Australian Open 2025 - Novak Djokovics Entfesslungskunst über: Houdini wäre stolz auf den Djoker
Novak Djokovic hatte im Viertelfinale der Australian Open gegen Carlos Alcaraz zunächst mit physischen Problemen zu kämpfen, Satz eins ließ nichts Gutes für den Serben vermuten. Nach einer Verletzungsunterbrechung gab er jedoch ein anderes Bild ab, einmal mehr befreite sich der Grand-Slam-Rekordsieger aus seiner brenzligen Situation - und zwar so eindrucksvoll, dass Harry Houdini stolz wäre.
Viertelfinale: Djokovic dreht Match gegen Alcaraz - Highlights
Quelle: Eurosport
Erik Weisz, Künstlername Harry Houdini, verstand es, sein Publikum zu unterhalten. Der Magier befreite sich aus vernagelten Kisten, Zwangsjacken und knackte vermeintlich unknackbare Schlösser.
Bis heute gilt der gebürtige Ungar verdientermaßen als größter Entfesslungskünstler der Geschichte. Wendet man Houdinis Fähigkeiten auf die Sportwelt generell und das Tennis im Speziellen an, dann sollte Novak Djokovic - spätestens nach seinem Viertelfinal-Auftritt gegen Carlos Alcaraz - als valider Houdini-Erbe betrachtet werden.
Nachdem der Serbe zu Beginn des Matches merklich mit physischen Schwierigkeiten zu kämpfen, dem Tempo seines 16 Jahre jüngeren Kontrahenten kaum etwas entgegenzusetzen hatte, feierte Djokovic im Anschluss an den ernüchternden ersten Satz ein beeindruckendes Comeback - und am Ende einen 4:6, 6:4, 6:3, 6:4-Erfolg.
Den Wendepunkt markierte ein Medical Timeout direkt im Anschluss an Satz eins, Djokovic kehrte mit bandagiertem Oberschenkel zurück und wirkte ab Mitte des zweiten Satzes, spätestens jedoch in Satz drei deutlich frischer.
Alcaraz ärgert sich: "Das war mein größter Fehler"
"Der Physio hat mich verbunden, ich habe ein paar Schmerzmittel genommen", erklärte Djokovic im Nachgang auf der Pressekonferenz. Er schob nach: "Die haben nach ungefähr 20 Minuten gewirkt. Das hat geholfen."
Während der Grand-Slam-Rekordsieger sich fing, baute sein Gegenüber merklich ab. "Ich hatte das Match eigentlich unter Kontrolle und dann habe ich ihn zurück ins Spiel gelassen", haderte der Spanier: "Das war mein größter Fehler heute."
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Becker analysiert den Kracher: Das war der Fehler bei Alcaraz
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Alcaraz verriet, dass Djokovics Beschwerden in seinem Unterbewusstsein eine trügerische Sicherheit ausgelöst haben. "Wenn du siehst, dass dein Gegner zu körperlich ein wenig zu kämpfen hat, spielst du nicht auf dem gleichen Niveau wie vorher. Es scheint, als sei es dann einfacher."
Doch weit gefehlt: "Gleichzeitig denkt man, dass man keine Fehler machen darf. Wahrscheinlich schlägt man den Ball trotzdem nicht mehr mit der letzten Konsequenz wie zuvor."
Djokovic nutzt Alcaraz-Schwächeperiode aus
Routinier Djokovic spürte eigenen Angaben zufolge sofort, dass Alcaraz die Zügel etwas schleifen ließ - und befreite sich aus der Umklammerung. "Ich habe gemerkt, dass er sich mehr um mich als um sich selbst gekümmert hat", verriet der 37-Jährige.
Doch Alcaraz' Nachlassen war nur ein Rädchen in der Maschine namens Djokovic-Comeback. "Ich wusste, dass ich etwas verändern muss", sagte Djokovic im exklusiven Gespräch mit Eurosport. Und was konkret? "Du musst voll ins Risiko gehen und deinen Gegner unter Druck setzen." Eine Marschroute, die sich vor allem in den mutigen zweiten Aufschlägen widerspiegelte.
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Djokovic exklusiv zum Viertelfinale: "Alcaraz bringt immer sein A-Game"
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"Er gewinnt mehr Punkte beim zweiten Aufschlag, das ist die Story dieses Matches", befand Eurosport-Experte Boris Becker." Djokovic selbst gestand, dass er in einigen Momenten auch "etwas Glück" gehabt habe.
Beispielsweise, als er im sechsten Spiel des vierten Satzes, das mehrfach bei eigenem Aufschlag über Einstand ging, die Oberhand behielt - und eine möglicherweise erneute Veränderung der Kräfteverhältnisse verhinderte.
Djokovic frotzelt Zverev
Passend zum Spielverlauf nutzte Djokovic seinen ersten Matchball im Anschluss an einen zweiten Aufschlag, den er mit satten 187 km/h ins Feld gebracht hatte. Mit seinem Sieg im Duell mit Endspielcharakter löste Djokovic das Ticket für die Halbfinal-Begegnung mit Alexander Zverev.
"Sascha spielt aktuell unfassbar gutes Tennis", lobte der Djoker seinen kommenden Gegner, für den er noch eine kleine Frotzelei übrig hatte: "Aber wir haben eine Vereinbarung: Solange ich noch spiele, lässt er mich bei Grand Slams gewinnen."
Zverev wird natürlich alles daran setzen, die Übereinkunft zu brechen, den Altmeister einzuschnüren - und darauf hoffen, dass Djokovic diesmal nicht in der Lage sein wird, als Houdinis Nachfolger in Erscheinung zu treten.
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Djokovic: "Weiß nicht, ob ich das Match beendet hätte, wenn ..."
Quelle: Eurosport
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