Boris Becker über Chancen von Alexander Zverev bei den Australian Open: "Sascha würde sich wohler fühlen, wenn ..."
Boris Becker räumt Alexander Zverev bei den Australian Open durchaus gute Chancen auf ein Topergebnis ein, im Hinblick auf den Titel aber bleibt Deutschlands Tennis-Legende vorsichtig. "Ich glaube, Sascha würde sich wohler fühlen, wenn er schon mehr Matches gespielt hätte", sagt Becker in einer Eurosport-Presserunde. Andererseits könne Zverev in Melbourne von der guten "Vergangenheit profitieren".
Zverev kassiert erste Saisonniederlage beim United Cup
Quelle: SID
Alexander Zverev hat, so der Tenor, eine interessante Auslosung beim ersten Grand-Slam-Wettbewerb der Saison erwischt. Es geht gegen Gabriel Diallo, die Nummer 41 im ATP-Ranking.
Der Kanadier ist mit einer Körpergröße von 2,03 Meter sogar noch fünf Zentimeter größer als der Hamburger und verfügt ebenfalls über einen starken Aufschlag.
"Sascha ist es immer gewöhnt, dass er herunterschaut auf seinen Gegner, jetzt muss er hochschauen. Das ist ein ungewohntes Bild. Etwas problematisch ist, dass beide noch nie gegeneinander gespielt haben. Denn: In der Regel ist der bessere Spieler im Vorteil, wenn man häufiger gegeneinander angetreten ist. Einfach deshalb, weil der Bessere seine Lektion lernt - und Zverev ist der klare bessere Mann", erklärt Boris Becker gegenüber Eurosport.de.
Die Tatsache, dass der Weltranglistendritte seinem Kontrahenten noch nie gegenüberstand, mache die Sache etwas "ungewisser", grundsätzlich aber seien die guten Resultate von Zverev beim Happy Slam in den vergangenen Jahren, darunter die Final-Teilnahme 2025, eine Hilfe. "Das macht schon was aus. Man hat so Turniere, da geht man rein und hat ein gutes Gefühl, weil man oft gut gespielt hat", so Becker, der die Australien Open 1991 und 1996 gewann.
Becker: "Sinner und Alcaraz lassen keinen Platz für einen Dritten"
Genau dieses Ziel verfolgt Zverev in den kommenden Wochen, es ist bereits sein 40. Anlauf, ein Grand-Slam-Event für sich zu entscheiden. Die Aussichten sind, vorsichtig formuliert, überschaubar - was weniger an der Leistung des 28-Jährigen liegt als vielmehr an der Situation an der absoluten Spitze.
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Carlos Alcaraz und Jannik Sinner - Favoriten bei den Australian Open 2026
Fotocredit: Eurosport
"Seit mindestens 18 Monaten", betont Becker, dominieren Jannik Sinner und Carlos Alcaraz die Szene fast nach Belieben. "Die beiden lassen momentan keinen Platz für einen Dritten", spielt der 58-Jährige auf den Fakt an, dass die vergangenen acht Major-Titel allesamt an das italienisch-spanische Duo gingen.
- Tipp: Verpasse keinen Moment der Australian Open, dem ersten Grand-Slam-Turnier der Saison - streame jedes Match live und auf Abruf auf HBO Max
Was das für die Konkurrenz bedeutet? "Die müssen halt besser spielen", bringt es Becker auf den Punkt. Das gilt für Zverev ebenso wie für die anderen Top-Ten-Profis. Nur komme beim Deutschen ein besonderer Aspekt hinzu, was die bislang erfolglose Jagd auf einen Grand-Slam-Titel anbelangt.
Becker erinnert an Zverev-Knackpunkt: "Da wäre ein Knoten geplatzt"
"Ich blicke zurück auf das verlorene US-Open-Endspiel 2020 gegen Dominic Thiem. Meiner Überzeugung nach hätte er jetzt schon drei, vier oder fünf Grand-Slam-Turniere gewonnen, wenn er das Match damals für sich entschieden hätte. Da wäre ein Knoten geplatzt", glaubt der Leimener, der insgesamt sechs Major-Titel holte.
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Alexander Zverev beim Training für die Australian Open
Fotocredit: Getty Images
Wichtig vor diesem Hintergrund: Becker setzte sich in seinen ersten beiden Grand-Slam-Finals (1985 und 1986 in Wimbledon) durch, entwickelte sofort den Habitus eines Champions. Zverev steht inzwischen bei drei verlorenen Endspielen (US Open 2020, French Open 2024, Australian Open 2025).
Rittner: Zverev muss "gefährlich" werden für Topspieler
Für den Olympiasieger von 2021 gehe es zum Auftakt am Sonntag "erstmal darum, dass er wieder zufrieden mit seinem Tennis ist und sich ins Turnier reinspielt", sagt Ex-Bundestrainerin Barbara Rittner im Gespräch mit Eurosport.de.
Konkret bedeute dies: "Zverev muss wieder seine Topform finden, hin zu seinem aggressiven Stil mit einem guten Aufschlag, der ihn auch für die Topspieler gefährlich macht." Die Mission Grand-Slam-Titel ist und bleibt eine Herkulesaufgabe für Zverev, auf verschiedenen Ebenen.
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Von Rückhand kalt erwischt: Zverev beim 1 Point Slam raus
Quelle: Eurosport
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