Es sind zwar noch neun Tage nach der Quarantäne, bis die Australian Open (8. bis 21. Februar live bei Eurosport) starten, dennoch sieht Dominic Thiem "einen schweren Wettbewerbsnachteil" für die betroffenen Profis, zu denen auch Angelique Kerber gehört.
"Das ist für diese Profis unfassbar unglücklich gelaufen, das tut mir auch sehr leid für die", erklärt Thiem im Gespräch mit Eurosport-Experte Boris Becker und Moderator Matthias Stach und schiebt ein "Aber" hinterher: "Es hat natürlich auch jeder gewusst, auf was er sich einlässt."
Vor dem Abflug nach Australien mussten die Spieler/innen ein Dokument unterschreiben, in dem die Verhaltensregeln und Konsequenzen beschrieben wurden. Laut Thiem seien die Regeln klar gewesen.
Australian Open
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"Tennis Australia und das ganze Land haben alles versucht, das Turnier stattfinden zu lassen", erklärt der US-Open-Sieger von 2020: "Das ist eine sensationelle Leistung."
"Es ist fragwürdig und natürlich nicht für alle Spieler fair", ordnete Becker die Situation ein: "Ein Drittel ist bestimmt unter widrigen Voraussetzungen in Australien. Wenn sie aus der Quarantäne rauskommen, waren sie nicht einmal an der frischen Luft, haben kein Tennis gespielt. Egal, wie viele Schritte sie im Zimmer gemacht haben, sie haben kein Ball gespielt und haben dann eine Woche Zeit, sich bei den heißen Bedingungen auf Best-of-Five-Matches, zumindest bei den Männern, vorzubereiten. Diese Aufgabe geht eigentlich nicht", so der Eurosport-Experte.

Hier die Folge mit Dominic Thiem, Boris Becker und Matthias Stach:

Australian Open: Thiem pro Austragung

Thiem erläutert, warum er es dennoch richtig findet, dass das erste Grand-Slam-Event des Jahres stattfindet: "Es klingt jetzt hart, aber es sind nur 70 Spieler in der Quarantäne. Alle anderen in Melbourne können normal trainieren. Es wäre unfair, allen anderen gegenüber, die diese Reise gemacht haben, das Turnier jetzt ausfallen zu lassen."
Es sei die eigene Entscheidung von jedem Einzelnen gewesen, nach Australien zu reisen: "Es muss keiner machen."
Thiem selbst, der sich in Adelaide mit seinem Team vorbereitet und dort zwei Stunden pro Tag trainieren kann, berichtet mit einem Augenzwinkern von nicht so leichten Vorbereitung: "Einige Sachen waren ein bisschen schwierig. Ich musste mir jeden Tag selbst essen machen, was schon wegen meiner Kochkünste nicht ideal ist."

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Es habe aber Vorteile auch gehabt: Durch Corona war die Nummer drei der Welt erstmals seit Jahren über Weihnachten und Silvester wieder zu Hause bei der Familie: "Ich habe meine Familie viel länger gesehen. Der einzige Unterschied war, dass ich in der Halle und nicht draußen trainiert habe." Alles in allem sei die Vorbereitung auf Down Under "gut gelaufen."
Nach seinem ersten Grand-Slam-Titel will er nun auch in 2021 angreifen und hat dabei einen ganz besonderen Titel im Sinn: "Das Gefühl des Grand-Slam-Siegs war das Beste, was ich jemals in meiner Tenniskarriere erlebt habe. Das will ich nochmal schaffen. Paris ist wahrscheinlich das ganz große Ziel."
Seit dem Juniorenfinale 2011, das er gegen Björn Fratangelo verlor, sei Roland Garros sein Lieblingsturnier. Mit Rafael Nadal sei zwar ein "absolut übermächtiger Gegner" in Paris, "aber das ist das nächste große Ziel".
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