Daniil Medvedev und Stefanos Tsitsipas auf Talfahrt: Was von der "Next Generation" übrig blieb

Vor wenigen Jahren galten Daniil Medvedev und Stefanos Tsitsipas als Teil einer goldenen Zukunft, mittlerweile befinden sich die beiden auf Abwegen. Während Medvedev aufgrund einer zweijährigen Titelflaute und regelmäßigen Blamagen vor einem enttäuschenden Novum in seiner Karriere steht, steht sich Tsitsipas auch abseits des Courts im Weg. Immerhin haben beide den Ernst der Lage verstanden.

Nächste Pleite: Medvedev unterliegt Nummer 196 der Welt

Quelle: Eurosport

November 2021. Die Ära der Big Three neigt sich dem Ende, die nächste Generation steht in den Startlöchern.
"Aktuell gibt es nur einen einzigen Großen: Novak Djokovic. Er ist immer noch der Beste auf der Welt", ließ Stefanos Tsitsipas damals im Interview mit der "Sport Bild" verlauten, ehe er selbstbewusst prognostizierte: "Aber Daniil Medvedev, Alexander Zverev und ich kommen gleich dahinter. Wir können die nächsten Big Three werden."
Vier Jahre später: Von den drei vermeintlichen Überfliegern hielt sich einzig Zverev in der Spitze, auf den Rängen vor dem deutschen Weltranglistendritten strahlen aber Carlos Alcaraz und Jannik Sinner. Einen Grand-Slam-Titel hat seither keiner der drei gewonnen.
Vor allem Tsitsipas und Medvedev erlebten einen beispiellosen Abstieg, der - so viel wurde in den vergangenen Wochen klar - noch kein Ende gefunden hat.

Titelflaute und Blamagen: Medvedev droht Novum

Der letzte Sonntag hielt für Medvedev einen Tiefpunkt bereit, der nur allzu gut in die laufende Saison passt.
Beim ATP-250-Turnier von Hangzhou scheiterte der Russe im Viertelfinale am chinesischen Lokalmatador Yibing Wu, Nummer 196 der Welt, trotz zwischenzeitlicher Satzführung (7:5, 6:7, 4:6).
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Nächste Pleite: Medvedev unterliegt Nummer 196 der Welt

Quelle: Eurosport

Damit setzte sich die Durststrecke des 29-Jährigen fort: Seit Mai 2023 wartet der damalige Masters-Champion von Rom auf einen Titel. Trotz der Titelflaute hielt sich Medvedev weiterhin konstant in den Top 5 der Welt - bis zum diesjährigen Absturz.
Einzig bei den Australian Open schaffte er den Sprung in Runde zwei, die French Open, Wimbledon und die US Open endeten jeweils mit einer Schlappe zum Auftakt. Seine Psychospielchen, die ihm früher häufig zum Erfolg verhalfen, verkamen dabei immer mehr zu schockierenden Ausrastern.
In der Weltrangliste wurde Medvedev bis auf Platz 18 durchgereicht, wodurch ihm zum Jahresende sogar ein Novum in seiner Karriere droht.
Seit seiner erstmaligen Teilnahme im Jahr 2019 war er bei den ATP Finals stets vertreten, nun droht er sie zu verpassen. Im "Race to Turin" liegt Medvedev nur auf Platz 22, mit 1820 Punkten auf dem Konto sind seine Chancen auf eine Qualifikation mittlerweile verschwindend gering.

Medvedev schöpft Hoffnung

Immerhin hat Medvedev Maßnahmen eingeleitet. Ende August hatte sich Medvedev von seinem langjährigen Trainer Gilles Cervara getrennt, künftig arbeitet er mit Thomas Johansson und Rohan Goetzke zusammen.
"Ich liebe die Art und Weise, wie sie arbeiten", erklärte er auf einer Pressekonferenz in Hangzhou. Im Training habe er "mein bestes Tennis in diesem Jahr gespielt, vielleicht sogar mein bestes Tennis überhaupt".
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Daniil Medvedev schöpft mit seinem neuen Trainerteam Hoffnung

Fotocredit: Getty Images

Ein Hoffnungsschimmer für Medvedev, der diese Leistung nun auch in den Wettkampf mitnehmen will - bestenfalls bereits beim am Donnerstag startenden Turnier in Peking.
"Wenn mir das gelingt, kann ich Turniere gewinnen", so der Russe, "oder einfach wieder gutes Tennis zeigen - das ist für mich das Wichtigste."

Tsitsipas: Einfach unverbesserlich?

Von einem solchen hoffnungsvollen Neustart ist Tsitsipas hingegen (noch?) weit entfernt. Der Grieche, der Medvedev und sich selbst vor vier Jahren noch als Erben von Rafael Nadal, Novak Djokovic und Roger Federer bezeichnet hatte, durchschreitet ein noch viel tieferes Tal.
Seit seinem Einzug ins Finale der Australian Open 2023 ist seit Tsitsipas der Wurm drin. Zweimal schaffte er es noch ins Viertelfinale eines Majors, seit Wimbledon 2024 ging es höchstens noch in Runde zwei.
Immerhin staubte er beim Masters von Monte-Carlo 2024 und dem diesjährigen ATP-500-Turnier in Dubai den Titel ab - das waren aber auch die einzigen Höhepunkte.
Nach einem zwischenzeitlichen Vorstoß auf Platz acht der Weltrangliste im vergangenen April folgte für ihn eine Pleite nach der anderen und damit der Absturz auf den 27. Rang. Im "Race to Turin" ist der Champion von 2019 ebenso abgeschlagen (25./1425) wie Medvedev.
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Highlights: Nächste frühe Pleite - Tsitsipas' Talfahrt geht weiter

Quelle: Eurosport

Für Aufsehen sorgte Tsitsipas vor allem abseits des Courts: Mal war der 27-Jährige mit Paula Badosa zusammen, dann wieder nicht. Die Trennung von seinem Vater lieferte ebenso Schlagzeilen. Aber vor allem das krachende Scheitern der Zusammenarbeit mit Trainer-Legende Goran Ivanisevic rückte ihn in ein unrühmliches Licht.
"Er sagt, er will, aber er tut nichts. Es heißt immer 'Ich will, ich will', aber ich sehe keine Fortschritte", kritisierte Ivanisevic seinen Schützling wenige Tage nach dessen Wimbledon-Aus in Runde eins. "Wenn er bestimmte Probleme abseits des Platzes löst, hat er die Chance, dorthin zurückzukehren, wo er hingehört. Denn er ist zu gut, um nicht zu den Top Ten zu gehören."
Seit der Kooperation mit Ivanisevic, die nur eine Rasen-Saison lang hielt, arbeitet Tsitsipas wieder mit seinem Vater zusammen.

Fokus auf und neben dem Platz

Den Ernst der Lage hat der Grieche aber offenbar verstanden, sowohl auf als auch neben dem Platz will er die Wende schaffen. Unter anderem schränkte er seine Präsenz in den Sozialen Medien radikal ein. Damit ist es aber noch lange nicht getan.
"Es gibt viele Dinge, die angepasst werden müssen", meinte er auf einer Pressekonferenz in Cincinnati im August: "Es gibt bestimmte Gewohnheiten, die man sich während seiner Karriere auf der Tour aneignet, ohne sich dessen bewusst zu sein." Was genau er damit meinte, verriet er aber nicht.
Allzu viel Zeit bleibt ohnehin nicht, immerhin gilt es einen weiteren Tiefpunkt zu verhindern. Sollte Tsitsipas in diesem Jahr nicht mehr die Kurve kriegen, könnte er aus den Top 32 rutschen - und würde damit nicht mehr zu den gesetzten Spielern bei einem Grand-Slam-Turnier zählen.
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Der Matchball: Fritz sichert Weltauswahl Laver-Cup-Triumph

Quelle: Eurosport


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