Daniil Medvedevs Ex-Coach Gilles Simon über Zusammenarbeit mit Tennis-Star: "In der Box ist es am unangenehmsten"

Gilles Simon verbrachte die Saison 2024 als Teil des Trainerteams an der Seite von Daniil Medvedev. Seine Aufgabe war es, mit dem Russen taktische Lösungen zu erarbeiten. Und der französische Ex-Profi empfand es als "bereichernd", selbst wenn sich die Wege nach nur einem Jahr wieder trennten. Auf Eurosport sprach er nun über seine Erfahrungen - und über die Dämonen des russischen Enfant terrible.

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Quelle: SNTV

"Wenn man in der Box sitzt, ist es am unangenehmsten mit ihm", sagte Simon am Dienstagabend in der französischen Tennis-Sendung "Retour Gagnant" auf Eurosport Frankreich.
Außerhalb des Courts sei Medvedev "äußerst angenehm", betonte der frühere Weltranglistensechste: "Aber wenn er im Match auf dem Platz steht, muss er sich mit einem kleinen Monster in seinem Inneren auseinandersetzen, das nicht einfach zu handhaben ist."
Er sei selbst 20 Jahre lang Profi gewesen und verstehe, "was vor sich geht. Wir wissen, dass er sich damit keinen Gefallen tut, aber wir verstehen es. Es ist schade, dass es so herauskommt, aber ich wusste das, bevor ich mit ihm gearbeitet habe."
Fernab der berüchtigten Wutausbrüche von Medvedev sei alles andere allerdings "nur Freude" gewesen, hob Simon hervor: "Er ist ein Spieler, den ich sehr mag, den ich sogar verehre und den ich verstanden habe."
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Nach seiner aktiven Karriere arbeitete Gilles Simon (l.) eine Saison mit Daniil Medvedev zusammen.

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Mangelnder Wille zur Veränderung?

Im Frühjahr 2024 war Simon zum Team Medvedev gestoßen und hatte den Betreuerstab um dessen langjährigen Coach Gilles Cervara ergänzt. Nach seinem Karriereende im Jahr 2022 waren es für ihn persönlich die ersten Erfahrungen als Trainer auf höchstem Niveau.
Simons Fokus lag dabei auf der taktischen Arbeit, seiner wohl größten Stärke als aktiver Profi. "Wir haben viele Dinge verbessert, die im Training gut funktioniert haben, aber im Spiel ist das etwas anderes", sagte der Franzose rückblickend.
Medvedev sei ein Spieler, der als ehemaliger Weltranglistenerster und US-Open-Sieger 2021 große Erfolge erzielt habe. Der damals 28-jährige Russe habe dadurch aber "sehr starke Überzeugungen" gehabt - für Simon ein Problem.
Denn: "In solchen Fällen ist es noch schwieriger, sich zu verändern, wenn zwei Spieler wie (Carlos) Alcaraz und (Jannik, Anm. d. Red.) Sinner an ihm vorbeigezogen sind und man etwas ausprobieren muss."
Für einen Profi sei es "sehr kompliziert, aus seinem gewohnten Schema auszubrechen, wenn er es nicht unbedingt muss", erläuterte Simon weiter: "Es ist zwangsläufig schwieriger, Dinge zu ändern, wenn man mit einem 28 Jahre alten Spieler arbeitet, dessen Karriere bereits feststeht, als mit einem 15- bis 20-Jährigen."
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Bei Daniil Medvedev lag Gilles Simons Fokus auf der taktischen Arbeit.

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Ende der Zusammenarbeit nach einer Saison

Am Ende des Jahres 2024 habe er Medvedev gefragt: "Wie hätte ich dich überzeugen können?" Dieser habe ihm daraufhin geantwortet: "Du hast dich schon sehr bemüht, mehr war nicht möglich."
Den russischen Weltklassespieler zu überzeugen, war für Simon also die eine Schwierigkeit gewesen. Die andere Problematik hingegen, mit Medvedev und dessen langjährigem Trainer Cervara in einer Dreierkonstellation zusammenzuarbeiten.
"Man muss wissen, dass Daniil mich kontaktiert hat, ohne Gilles davon zu erzählen", betonte Simon im Eurosport-Interview. Medvedev müsse also erkannt haben, dass "etwas fehlte oder dass er etwas hinzufügen wollte. Für Gilles (Cervara; Anm. d. Red.) war das eine schwierige Situation."
Am Ende der Saison 2024 und vielversprechenden, aber nicht ganz den erhofften Ergebnissen kam es dann zur Beendigung der nur knapp einjährigen Zusammenarbeit.
"Wenn man nicht mehr auf einer Wellenlänge ist, hört man auf, und das ist nicht schlimm", betonte Simon allerdings besänftigend und fasste sein Medvedev-Abenteuer als "bereichernd, spannend, aber kompliziert" zusammen.
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Quelle: SNTV


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