtgeschwindigkeit zur Weltspitze auf - Top Ten in der Weltrangliste ruft
Von Jan Zesewitz
Update 12/08/2026 um 12:42 GMT+2 Uhr
Rafael Jódar erreichte mit seinem Sieg über Arthur Fils in Montréal zum ersten Mal in seiner Karriere das Halbfinale eines Masters-Turniers. Der 19-Jährige setzt damit seinen Aufstieg in die Tenniselite nahezu in Lichtgeschwindigkeit fort. Schon in Kanada kann er einen weiteren Rekord aufstellen, der sogar Boris Becker überflügeln würde. Die US Open wären der nächste Schritt für den Spanier.
Highlights: Jódar ringt Fils im Duell der Youngsters nieder
Quelle: SNTV
Es war das Duell der Youngster. Fils und Jódar sind gemeinsam gerade einmal 41 Jahre alt - der Franzose ist mit seinen 22 Jahren schon der etablierte Mann in dieser Partie. Immerhin spielt er in seiner dritten Saison auf der Tour und in den Top 50 - und war am Ende dem noch jüngeren Spanier recht klar unterlegen.
7:6(5), 6:3 siegte Jódar in seinem dritten Masters-Viertelfinale, brachte Fils mit seinem variablen Spiel und seinen vielen Stopps ein ums andere Mal zur Verzweiflung.
Vor genau einem Jahr gewann der 19-Jährige ein Challenger-Turnier in Hersonissos in Griechenland. Damit verbesserte er seine Weltranglisten-Platzierung auf 395. Mit dem Sieg über Fils stieg er nun im Live-Ranking auf Platz elf auf. Mit einem Turniersieg in Montreal würden sogar die Top Ten winken.
Vom Einstieg in die Top 100 - das gelang ihm mit einem Einzug in die dritte Runde beim Masters in Miami im März - bis unter die ersten Zehn der Weltrangliste wären dann gerade mal 140 Tage vergangen. Der bisherige Rekordhalter ist Becker, der mit seinem Wimbledon-Coup 1985 innerhalb von 210 Tagen von den Top 100 in die Top Ten aufstieg.
Jódar überflügelt sogar Becker
Selbst wenn der Einzug in den erlauchten Kreis der Superstars Jódar also "erst" in Cincinnati oder bei den US Open gelingen sollte, wäre ihm der Rekord sicher.
Sein Aufstieg im Jahr 2026 verlief ebenso schnell wie geradlinig. Im Januar startete er mit einem Challenger-Turnier, bei dem er das Finale gegen Alexander Blockx verlor. Bei den Australian Open spielte er sich ins Hauptfeld und schied in der zweiten Runde aus. Nach der dritten Runde in Miami folgte der erste ATP-Turniersieg in Marrakesch und zwei Viertelfinals bei den Masters in Madrid und Rom.
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Highlights - Mensik ohne Chance: Shelton erreicht Halbfinale
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Auch in Roland-Garros stand er im Viertelfinale, verlor dort gegen den späteren Gewinner Alexander Zverev. In Nordamerika ist seine Lernkurve auf Hartplätzen wieder steil. In Washington erreichte er das Finale, in Montréal steht er nun schon im Halbfinale.
"Ich bin total beeindruckt von Rafa und wie er auf die Tour gekommen ist", sagte Ben Shelton nach seinem Viertelfinalsieg gegen Jakub Mensík über den Spanier, auf den er im Finale treffen könnte. "Ich finde, er spielt hervorragend. Er hat das komplette Set - ein guter Athlet, Vorhand, Rückhand, Aufschlag und Return - und gehört zu den Besten der Welt."
Youngster-Offensive vor den US Open
Ein großes Lob von einem, dem vor wenigen Jahren ein ganz ähnlich steiler Aufstieg gelang. Shelton gelang 2023 der Sprung von Platz 96 auf Platz 17 in der Weltrangliste. "Er geht höchstwahrscheinlich in die Top Ten und wird meine Leistung von 2023 übertreffen", prognostiziert der US-Amerikaner.
Shelton ist 23 und war damit einer der Routiniers im Viertelfinale in Montreal. Erstmals in der Geschichte waren alle acht Spieler in den 2000er-Jahren geboren. Brandon Nakashima, der kommende Gegner von Jódar im Halbfinale, war mit gerade mal 25 Jahren der Älteste der illustren Riege.
Die Youngster klopfen an der Weltspitze an. Nicht nur Jódar, sondern auch Learner Tien, Jakub Mensík, Fils, João Fonseca und einige mehr. Nicht ausgeschlossen, dass einige von ihnen bei den US Open für Furore sorgen können - das Feld ist so offen wie selten zuvor. Und Jódar hat das Turnier sogar schon einmal gewonnen: 2024 in der Junioren-Konkurrenz.
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Highlights: Tien zieht ins Halbfinale von Montreal ein
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