Erneute Kritik an Alexander Zverev - Mentalcoach rät zum Umdenken: "Wirkt nicht reflektiert, sondern kindlich"
Publiziert 13/06/2025 um 12:18 GMT+2 Uhr
Der Traum vom ersten Grand-Slam-Titel bleibt bei Alexander Zverev vorerst weiter unerfüllt. Nach seinem Viertelfinal-Aus bei den French Open musste sich der 28-Jährige Kritik anhöre, unter anderem von Eurosport-Experte Boris Becker. Tennis- und Mentaltrainer Markus Hornig, der auch die DFB-Frauen coacht, legte Zverev nun nahe, sich ebenfalls in diesem Bereich Unterstützung zu suchen.
Becker-Fazit: "Zverev wird sich Gedanken machen müssen"
Quelle: Eurosport
"Zverev bringt spielerisch alles mit, um ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen. Und er ist ein Trainingstier - allerdings vergisst er dabei, sein wichtigstes Körperteil zu trainieren - den Kopf", erklärte Hornig der "Sport Bild".
Die Niederlage des Deutschen gegen Novak Djokovic in Roland-Garros sei das beste Beispiel dafür, welchen Einfluss Mentalarbeit bei Sportlern habe. "Djokovic kassiert ein Break und verliert den ersten Satz, bleibt aber ruhig und beginnt das Match aufs Neue. Zverev dagegen kassiert im zweiten Satz ein Break und erholt sich davon nicht mehr", sagte der 60-Jährige.
Der Hamburger wirke dann "resigniert, verfällt in einen Erstarrungsmodus und ergibt sich in seine Hilflosigkeit und Ohnmacht. Genau das ist der Unterschied zu den wirklich großen Champions. Die gewinnen die großen Matches vor allem im Kopf."
Der Rekord-Grand-Slam-Sieger aus Serbien habe dagegen "sein Gehirn trainiert, auf Negativität und Ärger angemessen zu reagieren. Auch in schwierigen Situationen ist er stets in der Lage, seine Gedanken zu kontrollieren, anstatt, wie augenscheinlich bei Zverev, von seinen Gedanken kontrolliert zu werden."
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Mentalcoach über Zverev: "zu wenig konstruktive Selbstkritik"
Deutschlands Topspieler, dem die Kritik von Boris Becker und Barbara Rittner missfiel, unterschätze dagegen "die Wirkung des mentalen Trainings und verzichtet darauf. Dabei täte es ihm gut, seinen Horizont zu erweitern."
Auch dass es bisher noch mit keinem außenstehenden Trainer wie Ferrero, Lendl oder Bruguera geklappt hat, gibt Hornig zu denken: "Alle sind frustriert von dannen gezogen. Zverev scheint in gewisser Weise beratungsresistent zu sein."
Der Weltranglistendritte zeige zudem aus Sicht des Mentalcoaches, der auch mit Daniel Altmaier zusammenarbeitete, "zu wenig konstruktive Selbstkritik. Auch nach dem verlorenen Australian-Open-Finale nur zu sagen, der andere war besser, hilft nicht weiter. Das wirkt nicht reflektiert, sondern eher kindlich."
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Quelle: SNTV
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