Carlos Alcaraz hat ein absolutes Traumjahr hinter sich. Eine Saison, in der sich der 18-Jährige rasant weiterentwickelte und einen gewaltigen Sprung in der Weltrangliste von Rang 141 auf Position 32 machte. Dazu kam jüngst der Erfolg bei den Next Gen ATP Finals.
Beim letzten Highlight des Jahres, dem Davis Cup, konnte der talentierte Youngster das spanische Team, das bereits in der Vorrunde die Segel streichen musste, allerdings nicht wie geplant unterstützen.
Kurz vor Turnierstart wurde Alcaraz positiv auf COVID-19 getestet und isoliert. Laut eigenen Angaben gehe es ihm jedoch "sehr gut".
Davis Cup
Deutschland erstmals seit 14 Jahren im Halbfinale des Davis Cup
30/11/2021 AM 21:22
In der finalen Ausgabe von Players' Voice auf Eurosport.de im Jahr 2021 erklärt der junge Spanier, warum seine Ziele auch im kommenden Jahr dieselben bleiben werden: Als Spieler zu lernen und zu wachsen, um 2022 den nächsten Schritt zu machen und einen großen Titel auf der ATP Tour ins Visier zu nehmen.

Von Carlos Alcaraz

Hallo liebe Tennisfreunde,
hätte mir Anfang des Jahres jemand erzählt, dass meine Saison 2021 so ablaufen würde, hätte ich ihn oder sie für verrückt erklärt. Ich hätte es nicht geglaubt. Es war einfach unglaublich, ein Jahr voller neuer Erfahrungen. Angefangen mit dem Erreichen des Hauptfeldes bei den Australian Open bis zum Gewinn der Next Gen Finals. Ich hatte viele gute Momente, aber auch einige schlechte. Vor allem aber habe ich viel gelernt und mich weiterentwickelt.
Gegen Rafa in Madrid zu spielen, gegen Zverev in Acapulco, Medvedev in Wimbledon - für das alles bin ich sehr dankbar. Das waren tolle Matches und Herausforderungen gegen große Spieler, in denen du vielleicht nicht so gut spielst, wie du es dir erhofft hast, aber die einen weiterbringen. Nur aus diesem Grund bin ich heute erfahrener und nur deshalb konnte ich das Jahr so grandios abschließen.
Der Sieg bei den Next Gen Finals bedeutet mir sehr viel. Die Saison war unglaublich hart und herausfordernd, deshalb macht es mich umso glücklicher, dass ich es auch Mitte November noch so genossen habe, auf dem Platz zu stehen und dass ich körperlich auf diesem Level war.

Alcaraz: "Kann mit den Besten der Welt mithalten"

Das Wichtigste, was ich 2021 gelernt habe, ist jedoch die Fähigkeit, mich selbst zu kontrollieren. Ich weiß, was ich tun muss, wenn ich nervös bin und wie ich mit dieser Nervosität umzugehen habe.
Der Sieg gegen Stefanos Tsitsipas bei den US Open hat mir gezeigt, dass ich mit den Besten der Welt mithalten und sie sogar schlagen kann.

Alcaraz (l.) schlägt Tsitsipas in fünf Sätzen in der dritten Runde der US Open. Im Verlauf des Turniers erreicht der Spanier das erste Grand-Slam-Viertelfinale seiner Karriere.

Fotocredit: Getty Images

Das Achtelfinale gegen Hugo Gaston beim Masters in Paris war ein unglaublich hartes Match, das komplette Publikum war gegen mich. Aber ich weiß, dass ich auch solche Momente durchstehen muss, um beim nächsten Mal besser damit umgehen zu können.
Ich weiß jetzt, dass ich alles abseits des Courts ausblenden muss, wenn die Fans nicht auf meiner Seite sind. Der Schlüssel ist, sich vorzustellen, dass niemand auf den Rängen sitzt.

Djokovic, Federer, Nadal? Alcaraz will Alcaraz bleiben

Zu den Vergleichen mit den Big Three will ich Folgendes sagen: Nadal, Federer und Djokovic sind nicht nur Ausnahmeathleten, einige der Besten der Geschichte, sie sind auch tolle Menschen. Als Djokovic mich dafür adelte, was ich erreicht habe, war ich sprachlos. Ich habe ihm danach eine Nachricht geschickt und mich für die warmen Worte bedankt.
Vom Spielstil erinnere ich manche auch an Federer, weil ich auf dem Platz so dynamisch und aggressiv bin, ans Netz gehe und viele Stoppbälle spiele. Er ist variabel, hat immer die richtigen Waffen parat und ich denke, dass ich das auch kann.
Lesetipp: Davis-Cup-Märchen: Umstrittener Modus ist Deutschlands Glück
Nadal habe ich das erste Mal bei einer Siegerehrung auf der Rafa Nadal Tour (ein Junior-Tennis-Zirkus; Anm. d. Red.) getroffen. Damals habe ich mich kaum getraut, ein Wort mit ihm zu wechseln. Bei unserem ersten richtigen Gespräch habe ich jedoch gemerkt, was er für ein toller Kerl ist. Wenn man nicht wüsste, wer Rafa ist und was er erreicht hat, könnte man ihn auch für einen ganz normalen Typen halten. Das macht ihn aus: So nahbar, bescheiden und fröhlich.
Mein Trainer Juan Carlos Ferrero (frühere Nummer eins der Welt und French-Open-Champion 2003; Anm. d. Red.), der für mich fundamental wichtig ist, mag es nicht, wenn ich mit Rafa verglichen werde. Er will, dass ich mich auf mich fokussiere, auf Carlos Alcaraz, und nicht versuche, jemand anderes zu sein. Dieser Rat hat mir sehr geholfen.

Rafael Nadal (l.) und Carlos Alcaraz trafen in der zweiten Runde des Madrid Masters 2021 erstmals aufeinander

Fotocredit: Getty Images

Ich möchte auch 2022 als Spieler weiter wachsen und Erfahrungen sammeln. Aber mein jetziger Weltranglistenplatz erlaubt es mir, auch ambitionierteren Zielen nachzujagen. Mein Ziel ist es, das Jahr wieder unter den besten 50 zu beenden und dabei ein weiteres Turnier zu gewinnen. Ein Titel bei einem Masters- wäre natürlich fantastisch, aber vielleicht ist ein 500er-Turnier das realistischere Ziel.
Viele Grüße,
Euer Carlos
Folgt Carlos Alcaraz auf Instagram (@carlitosalcarazz) und Twitter (@alcarazcarlos03).

ALLE FOLGEN DER PLAYERS VOICE:

Tennis
Leben im Rampenlicht: Raducanu erhält Tipps von F1-Star Hamilton
29/11/2021 AM 15:41
Australian Open
Nadal - Medvedev live bei Eurosport im TV, Livestream und Liveticker
VOR EINER STUNDE