Australian Open 2024: Alexander Zverev verliert Halbfinale - Nick Kyrgios und Boris Becker loben Daniil Medvedev

Alexander Zverev verliert im Halbfinale der Australian Open trotz einer deutlichen Führung gegen Daniil Medvedev. Zwei Sätze hatte Deutschlands Nummer eins das Match im Griff. Doch dann setzte der Russe, US-Open-Sieger von 2021, zur Aufholjagd an. Auch Nick Kyrgios schwärmte von Medvedevs Leistung: "Er hat es verdient, das war eine absolute Schlacht. Er hat jeden in seinen Bann gezogen."

"Traurig und enttäuscht": So analysiert Becker die Zverev-Pleite

Quelle: Eurosport

Daniil Medvedev hat gegen Alexander Zverev ein fast schon verloren geglaubtes Halbfinale gedreht. Der Weltranglistendritte gewann das Match bei den Australian Open gegen die deutsche Nummer eins noch 5:7, 3:6, 7:6 (7:4), 7:6 (7:5), 6:3.
Auch bei den Eurosport-Experten löste dieses Comeback Lobeshymnen aus. "Das ist die Daniil-Medvedev-Show. Das wird ein absoluter Kracher", schwärmte unter anderem Nick Kyrgios am Kommentatoren-Mikrofon: "Medvedev ist nicht ohne Grund einer meiner Lieblingsspieler. Er lässt sich nicht unterkriegen."
Tennis-Legende Boris Becker ergänzte: "Er hatte nicht nur einen Plan A, sondern auch einen Plan B - deshalb war er auch schon mal die Nummer eins und hat ein Grand-Slam gewonnen."
Über den Deutschen meinte Becker: "Zverev hat über vier Stunden eigentlich Weltklasse-Tennis gespielt, aber in den letzten Minuten leider nicht."

Die Reaktionen zur Niederlage von Zverev gegen Medvedev:

Nick Kyrgios ...
... über den Ausgang des 4. Satzes: "Um einen Grand Slam zu gewinnen, müssen die Sterne günstig stehen und Medvedev hatte in diesem Tiebreak des vierten Satzes extremes Glück. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Glücksspiel; es geht nicht um Statistiken oder irgendeine Art von Taktik. Man tritt an, alle sind müde, aber man gibt trotzdem Vollgas."
... über den Sieg von Medvedev: "Medvedev hat es verdient, das war eine absolute Schlacht. Er hat jeden in seinen Bann gezogen. Das ist die Daniil-Medvedev-Show. Das wird ein absoluter Kracher - Daniil Medvedev gegen Jannik Sinner um die Krone der Australian Open. Ich kann es kaum erwarten. Medvedev ist nicht ohne Grund einer meiner Lieblingsspieler. Er lässt sich nicht unterkriegen. Die Leute sagen 'Spiel so, spiel so', aber ihm ist das egal. Er macht es auf seine Art."
... über Zverev: "Ich weiß, dass es extrem schwer ist, aber Zverev muss einfach positiv bleiben. Wenn man sich das Turnier anschaut, hat er dem Publikum in diesen zwei Wochen eine tolle Zeit beschert und mit Carlos Alcaraz einen der besten Spieler ausgeschaltet. Er hat heute Abend zwar verloren, aber seine Leistung war sehr solide. Zverev ist sehr wütend und enttäuscht, aber ich bin mir sicher, dass es nicht sein letztes Halbfinale gewesen sein wird."
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51 Schläge! Zverev gewinnt unfassbaren Ballwechsel

Quelle: Eurosport

Boris Becker ...
... über das Match bis zum vierten Satz: "Medvedev war nicht der bessere, sondern der solidere Spieler. Er hat nicht so viele leichte Fehler gemacht. Zverev hat über vier Stunden eigentlich Weltklasse-Tennis gespielt, aber in den letzten Minuten leider nicht."
... über den Favoriten fürs Finale: "Ich glaube, Sinner ist der Favorit, besonders, wenn man sich die bisherige Spieldauer bei Medvedev anschaut. Er hat bis jetzt über 20 Stunden Tennis gespielt, Sinner ist bis zum Halbfinale immer glatt in drei Sätzen durchgekommen."
... über Fehler und mentale Stärke: "Ich bin ein bisschen traurig und enttäuscht. Das fing für Sascha Zverev so gut an, der über den Kampf ins Spiel gefunden und dann den ersten Satz gewonnen hat. Im zweiten hat er gut gespielt. Im dritten dachte man schon, Medvedev wäre müde und könnte gar nicht mehr. Insgesamt waren es zum Schluss vielleicht zu viele unerzwungene Fehler - da Lügen die Zahlen nicht. 70 eigene Fehler sind einfach zu viel. Vor allem, wenn man sich anschaut, wann das passiert ist - Ende des vierten und im fünften Satz."
... über die Konstanz von Medvedev: "Er hat ein Niveau erreicht, dass er dann auch nicht mehr verlassen hat. Bei Sascha gab es das Wellenbad der Gefühle zwischen Weltklasse und leichten Fehlern. Irgendwann macht sich das dann im Ergebnis bemerkbar. In den ersten beiden Sätzen war die Spielposition zu passiv, zu weit hinter der Grundlinie. Das konnte er im dritten und vierten Satz ändern und hat dadurch deutlich mehr Druck erzeugt. Er hatte nicht nur einen Plan A, sondern auch einen Plan B - deshalb war er auch schon mal die Nummer eins und hat ein Grand-Slam gewonnen."
Mats Wilander ...
... über Zverevs Leistung: "Zverev hatte Pech, dass er im Tiebreak des vierten Satzes nicht gewinnt. Ich habe aber nicht das Gefühl, dass Zverev es verschenkt hat. Medvedev hat angefangen, aggressiver zu spielen. Vielleicht hätte Zverev ein paar Chancen mehr nutzen können, aber wahrscheinlich war er körperlich müde, da macht man Dinge, die man normalerweise so nicht machen würde."
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Medvedev gibt zu: Bei 0:2-Satzrückstand "verloren gefühlt"

Quelle: Eurosport

John McEnroe ...
... über das Halbfinale: "Ich fand, dass Zverev am Netz einen hervorragenden Job gemacht hat. Der große Unterschied war, dass Medvedev irgendwann angefangen hat, viel besser aufzuschlagen und die Initiative zu ergreifen."
Justine Hénin ...
... über Daniil Medvedev: "Wenn man sich Medvedev zu Beginn des Turniers ansieht, war es schwer vorstellbar, dass er das Finale erreichen würde. Mit viel Charakterstärke und den mentalen Fortschritten, die er gemacht hat, hat er einen Weg gefunden. Er ist einer der besten Hartplatzspieler der Welt, das hat er mit seinen drei Finalteilnahmen bei den US Open bewiesen, und nun steht er im dritten Finale in Australien, wo er unbedingt gewinnen will. (...) Er ist jemand, der sehr mit dem Spiel verbunden ist. Er hat getan, was er tun musste, als er es tun musste, auch wenn es um sehr wenig ging. Er ist ein Kämpfer, und das hat er einmal mehr gezeigt."
... über die Entwicklung von Medvedev: "Man muss sich vor Augen halten, wo Daniil Medvedev vor einem Jahr stand; nach den Australian Open gab es viele Fragen. Er ist viel in sich gegangen und sein Selbstvertrauen hat sich allmählich gefestigt. Sein Tennis hat sich weiterentwickelt. Er ist sehr anpassungsfähig und sehr intelligent. Er schafft es, immer besser zu retournieren und Konstanz zu finden. Das hatte er schon gegen Hurkacz getan, und es wäre lächerlich gewesen, wenn er hinten auf dem Platz geblieben wäre und sich nicht bewegt hätte. Es ist die Stärke der größten Spieler, das zu spüren."
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Halbfinale: Zverev vergeigt 2:0-Führung gegen Medvedev - Highlights

Quelle: Eurosport

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