Daniil Medvedev gewinnt denkwürdiges Halbfinale gegen Stefanos Tsitsipas

Daniil Medvedev hat sich in einem hochemotionalen Halbfinale bei den Australian Open mit 7:6 (7:5), 4:6, 6:4 und 6:1 gegen Stefanos Tsitsipas durchgesetzt. Im Finale trifft die Nummer zwei der Welt nun auf Rafael Nadal. "Daniil hat im entscheidenden Moment die Nerven behalten und war über große Strecken der bessere Spieler", bilanzierte Eurosport-Experte Boris Becker.

Daniil Medvedev bei den Australian Open

Fotocredit: Getty Images

Die Partie begann mit souveränen Aufschlagspielen auf beiden Seiten und, wie erwartet, absolut ausgeglichen. Gerade einmal 20 Minuten waren in der Rod Laver Arena gespielt, da stand es bereits 4:4.
Medvedev wurde nun stärker und hatte nach einer Rally über 34 Schläge die ersten drei Breakchancen der Partie - die er allesamt liegen ließ.
Die Entscheidung fiel im Tiebreak, in dem Tsitsipas bei einer 2:0-Führung den ersten Vorteil hatte. Dennoch war es Medvedev, der kurz darauf seinen ersten Satzball zum 7:5 nutzte.
"Er ist in den langen Grundlinienduellen der bessere Spieler. Tsitsipas muss aggressiver spielen und den Gegner laufen lassen", analysierte Eurosport-Experte Boris Becker. Genau das tat der 23-Jährige zu Beginn des zweiten Satzes. Tsitsipas nahm dem Russen das erste Service ab und ging mit 2:0 in Führung.
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Halbfinale: Medvedev tobt und stoppt Tsitsipas - Highlights

Quelle: Eurosport

Es war beeindruckend, wie Medvedev mit dem Rückstand umging. "Daniil lässt seinen Gegner immer wissen: 'Egal, was du machst, du wirst keine keine Reaktion bei mir erkennen'", lobte Becker die Nummer zwei der Welt. Tatsächlich schlug Medvedev im vierten Spiel mit dem Re-Break zum 3:3 zurück.

Medvedev tickt komplett aus

Und dann kam es zum Skandal.
Nachdem Medvedev sein Aufschlagspiel zum 4:5 verloren hatte, explodierte er. Der Weltranglistenzweite bedachte Stuhlschiedsrichter Jaume Campistol mit einer obszönen Geste und beleidigte ihn schwer. "Bist du dumm, bist du verrückt?! Sein Vater kann bei jedem Punkt reinreden", keifte der US-Open-Champion und wurde von Sekunde zu Sekunde lauter.
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"Bist du dumm?!" Medvedev verliert komplett die Fassung

Quelle: Eurosport

Weshalb Medvedev dermaßen austickte, lag auf der Hand: Zum einen argwöhnte der Russe, dass Apostolos Tsitsipas, Vater von Stefanos Tsitsipas, unerlaubtes Coaching betreibe. Zum anderen ärgerte sich der Russe über sein verlorenes Aufschlagspiel. "So kann man nicht mit anderen Menschen sprechen", kritisierte Becker.
Tsitsipas indes hielt sich raus und brachte sein Spiel zum 6:4 durch. Die Partie schien zu kippen, doch Medvedev demonstrierte einmal mehr, dass ihn (fast) nicht aus dem Rhythmus bringt. Der Turnierfavorit erspielte sich wieder ein Übergewicht und holte sich die Sätze drei und vier.

Medvedev: "Das war ein großer Fehler"

Vor alle im vierten Durchgang hatte Tsitsipas dem Spiel des Russen nichts mehr entgegenzusetzen und musste sich nach insgesamt 2:30 Stunden geschlagen geben. "Stefanos hat am Ende nachgelassen und fast ratlos gewirkt", befand Becker.
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"I'm sorry, mate!" Medvedev entschuldigt sich

Quelle: Eurosport

"Schlechte Emotionen helfen mir eigentlich nicht. Was ich da getan habe, war ein großer Fehler. Immerhin gelang es mir danach, mich wieder zu konzentrieren", erklärte Medvedev nach dem Finaleinzug im On-Court-Interview. Überdies entschuldigte er sich bei Schiedsrichter Campistol für sein Verhalten.
Im Finale wartet nun Rafael Nadal, bei dessen 6:3, 6:2, 3:6, 6:3 gegen Matteo Berrettini es wesentlich weniger dramatisch zuging. Der Spanier hat eine 3:1-Bilanz gegen Medvedev, verlor aber den bis dato letzten Vergleich bei den ATP Finals 2020.
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Becker analysiert Eklat: "Medvedev hat wunden Punkt getroffen"

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"Jetzt wird's Weltklasse!" Tsitsipas kontert Medvedev aus

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