Australian Open: Novak Djokovic weiß, wie es gegen Jannik Sinner und Carlos Alcaraz geht - vom Karriereende weit entfernt
Update 02/02/2026 um 18:27 GMT+1 Uhr
Die Vision des Novak Djokovic, selbst mit 38 Jahren um Grand-Slam-Titel zu kämpfen, ist seit den zurückliegenden Australian Open greifbarer denn je. Der epische Thriller im Halbfinale gegen Jannik Sinner sowie der Showdown im Endspiel gegen Carlos Alcaraz unterstrichen, wozu der Altmeister noch fähig ist. An ein Karriereende ist noch nicht zu denken, vielmehr fletscht der Serbe mit den Zähnen.
Weltklasse mit 38 - die Top 5 von Djokovic in Melbourne
Quelle: Eurosport
Es war nicht die übliche Gier nach Trophäen, die übliche Obsession mit dem Platz an der Sonne - sondern etwas viel Tiefgründigeres.
Am Sonntagmorgen wollte es Novak Djokovic sich selbst und vor allem der Welt beweisen, dass nicht einmal die Zeit Macht über ihn und seinen 38 Jahre alten Körper besitzt.
Und für einen Satz ging dieses Vorhaben sogar auf. Mit 6:2 ging der serbische Altmeister im Finale der Australian Open gegen den 16 Jahre jüngeren Carlos Alcaraz in Führung. Surreal, die Welt stand plötzlich Kopf.
Letzten Endes musste sich Djokovic geschlagen geben (6:2, 2:6, 3:6, 5:7) und seinen Traum vom 25. Grand-Slam-Titel begraben. Vorerst. In Melbourne unterstrich die lebende Legende nämlich, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehört und selbst Alcaraz sowie Jannik Sinner bis aufs Äußerste fordern kann. Die Vision des Djokovic - sie ist endlich greifbar.
Djokovic kennt selbst mit 38 kein Ende
"Mit seinem Spiel darf man sich nie zufriedengeben. Du musst dich weiterentwickeln", meinte Djokovic auf der anschließenden Pressekonferenz. "Sonst fällt man zurück, weil alle anderen einen oder mehrere Schritte nach vorne machen."
Niemand weiß das besser als der entthronte König selbst. So befand sich Djokovic einst selbst in der Position von Alcaraz und hatte damals mit Rafael Nadal und Roger Federer bereits etablierte Superhelden vor sich. Im Laufe der Zeit übertrumpfte er seine beiden Rivalen und mutierte selbst zur Ikone.
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Alcaraz kontert Djokovic-Meisterwerk - Top-5-Schläge des Turniers
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Die deutliche Niederlage im Wimbledon-Finale 2024 - sein bis Sonntag letztes Major-Endspiel - gegen Alcaraz (2:6, 2:6, 6:7) vermittelte den Eindruck, dass sich diese Ära ihrem Ende zuneigt.
Und tatsächlich: Mit Ausnahme der olympischen Goldmedaille, die im Best-of-Three-Satzmodus ausgespielt wurde, stand ihm im Kampf um die großen Titel zuletzt entweder sein Körper (Halbfinale Australian Open 2025) oder die übernächste Generation in Person von Alcaraz und Sinner im Weg.
Alcaraz und Sinner: Nur Djokovic weiß, wie es geht
"Ich muss ehrlich sein, ich hätte nicht gedacht, dass ich in meiner Karriere noch einmal hier dabei sein würde", sagte Djokovic, der in den vorangegangenen drei Grand-Slam-Halbfinals gegen Alcaraz und Sinner nur einen einzigen Satz geholt hatte.
Jene zurückliegende Negativserie hatte einen Abgesang auf Djokovic angestimmt. Spätestens seit dem epischen Fünf-Satz-Thriller gegen Sinner im Halbfinale der Australian Open (3:6, 6:3, 4:6, 6:4, 6:4) und dem heldenhaften Showdown im Endspiel ist damit aber Schluss.
"Ich glaube immer daran. Sonst würde ich nicht antreten", unterstrich er mit Blick auf seine beiden letztlich doch menschlichen Rivalen. "Für mich ist es eine unglaubliche Leistung nur ein paar Sätze vom Titel entfernt gewesen zu sein."
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Becker-Analyse: So hat Alcaraz das Finale gegen Djokovic gedreht
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Durch seine "Wiederauferstehung" in Australien stieg Djokovic zur Nummer drei der Welt auf und ist nun offiziell der erste Jäger von Alcaraz und Sinner.
Ehrlicherweise galt dies auch für den Zeitraum zuvor, denn nur Djokovic wusste, wie man den beiden beikommt: Die jeweils letzte Niederlage der blutjungen Himmelsstürmer bei einem Grand Slam, die sie sich nicht gegenseitig zugefügt haben, geht nämlich auf das Konto von Djokovic. Kein Alexander Zverev, kein Taylor Fritz, kein Daniil Medvedev - nur Djokovic.
Die Rolle des Underdogs gefällt Djokovic
An ein Karriereende ist bei einem solchen Niveau nicht zu denken. Vielmehr an einen neuen Zyklus.
"Einen der beiden habe ich geschlagen, also bin ich einen Schritt weiter gekommen als letztes Jahr", verlieh er seiner Vision Nachdruck. "Das ist sehr schön und ermutigend, mir reicht das aber nicht. Ich werde weiter Druck machen und schauen, ob ich noch eine Chance bekomme."
Selbst in seinem vergleichsweise hohen Alter steht die Entwicklung bei Djokovic nicht still. Das gilt auch für sein Selbstverständnis. Mittlerweile gilt er nämlich als Underdog - eine Rolle, in der er sich wohlfühlt.
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Alcaraz entzaubert Djokovic - die Top-5-Schläge im Finale
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"Ich habe meine Erwartungen in den letzten Jahren heruntergeschraubt, was mir auch ermöglicht, einen Teil dieses unnötigen zusätzlichen Stresses loszulassen", gab er einen Einblick. "Es fühlt sich auch ein bisschen gut an, nicht immer der absolute Topfavorit zu sein. Das gibt einem gerade in den letzten Runden eines Slams noch ein kleines Extra an Motivation."
Wie weit ihn letztere tragen wird, ist - wie sein Finaleinzug Down Under - freilich noch nicht abzusehen. "Man weiß nie, was der Tag und die Nacht bringen", philosophierte Djokovic.
Die Marschroute für die French Open (24. Mai bis 7. Juni live und on-demand bei HBO Max) verriet er aber bereits Stunden nach dem Finale von Melbourne. "Carlos und Jannik werden um die größten Titel kämpfen. Und wir Jüngeren - so wie ich - werden sie jagen", schloss er lachend ab.
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