Australian Open 2026: Jannik Sinners Grenzerfahrung im Glutofen von Melbourne: Achtelfinal-Einzug dank Heat Rule

Jannik Sinner musste am Samstag in seinem Drittrundenmatch gegen Außenseiter Eliot Spizzirri (USA) an seine Grenzen gehen. Zwischenzeitlich sah es für den amtierenden Titelträger übel aus, Sinner schleppte sich im dritten Satz von Krämpfen geplagt über den Court. Am Ende trotzte der Südtiroler der Hitze und den damit verbundenen physischen Problemen - auch dank einer besonderen Regel.

Sinner übersteht Hitzeschlacht gegen Spizzirri | 3. Runde | Highlights

Quelle: Eurosport

Bei Boris Becker wurden Erinnerungen an die Achtelfinal-Begegnung zwischen Jannik Sinner und Holger Rune aus dem vergangenen Jahr wach.
Seinerzeit war Sinner ebenfalls auf dem metaphorischen Zahnfleisch gegangen, auch damals behielt er trotz aller Komplikationen - wie nun gegen Eliot Spizzirri (4:6, 6:3, 6:4, 6:4) in vier Sätzen die Oberhand.
"Vor einem Jahr gab es eine sehr ähnliche Situation gegen Holger Rune", erklärte Eurosport-Experte Becker in seiner Sendung "Matchball Becker". Der sechsmalige Grand-Slam-Gewinner ergänzte: "Ich weiß nicht, ob es bei Jannik ein physisches oder ein mentales Problem ist - weil er zu Beginn des dritten Satzes noch fit war."
Doch dann, beim Stand von 1:2 in besagtem dritten Satz streute Sinner die ersten ungewöhnlichen Dehnübungen ein, sein folgendes Aufschlagspiel gab er sichtlich angeschlagen aus der Hand - und drohte damit, mit 1:2 in Sätzen ins Hintertreffen zu geraten.

"Heat Rule" rettet Sinner

Doch dann griff die "Heat Rule", eine 2019 bei den Australian Open eingeführte Regel, die bei bestimmten meteorologischen Extremumständen Anwendung findet. Ausschlaggebend sind Temperatur, Luftfeuchtigkeit sowie Windgeschwindigkeit und Sonneneinstrahlung.
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Jannik Sinner bekommt körperliche Probleme in Runde drei der Australian Open

Fotocredit: Getty Images

Als die aus fünf Stufen bestehende Skala auf die gleichermaßen höchste wie kritischste sprang, informierte Schiedsrichter Fergus Murphy die beiden Spieler über eine hitzebedingte Unterbrechung, das Dach der Rod Laver Arena wurde geschlossen.
Ein Umstand, der Sinner in die Karten spielen sollte. "Ich hatte Glück heute. Als das Dach geschlossen wurde, hatte ich ein bisschen Zeit", gab Sinner im Nachgang auf der Pressekonferenz zu Protokoll: "Ich versuchte, mich locker zu machen. Ich habe auch ein wenig meine Spielweise geändert, das hat auf jeden Fall geholfen."
Und wie das half - nachdem Sinner nicht nur den sprichwörtlich wankenden Riesen gegeben und sich gefährlich nah an einer vorzeitigen Aufgabe bewegt hatte, wurde die Nummer zwei der Welt nach der Pause ihrer Favoritenrolle gerecht.

Sieg nach Krämpfen als gutes Omen?

Auch Eurosport-Expertin Barbara Rittner verwies in ihrer Analyse auf Sinners Kraftakt gegen Rune im Januar 2025. "An dem Tag war es auch unglaublich heiß. Auch damals hat man sich gefragt, ob er aufgeben muss", sagte Rittner. Sie schob nach: "Auch da hat er sich durchgekämpft - und dann ein unglaubliches Turnier gespielt bis zum Ende."
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Rittner analysiert Sinner-Drama: "Ich dachte, das war es!"

Quelle: Eurosport

Tatsächlich flog Sinner nach seinem Sieg über Rune in der Folge durch das Turnier - und bezwang sehr souverän Alexander Zverev im Finale. Könnte die abermalige Grenzerfahrung im Glutofen gegen Spizzirri also ein gutes Omen sein? Womöglich.
Aber: Die Wettervorhersage für Melbourne verheißt erst einmal keine Entspannung, am Dienstag drohen gar 44 Grad. Entsprechend elementar dürfte für Sinner vor seinem Achtelfinal-Aufeinandertreffen mit Landsmann Luciano Darderi eine angemessene Regeneration sein.
"Ich kenne meinen Körper jetzt ein bisschen besser. Ich hoffe, dass es langsam wieder weggeht", sagte Sinner. Verständlich, ein neuerliches Krampf-Gelage gegen Darderi würde mutmaßlich kein Happy End finden.
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Novak Djokovic - Botic van de Zandschulp | 3. Runde | Highlights

Quelle: Eurosport


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