US Open: Ausfälle von Sinner und Alcaraz, Fragezeichen hinter Zverev und Djokovic - schlägt die Stunde der Außenseiter?
Von Jan Zesewitz
Update 11/08/2026 um 10:51 GMT+2 Uhr
Jannik Sinner und Carlos Alcaraz fehlen bei der US-Open-Generalprobe in Cincinnati - hinter der Form von Alexander Zverev und Novak Djokovic stehen Fragezeichen. Das macht das letzte Major in New York offener denn selten zuvor. Schlägt die Stunde der "zweiten Reihe" um Taylor Fritz, Ben Shelton, Daniil Medvedev oder einem der Youngster um Rafael Jodar und João Fonseca?
Highlights: Dicke Überraschung! Zverev bricht ein und scheitert früh
Quelle: SNTV
Im Viertelfinale des Masters-Turniers in Montreal steht mit Shelton nur ein Spieler aus den Top Ten der Weltrangliste - ein Fingerzeig in Richtung US Open? Selten traten die Favoriten mit mehr Fragezeichen an als beim Grand-Slam-Turnier in New York.
Alcaraz spielte zum letzten Mal im April in Barcelona, seither wird er von einer Handgelenksverletzung außer Gefecht gesetzt. Das Masters in Cincinnati kommt für den Spanier zu früh - die Zeit bis zu den US Open wird nun denkbar knapp.
Auf die Liste der Ausfälle in Cincinnati gesellte sich nun noch der Weltranglistenerste Sinner. Eine Knieverletzung plagt den Italiener, der zuletzt in Wimbledon aufschlug. Damals besiegte er im Finale Alexander Zverev in vier Sätzen. Bei den beiden Superstars stellt sich die Frage, ob die Absage von Cincinnati eine Vorsichtsmaßnahme darstellt, oder ob die Teilnahme am Major-Turnier ernsthaft in Gefahr ist.
Der logische nächste Favorit auf den US-Open-Sieg wäre Zverev. Der gewann bekanntlich die French Open und erreichte in Wimbledon das Finale. Seine Rückkehr auf die Hartplätze in Nordamerika ging aber gehörig schief: Schon seine erste Partie in Montreal verlor er gegen Talon Griekspoor in drei Sätzen - und spielte nach eigener Aussage sein "schlechtestes Match des Jahres".
Top-Ten-Spieler mit Problemen
Altmeister Djokovic könnte der Nutznießer dieser ausgedünnten Favoritenlage sein. Auch vom Serben hat man im Spätsommer auf den Hartplätzen noch nicht gesehen, für Cincinnati sagte der 39-Jährige aber zu.
Sinner bewies in Wimbledon, dass er keine Vorbereitungsturniere benötigt, um in Topform bei einem Grand Slam am Start zu stehen, das gilt auch für Djokovic. Zverevs Aus in Montréal als Formschwäche zu betiteln, würde wohl auch zu weit gehen.
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Jannik Sinner plagen wenige Wochen vor den US Open Knieprobleme
Fotocredit: Getty Images
Trotzdem dürfen sich zum ersten Mal seit der Dominanz von Sinner und Alcaraz und dem vorherigen Unbesiegbarkeits-Nimbus von Djokovic mehr Spieler Hoffnungen auf einen ganz großen Titel machen.
Der Sieger von 2021, Daniil Medvedev, verabschiedete sich in Montreal ebenso früh wie Fritz, Alex De Minaur oder French-Open-Finalist Flavio Cobolli. Bliebe Shelton: Der US-Amerikaner fühlt sich auf heimischem Boden sichtlich wohl und könnte in New York sehr weit kommen.
Youngster mischen Elite auf
Am formstärksten präsentieren sich aktuell die jüngsten Spieler in der Weltelite. Rafael Jodar wandelt auf den Spuren Rafael Nadals und steht in Montreal ebenso im Viertelfinale wie Jakub Mensik und Learner Tien.
"Er ist der 'real deal', man darf in der nahen Zukunft große Sachen von ihm erwarten", meinte Eurosport-Experte Boris Becker über Letzteren.
Wenn sich das Feld bei den US Open tatsächlich öffnet, könnten die Youngster ihre Chance ergreifen. Zu dieser Riege zählt auch João Fonseca, der in Kanada im Achtelfinale an Shelton scheiterte, aber in Roland-Garros mit seinem Sieg gegen Djokovic schon zeigte, dass bei den großen Turnieren mit ihm zu rechnen ist.
Alle Kandidaten aus der zweiten Reihe müssen an Sinner und Co. zunächst vorbei - vorausgesetzt, sie können in New York aufschlagen. Aber eine lange, zehrende Saison öffnet die Türen für die Underdogs. Das beweist ein Blick in die Siegerliste der US Open, wo es in den vergangenen sieben Jahren sechs verschiedene Sieger gab.
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