Rafael Nadal öffnet das Tor in die nächste Dimension - Roger Federer und Novak Djokovic verneigen sich

Rafael Nadal hat im Finale der Australian Open das größte Comeback der Turniergeschichte hingelegt. Der Spanier ist der erste Spieler seit Beginn der Open Era, der sich nach einem 0:2-Satzrückstand im Endspiel den Titel holt. Nadal sprach nach dem Fünfsatz-Coup von einem "der emotionalsten Matches" seiner Laufbahn - und dürfte dabei auch die komplizierte Vorgeschichte im Kopf gehabt haben.

Rafael Nadal gewinnt die Australian Open 2022

Fotocredit: Getty Images

Es gibt vier Dimensionen nach landläufiger Auffassung: Länge, Breite, Höhe und Zeit. Nach dem epochalen Auftritt von Rafael Nadal im Finale von Melbourne drängt sich allerdings die Frage auf: Ist der Superstar aus Mallorca möglicherweise in eine unbekannte fünfte Dimension vorgestoßen?
Sicher ist, dass der jetzt 21-fache Grand-Slam-Turniersieger Bemerkenswertes angestellt hat mit Raum und Zeit.
Vor knapp zwei Monaten fürchtete Nadal noch das Karriereende. Er habe mit seiner "Familie und dem Team über einen möglichen Rücktritt gesprochen".
Aufgrund eines hartnäckigen Fußproblems, dem sogenannten Müller-Weiss-Syndrom, hatte Nadal nach den French Open im vergangenen Jahr nur zwei Matches auf der Tour bestritten.
Kurz vor der geplanten Reise nach Australien infizierte sich der 35-Jährige auch noch mit dem Coronavirus. Dass Ende Januar trotzdem in Melbourne der Name Rafael Nadal in die Siegertrophäe, den Norman Brookes Challenge Cup, eingraviert werden würde? Undenkbar!

Nadal übersteht Höllenfahrt: "War physisch zerstört"

Eigentlich. Denn die schon ein paar Jahre alte Aussage des einstigen US-Open-Champions Juan Martín del Potro hat nichts von ihrer Gültigkeit verloren: "Rafa ist der größte Kämpfer in unserem Sport." Diesen Spirit trägt Nadal noch immer in sich, sonst wäre nicht möglich gewesen, was in Melbourne Realität wurde.
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Finale: Nadal besiegt Medvedev nach 5:24 Stunden - Highlights

Quelle: Eurosport

Nachdem der Champion in den ersten vier Runden nur einen Satz abgab, durchlebte er im Viertelfinale eine Höllenfahrt. Müdigkeit, Hitze und Magenprobleme plagten Nadal beim 6:3, 6:4, 4:6, 3:6, 6:3 gegen Denis Shapovalov. "Ich war physisch zerstört", gab er nach dem Duell zu - und ließ prompt im Halbfinale gegen Matteo Berrettini einen glatten Dreisatzsieg folgen.

Wilander: "Größtes Comeback der Open Era im Tennis"

Spätestens da dämmerte den Zweiflern, dass Nadal titelfähig ist beim ersten Grand-Slam-Event der Saison. "Wer Rafa als Dark Horse bezeichnet, hat keine Ahnung vom Tennis", betonte Eurosport-Experte Boris Becker. Wenn der Spanier irgendwo antrete, dann immer als einer der Favoriten.
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Becker adelt Nadal nach Final-Coup: "Der Erfolgreichste der Geschichte"

Quelle: Eurosport

Beim 2:6, 6:7 (5:7), 6:4, 6:4, 7:5 im Endspiel gegen Daniil Medvedev gelang Nadal das, was Tennis-Legende Mats Wilander bei Eurosport als "größtes Comeback der Open Era im Tennis" adelte.

Onkel Toni: "Vielleicht Rafaels wichtigstes Spiel"

"Es war vielleicht das wichtigste Spiel in der Karriere von Rafael. Ein Match, in dem er einen wichtigen Schritt in der Tennisgeschichte gemacht hat", befand sein Onkel und langjähriger Trainer Toni Nadal. Große Worte vor dem Hintergrund, dass sein Neffe 13 Mal die French Open gewann und Roland Garros stets als wichtigsten Ort seiner Laufbahn bezeichnete.
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Onkel Toni über Nadal: "War vielleicht Rafaels wichtigstes Spiel"

Quelle: Perform

Und tatsächlich war es eine unglaubliche Leistung: Der 13-fache French-Open-Sieger hing nach dem 0:2-Satzrückstand in den Seilen. Einfache Fehler, Riesenprobleme beim Aufschlag und eine verspielte 4:1-Führung im zweiten Satz - woran bitte sollte sich der Spanier noch aufrichten, woraus Hoffnung schöpfen?

Federer und Djokovic feiern Nadal

Er fand einen Weg, aber der blieb steinig bis zum Schluss. Als Nadal bei 5:4 im fünften Satz aufschlug, war er bei 30:0 nur noch zwei Punkte vom historischen Erfolg entfernt.
Minuten später hatte er das Aufschlagspiel trotzdem verloren und das Break kassiert. Ein herber Treffer kurz vor dem Ziel - aber Nadal wankte nicht, im Gegenteil: Mit zwei Spielen in Serie erfüllte er sich nach fünf Stunden und 24 Minuten den Traum vom 21. Grand-Slam-Titel.
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Nadal exklusiv: "Ich hätte mir das sonst nicht verziehen ..."

Quelle: Eurosport

Eine Ausnahmeleistung, die von Nadals ewigen Rivalen neidlos anerkannt wurde. "Dein unglaublicher Arbeitseifer, deine Hingabe und dein Kampfgeist sind eine Inspiration für mich und unzählige andere auf der Welt", schrieb Roger Federer auf Instagram. "Eine erstaunliche Leistung", brachte auch Novak Djokovic höchsten Respekt zum Ausdruck.
Die spanischen Medien feierten den Tennisstar ohnehin ab. "Der Größte der Geschichte", jubelte die spanische Sportzeitung "As". Nadal habe "auf die epischste Art und Weise Geschichte geschrieben", titelten die Kollegen von der "Sport". Lobeshymnen, die absolut angebracht sind.
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Tollhaus Rod Laver Arena! Nadal beschwört fünften Satz herauf

Quelle: Eurosport

Nach monatelanger Pause, Fußproblemen, einer Coronainfektion und nur vier Partien auf Tour-Level als Vorbereitung hat Nadal Raum und Zeit ein Schnippchen geschlagen - und das bei seinem bislang "schwächsten" Grand-Slam-Wettbewerb. Oder anders gesagt: Nadal hat die fünfte (Tennis-)Dimension erreicht.
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Podcast - Das Gelbe vom Ball mit Julia Görges

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Die Siegerehrung: Nadal emotional - Medvedev beweist Humor

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