Daniil Medvedev (Russland/Nr. 4) baute damit seine Bilanz gegen Stefanos Tsitsipas (Griechenland/Nr. 5) in direkten Duellen auf 6:1 aus und greift nach seinem größten Karriere-Erfolg.
Im Duell der inoffiziellen "ATP-Weltmeister" von 2020 und 2019 sahen die Zuschauer in der Rod Laver Arena über zweieinhalb Sätze Einbahnstraßentennis. Nach 2:09 Stunden verwandelte Medvedev seinen ersten Matchball. "Für mich ist es ein toller Erfolg", sagte der Russe.
Tsitsipas, der im Viertelfinale den Mitfavoriten Rafael Nadal (Spanien/Nr. 2) nach 0:2-Satzrückstand noch ausgeschaltet hatte, wirkte lange Zeit überspielt und fahrig. Medvedev agierte dagegen eiskalt und platzierte seine Schläge immer wieder zentimetergenau.
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Tsitsipas hat damit auch sein drittes Grand-Slam-Halbfinale verloren. Der 22 Jahre alte Grieche hatte 2019 das Semifinale von Melbourne glatt gegen Nadal und 2020 die Vorschlussrunde der French Open in fünf Sätzen gegen Novak Djokovic verloren. "Es läuft eben nicht immer so, wie man sich das wünscht", sagte Tsitsipas geknickt: "Er hat einfach sehr gut gespielt."
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Medvedev auf Safins Spuren

Medvedev hatte 2019 das Finale der US Open in fünf Sätzen gegen Nadal verloren. Mit seinem Sieg über Tsitsipas baute der Russe nun seine beeindruckende Siegesserie aus: Der 25-Jährige hat auf der Tour jetzt bereits 20 Spiele in Folge gewonnen.
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"Er ist der Mann der Stunde, aber er spielt jetzt gegen den achtmaligen Melbourne-Sieger Djokovic", sagte Eurosport-Experte Boris Becker.
Der 25 Jahre alte Medvedev war bei den Australian Open bisher nie über das Achtelfinale hinausgekommen. Der letzte Russe, dem ein Grand-Slam-Sieg gelang, war Marat Safin 2005.
Medvedev - Tsitsipas zum Nachlesen im Ticker

Challenge gegen das magische Auge: Pfiffe und Häme gegen Medvedev

Klassenunterschied in Satz zwei

Im ersten Satz nahm Medvedev Tsitsipas den Aufschlag zum 3:2 ab und hielt das Break bis Satzende (6:4).

Klasse blitzt immer wieder auf: Tsitsipas' beste Schläge im Halbfinale

Im zweiten Durchgang war dann ein Klassenunterschied erkennbar - Medvedev brachte 84 Prozent seiner ersten Aufschläge ins Feld, machte 15 Punkte mehr als sein Gegner und leistete sich nur vier vermeidbare Fehler.
"Er war schon ein bisschen müde nach dem Match gegen Nadal", schätzte Medvedev die Lage hinterher ein: "Gegen Rafa hat er sehr frisch gewirkt, aber heute habe ich gemerkt, dass wenn ich ihn bewege, er ein bisschen müde aussieht und dann war das meine Strategie."

"Sagenhaft - absolute Weltklasse!" Medvedev führt Tsitsipas vor

Tsitsipas bäumt sich nochmal auf

Erst als Tsitsipas im dritten Satz bei 1:3 und Breakball gegen sich mit dem Rücken voll zur Wand stand, erweckte der Grieche sich und das Publikum mit einer Leistungssteigerung zum Leben. Der 22-Jährige breakte Medvedev zum 3:3 und hatte bei 4:3 einen Breakball, den der Russe jedoch mit einem Ass abwehrte.
Bei 5:4 und 30:15 war Tsitsipas nur zwei Punkte vom Satzgewinn entfernt, Medvedev reagierte jedoch meisterlich, parierte und nahm dem Griechen im folgenden Spiel den Aufschlag ab - die Vorentscheidung.

Entscheidendes Break: Medvedev zeigt's den Zuschauern

"Es war im dritten Satz nicht leicht, weil es ähnlich zu seinem Match gegen Rafael Nadal war", sagte Medvedev: "Ich bin etwas ängstlich geworden. Ich bin es nicht gewöhnt, im Halbfinale zu stehen so wie Nadal oder Federer. Es war nicht einfach, aber ich bin glücklich, dass ich gerade in den engen Momenten mein Spiel durchgebracht habe."

Medvedev peilt Weltranglistenplatz zwei an

Tsitsipas verpasste es durch die Niederlage, den in Melbourne verletzt fehlenden Roger Federer in der Weltrangliste von Rang fünf abzulösen und bleibt damit Sechster.

"Großartiger Ballwechsel": Medvedev und Tsitsipas schenken sich nichts

Medvedev dagegen wird im neuen ATP-Ranking mindestens einen Rang höher auf Platz drei geführt. Gewinnt der Russe seinen ersten Grand-Slam-Titel, überholt er nicht nur Dominic Thiem, sondern löst auch Nadal auf Platz zwei hinter Djokovic ab.
Djokovic könnte im Finale am Sonntag (9:30 Uhr live bei Eurosport im Free-TV und im Liveticker bei Eurosport.de) seinen 18. Major-Titel einfahren und damit näher an Nadal und Roger Federer (beide 20) heranrücken.

Medvedev im Eurosport-Interview: "Publikum hat ihm geholfen"

Djokovic wird am 8. März Federer als Rekordhalter in Sachen Wochen an Spitze der Weltrangliste (310) ablösen.
"Wenn man Djokovic gefragt hätte, gegen wen er im Finale spielen will, hätte er wohl Tsitsipas genommen – weil Medvedev so unberechenbar spielt", sagte Becker, der Djokovic zwischen 2013 und 2016 als Trainer bei sechs Grand-Slam-Siegen gecoacht hatte.

Tsitsipas wehrt drei Satzbälle ab - und verliert den Satz dennoch

Medvedev seit Ende Oktober ungeschlagen

Medvedev hatte Ende 2020 das Masters in Paris und die ATP Finals sowie Anfang 2021 alle vier Spiele beim ATP Cup gewonnen.
Seine letzte Niederlage hatte er Ende Oktober 2020 im Viertelfinale von Wien gegen Kevin Anderson (Südafrika) kassiert.

Verhaltener Applaus nach Matchball: Medvedev schickt kritischen Blick ins Publikum

Zudem ist Medvedev nun in den letzten zwölf Spielen gegen Top-Ten-Spieler unbesiegt.
"Ich habe nicht viel Druck. Er hat nie eine Finale hier verloren", sagte der Russe über das anstehende Finale: "Der ganze Druck liegt bei Roger, Rafa und Nole in den Grand Slams. Ich hoffe einfach, dass ich rausgehe und mein bestes Tennis zeige. Wenn ich gut spiele, kann ich schon einige schlagen. Er hat mehr Erfahrung, aber auch mehr zu verlieren."

"Fantastisch": Medvedevs beste Schläge gegen Tsitsipas

Halbfinale der Herren:

  • N. Djokovic (SRB/1) - A. Karatsev (RUS/Q) 6:3, 6:4, 6:2
  • D. Medvedev (RUS/4) - S. Tsitsipas (GRE/5) 6:3, 6:2, 7:5

"Fast erotische Bilder": Tsitsipas, der YouTube-Star

Finale der Herren:

  • N. Djokovic (SRB/1) - D. Medvedev (RUS/4)
    Sonntag, 9:30 Uhr live bei Eurosport | LIVETICKER
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Wilander: "Medvedevs Rückhand ist so gut wie die von Djokovic!"

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