Angelique Kerber träumt in der Quarantäne vom Strand von St. Kilda. Vom Blick aufs Meer, von unbeschwerten Momenten. "Da gibt es superschöne Restaurants", sagte die dreimalige Grand-Slam-Siegerin im "SID"-Interview: "Das wird wohl unser erster Ausflug, wenn ich hier rauskomme."
Kerber steckt in Melbourne, der Stadt, die ihr so viel bedeutet, seit ihrer Ankunft am 15. Januar im Hotelzimmer fest.
Sie musste nicht nur ihren 33. Geburtstag am Montag dort verbringen - sie darf insgesamt 14 Tage lang nicht raus, nicht auf den Tennisplatz, nicht angemessen für die Australian Open (ab 8. Februar live bei Eurosport) trainieren. Die Vorbereitung ist erstmal dahin.
Australian Open
Mischa Zverev exklusiv: "Deutschland ist Sascha wichtig"
20/01/2021 AM 11:44
"Ich habe die letzten zwei Monate so hart trainiert, wie schon lange nicht mehr. Es war eine der besten Vorbereitungen der letzten Jahre, in der ich mit viel Herzblut und Schweiß an meine Grenzen gegangen bin", sagte sie: "Jetzt muss ich aber realistisch sein und mir eingestehen, dass ich nach zwei Wochen Quarantäne im Hotelzimmer nicht viel vom Saisonstart erwarten kann."

Kerber erklärt: Darum trifft sie die Quarantäne so hart

Angelique Kerber von Quarantäne betroffen

Kerber gehört zu den mehr als 70 Spielerinnen und Spielern, denen aufgrund von Infektionsfällen auf den Flügen gen Australien die täglichen Trainingszeiten auf dem Gelände des Grand-Slam-Turniers gestrichen wurden.
Sie weiß die Situation für sich einzuordnen und betont, dass momentan "viel wichtigere Dinge auf der Welt" geschehen: "Millionen von Menschen kämpfen täglich mit den Folgen der Pandemie, und hier steht der Sport ganz klar an zweiter Stelle."
Dennoch ist ihre aktuelle Situation knifflig, ein schmerzlicher Rückschlag, den sie erstmal wegstecken muss. Die Fitness leidet, auch das Gefühl für die Schläge - "jetzt verliert man von allem etwas", sagte Kerber und betonte: "Ich versuche natürlich mit den gegebenen Möglichkeiten, alles soweit es geht aufrechtzuerhalten, auch wenn es eigentlich nicht möglich ist."

Laufband, Medizinball, Hanteln

Die Turniersiegerin von 2016 schuftet so gut es geht auf ihrem Zimmer mit Laufband, Medizinball und Hanteln. Trainer Torben Beltz und ihr Physio können sie immerhin dabei unterstützen.
"Nach der Quarantäne werde ich sehen, wie ich mich fühle und was sich bis zum Start der Australian Open noch aufholen lässt", sagte Kerber: "Es wird spannend, das ist alles bei mir momentan eine Wundertüte."
Das gilt auch für das gesamte Turnier, die Veranstalter müssen nicht nur laut Kerber eine "Herkulesaufgabe" im strengen, aber wenig von Corona betroffenen Australien bewältigen. Am Mittwoch erhöhte sich die Zahl der unmittelbar am Turnierverlauf beteiligten und positiv getesteten Personen auf zehn.

Australian Open mit Zuschauern

Lisa Neville, Polizeiministerin des australischen Bundesstaates Victoria, bestätigte die Nachricht zweier positiv getesteter Spieler, die sich wie Kerber bereits zuvor in strenger Quarantäne befunden hatten.
Die Kielerin ist aber nicht betroffen und fiebert der Aussicht auf weitgehend normale Tage in Melbourne nach dem Ende der Isolation entgegen. Bei den Australian Open werden sogar Zuschauer erwartet.
Kerber, die noch für ein Vorbereitungsturnier Ende Januar gemeldet hat, versucht, bis dahin positiv zu bleiben und sich kleine Ziele für die immer gleichen Tage im Hotel zu setzen. Ansonsten lenkt sie sich mit Serien ab, liest oder telefoniert mit Freunden. Und manchmal schweifen die Gedanken gen St. Kilda, dem Stadtstrand der Metropole Melbourne.
Das könnte Dich auch interessieren: Djokovic kontert Kritik: "Gute Absicht falsch verstanden"
(SID)

Mischa Zverev exklusiv: So plant er die Zukunft als Manager von Sascha

Australian Open
Zwei weitere Spieler positiv auf Corona-Virus getestet
20/01/2021 AM 08:22
Australian Open
Neues Zimmer, schon wieder Mäuse: Tennisprofi Putintseva fassungslos
19/01/2021 AM 19:19