Die Zahlen erschlagen einen.
270 Turniere haben Novak Djokovic, Rafael Nadal und Roger Federer in den vergangenen 19 Jahren gewonnen, darunter 57 Grand-Slam-Trophäen.
Mehr als 14 Titel haben die als Big 3 bekannten Superstars im Durchschnitt pro Saison abgeräumt.
ATP Masters Paris
Zehnter Sieg in Folge: Zverev gewinnt Nervenschlacht
05/11/2020 AM 21:30
In dieser Saison, die aufgrund der Corona-Pandemie von Turnierverschiebungen und -absagen mächtig durcheinandergewirbelt wurde, kommt der bislang eifrigste Titelsammler überraschenderweise nicht aus dem Kreis der drei Ausnahmespieler.
Andrey Rublev gebührt aktuell diese Ehre. Der Russe triumphierte in Doha, Adelaide, Hamburg, St. Petersburg und Wien. Bemerkenswert: Rublev gewann jedes seiner fünf Finals, das er in diesem Jahr gespielt hat.
Djokovic steht bei vier Titeln in dieser Saison, Nadal bei deren zwei, Federer spielte in dieser Saison nur die Australian Open und erreichte dabei das Halbfinale.

Diese Schwächen hat Rublev abgestellt

Seit 19. Oktober darf sich Rublev erstmals in seiner Laufbahn Top-Ten-Spieler nennen. Ein Meilenstein. Einer, den sich der Weltranglistenachte zusammen mit Coach Fernando Vicente und seiner Entourage hart erarbeitet hat.
"Das Besondere an Rublevs Spiel ist die Gewalt seiner Schläge, besonders mit der Vorhand", erläutert Patrick Mouratoglou, Trainer von Serena Williams und TV-Experte bei Eurosport, bei "tennismajors.com".
Neben einigen Verletzungen bremsten Rublev vor allem Schwachstellen im eigenen Spiel aus. Während der 23-Jährige mit der Vorhand brillierte, fehlte ihm auf der Rückhand die nötige Klasse.
"Meiner Ansicht nach hatte Andrey in der Vergangenheit zwei Schwächen. "Zum einen seine Beweglichkeit, zum anderen die Tatsache, dass er den Ball zwar sehr hart traf, aber zu viel verschlug." Dies habe sich insbesondere auf der Rückhand gezeigt.

Rublev schlägt Coric: Die Highlights vom Final-Duell

Zusammen mit Coach Vicente hat Rublev hart an seinen Problemen gearbeitet. Mit Erfolg.
"Seine Bewegungen sind viel besser als zuvor, er verschlägt die Rückhand kaum noch und hat sich ein sehr solides Spiel aufgebaut", lobt Mouratoglou.
Im Rahmen des ATP-Wettbewerbs von Wien gab Rublev Einblicke in seine Taktik. "Wenn ich gegen einen guten Grundlinienspieler spiele, dann versuche ich natürlich Druck zu machen. Ich versuche generell immer, der aktivere Spieler zu sein." Dieses Vorhaben setzte er in dieser Saison hervorragend um.

Rublev schlägt Tsitsipas, Thiem und Goffin

Mit Siegen gegen Stefanos Tsitsipas (Hamburg), Félix Auger-Aliassime (Adelaide), David Goffin (Australian Open), Matteo Berrettini (US Open), Denis Shapovalov (St. Petersburg) oder Dominic Thiem (Wien) untermauerte Rublev seine Ambitionen, im Konzert der Großen mitzuspielen.
Bei den ATP Finals in London etwa, für die er sich mit dem Titel von Wien qualifizierte. Djokovic, Nadal oder Thiem werden keineswegs den Fehler begehen, den Russen jetzt noch zu unterschätzen, der auf bestem Wege ist, einer von ihnen zu werden.
Oder wie Rublev es selbst ausdrückt: "Ich möchte einfach mein Limit erreichen."
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