ATP verstärkt nach Kritik von Zverev, Alcaraz und Co. die Zentralisierung und Qualität der Bälle bei Turnieren

Auf der ATP-Tour sollen in Zukunft die bei den Turnieren verwendeten Bälle weiter vereinheitlicht werden. Wie die Profitour der Herren kurz nach den French Open mitteilte, sei dies die erste Saison, "in dem wir den Prozess zentral verwalten", sagte ATP Chief Sporting Officer Ross Hutchins. Dadurch gebe es "größere Konstanz, weniger Änderungen und eine nahtlosere Erfahrung für die Spieler".

Alexander Zverev

Fotocredit: Getty Images

Bei der ATP sei man sich aber bewusst, so Hutchins, "dass Konstanz allein nicht ausreicht. Deshalb überarbeiten wir aktiv die Spezifikationen und Zertifizierungsstandards mit dem Input von Experten - und mit dem ständigen Feedback der Spieler im Mittelpunkt."
Bisher verhandelten die Turniere unabhängig mit ihren Balllieferanten. Laut ATP wurden in diesem Jahr bereits einige Turnierblöcke, darunter die Freiluft-Turniere im Februar und März in Nord- und Südamerika sowie die europäischen Sandplatzevents, an das neue System angepasst.
Auch für den weiteren Saisonverlauf sei dies geplant. Eine komplette Angleichung der verwendeten Bälle soll bis 2027 erreicht werden, da erst dann einige Verträge mit Ballherstellern auslaufen.
Zuletzt hatte es wiederholt von Spielerseite Kritik an der Qualität und der großen Variabilität der Bälle gegeben. Besonders Alexander Zverev sorgte mit seinen Aussagen beim ATP-Masters in Rom, als er sich über "scheiß Kinderbälle" beschwert hatte, für Aufsehen.

Alcaraz und Djokovic äußerten auch Kritik

Auch Carlos Alcaraz meinte im Frühjahr zur aktuell gängigen Praxis: "Jede Woche, praktisch jede Woche, haben wir andere Bälle, andere Bedingungen. Es ist kompliziert, sich darauf einzustellen."
Rekord-Grand-Slam-Sieger Novak Djokovic kritisierte bereits im Oktober 2023, dass die unterschiedlichen Bälle die Verletzungsgefahr, besonders im Handgelenk- und Ellbogenbereich, erhöhten. "Ich finde, es muss etwas mehr Konstanz bei den Bällen geben", forderte der Serbe damals. Diesem Wunsch will die ATP nun Schritt für Schritt nachkommen.
Die Profitour kündigte zudem an, "den Prozess durch direktes Spielerfeedback, Datenanalysen zur Ballqualität und strengere Zertifizierungsanforderungen weiter zu verfeinern".
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Quelle: SNTV


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