Carlos Alcaraz, Rafael Nadal oder Novak Djokovic? Mats Wilander nennt seine Nummer eins der Welt

Carlos Alcaraz bekam am Rande des ATP Masters von Paris die Trophäe für Weltranglistenplatz eins am Saisonende überreicht. Der 19-Jährige hielt im ATP-Ranking unter anderem Rafael Nadal und Novak Djokovic auf Distanz - den Serben vor allem aufgrund der besonderen Umstände in diesem Jahr. Mats Wilander erklärt exklusiv bei Eurosport, warum Alcaraz trotzdem die verdiente Nummer eins der Welt ist.

'It is a worry' - Alcaraz does have a 'weakness', according to Wilander

Quelle: Eurosport

"Carlos wurde die Nummer eins, weil er für Spektakel sorgte und mit dem Druck umgehen konnte, den er sich selbst auferlegt hatte. Dazu gewann er die US Open, die er auch gewinnen musste, um Weltranglistenerster zu werden", lässt Tennis-Legende Mats Wilander bei Eurosport die Saison von Alcaraz revue passieren.
Nach seinem Triumph bei den US Open 2022 eroberte der Spanier als jüngster Spieler der Geschichte die Spitze in der Weltrangliste.
Rafael Nadal und Novak Djokovic kamen im abschließenden Ranking "nur" auf die Plätze zwei und fünf. Beim Serben lag das vor allem an zwei speziellen Faktoren.
Zunächst wurde Djokovic am Anfang des Jahres aufgrund einer fehlenden Corona-Impfung die Einreise nach Down Under und damit die Teilnahme an der Australian Open verwehrt.
Dazu flossen die Punkte seines Wimbledon-Sieges nicht in die Weltrangliste ein, da die ATP nach dem Ausschluss der russischen und belarussischen Athleten und Athletinnen die Punktevergabe aussetzte.
Wilander ist sich sicher, dass Djokovic ohne diese Besonderheiten an der Spitze thronen würde: "Ja, die Umstände haben ihm den ersten Platz in der Weltrangliste gestohlen", betont der Schwede, der inzwischen als TV-Experte bei Eurosport arbeitet.

Wilander stellt Bedeutung der Weltrangliste infrage

Gleichzeitig stellt der siebenmalige Grand-Slam-Turniersieger die Bedeutung der Weltrangliste am Ende des Jahres infrage. "Ich denke, wir müssen wieder anfangen zu überlegen, warum es wichtig sein muss, am Ende des Jahres die Nummer eins der Welt zu sein", so der 58-Jährige.
"Novak war 2022 für einige Monate die Nummer eins der Welt und Rafa war 2022 für einige weitere Monate der Weltranglistenerste. Dazu war Alcaraz aus anderen Gründen an der Spitze", stört sich Wilander an der Methode, den Weltranglistenersten zum Saisonende derart herauszuheben - zumal jeder der drei Profis unterschiedliche Qualitäten und Stärken habe.

Wilander: Gönnen wir es Alcaraz

"Nadal beispielsweise dominiert in der Sandplatz-Saison und übernimmt zu diesem Zeitpunkt meist die Weltrangliste. Djokovic kann dagegen bei Hartplatz-Turnieren mehr überzeugen und nimmt infolge dessen die Spitzenposition in dieser Zeit ein. Mit Alcaraz kommt nun ein neuer Spieler hinzu, der bei den US Open sein Potenzial voll ausschöpfen und damit am Ende des Jahres an der Spitze stehen konnte", erläutert Wilander.
Letztlich sei die aktuelle Situation im Ranking aber gerechtfertigt. "Hätte es Novak oder Rafa sein sollen? Wir wissen es nicht. Gönnen wir es Carlitos. Ich denke, dass er es verdient hat, an der Spitze zu stehen", sagt Wilander.
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Quelle: Eurosport

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