French Open: Novak Djokovic lässt gegen Alexander Zverev die Zeit stillstehen - Serbe fasziniert auch mit 38 Jahren
Update 05/06/2025 um 20:01 GMT+2 Uhr
Novak Djokovic hat das Viertelfinale der French Open gegen Alexander Zverev souverän für sich entschieden. Am Mittwochabend überwand der Rekord-Grand-Slam-Sieger den Alterstunterschied von zehn Jahren zu seinem Herausforderer und ließ die Zeit auf dem Court Philippe-Chatrier dank seiner Variabilität und Spielintelligenz stillstehen. Im Halbfinale wartet mit Jannik Sinner nun ein anderes Kaliber.
Top 5: Djokovic mit der Ruhe eines Altmeisters
Quelle: Eurosport
Lange überlegen musste Novak Djokovic nicht.
"Vielleicht mal gegen Rafa", antwortete der serbische Superstar auf der Pressekonferenz auf die Frage, ob er sich denn daran erinnern könne, so viele Stoppbälle in einem einzigen Match gespielt zu haben.
Kurz zuvor hatte Djokovic im Viertelfinale der French Open den Hamburger Alexander Zverev aus dem Weg geräumt (4:6, 6:3, 6:2, 6:4) und war zum 51. Mal in seiner Karriere in das Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers eingezogen. An der Geheimwaffe, die eigentlich keine war, biss sich die deutsche Nummer eins dabei regelrecht die Zähne aus.
"Ich wollte das Spiel einfach variieren", fasste Djokovic seine Strategie gegen Zverev zusammen. Und brachte damit seinen Vintage-Aufschwung perfekt auf den Punkt.
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Variabel, flexibel - Djokovic!
"Ich habe nicht vor, mein Spiel komplett zu verändern. Ich meine, ich werde nicht wie Giovanni Mpetshi Perricard sein, der zwei erste Aufschläge schlägt und dann ans Netz stürmt", meinte er Anfang des Jahres vor dem Turnier-Auftakt in Brisbane.
Etwa fünf Monate später mag er die Aggressivität des jungen Franzosen gegen Zverev zwar nicht auf den Platz gebracht haben, eine ähnliche Spritzigkeit und Vitalität legte er dennoch an den Tag.
Nach 3:14 Stunden und bereits drei vergebenen Matchbällen machte er sich nämlich nach seinem Aufschlag direkt auf den Weg zum Netz und konterte den Zverev-Return mit einem feinen Stoppball ins rechte Eck. Mit Blick auf seine Karriere kein außergewöhnlicher Schlag, am Mittwochabend jedoch der große Knackpunkt.
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Djokovic nach Zverev-Sieg: "Kann's immer noch auf höchstem Level!"
Quelle: Eurosport
35 Drop Shots, 24 Lob Shots - Djokovic jagte Zverev über den Court, von der Grundlinie ans Netz und wieder zurück. Dahinter steckte die Flexibilität eines Altmeisters, der seine Schwächen selbst mitten im Spiel auszumerzen weiß. In diesem Fall mit simpelsten Mitteln.
"An einem Punkt hatte ich das Gefühl, ich komme nicht durch, also habe ich versucht, ihn ans Netz zu locken - mit Stopps und Serve-and-Volley", erläuterte Djokovic. "Ich musste etwas riskieren."
Djokovic: Aus dem Rotwein wird eine Stradivari
Die Vergleiche mit dem edlen Rotwein, der von Jahr zu Jahr besser wird, sind mittlerweile ausgeleiert. Der Triumph von Djokovic auf dem Court Philippe-Chatrier glich vielmehr einer Stradivari, die mit jeder Note ihre jahrzehntelange Reife offenbart.
"Ich mache den Job jetzt seit 30 Jahren, 20 davon schaue ich dieser Legende zu, wie Novak immer wieder sein Ding durchzieht", schwärmte Eurosport-Experte John McEnroe über den 24-maligen Grand-Slam-Champion. "Es fasziniert, aber überrascht mich nicht, dass er immer noch auf diesem Niveau spielen kann."
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McEnroe über Phänomen Djokovic: "Überrascht nicht, begeistert mich!"
Quelle: Eurosport
Die Spielintelligenz des Serben begeisterte auch Eurosport-Experte Mats Wilander. "Das Können, das Novak mitbringt, den IQ, den er in seinen Schlägen zeigt - alles ohne eine einzige Schwäche", so der dreimalige French-Open-Sieger. "Wir sollten wirklich aufhören zu sagen, dass Novak 38 Jahre alt ist, denn so sieht er einfach nicht aus. Es ist unglaublich."
Während Djokovic die zehn Jahre Altersunterschied mit cleveren Zügen verpuffen ließ, scheiterte Zverev an seiner nicht vorhandenen Flexibilität. Ein Matchplan, keine Varianz - eine klare Niederlage.
Sinner und Alcaraz eine andere Kategorie als Zverev
"Djokovic spürt, dass er im Kopf des Gegners drin ist. Er riecht förmlich, dass jetzt die Chance da ist, das Match für sich zu entscheiden", merkte Eurosport-Experte Boris Becker diesen Umstand bereits vor dem entscheidenden vierten Satz an. "Was Djokovic macht, ist taktische Master Class. Was er aus sich herausholt, ist unglaublich."
Im Viertelfinale hat Djokovic die Zeit zurückgedreht, im Kampf um das Finale - und um den Coupe des Mousquetaires - erwarten den dreimaligen French-Open-Sieger aber ganz andere Kaliber.
"Mit fortschreitender Zeit wird sogar er denken, dass es härter wird. Aber ich habe News für ihn: Es wird viel, viel härter", warnte McEnroe ihn vor. "Jannik Sinner spielt unglaubliches Tennis, Carlos Alcaraz elektrisiert. Novak muss noch einen drauflegen und noch besser spielen, um dieses Turnier zu gewinnen."
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Satzball reißt Publikum von den Sitzen! Djokovic gleicht aus
Quelle: Eurosport
McEnroe zu Djokovic vs. Sinner: "Je länger es geht ..."
Am Freitag kommt es auf dem Court Philippe-Chatrier zum Showdown mit Sinner, dem italienischen Weltranglistenersten steht Djokovic zum neunten Mal gegenüber. Vier der letzten fünf Duelle entschied übrigens Sinner für sich.
"Novak braucht einen starken Aufschlag und muss das Publikum für sich nutzen", führte McEnroe aus. "Er wird als Underdog ins Spiel gehen, sie werden hinter ihm stehen."
Abschreiben, das hat sein Auftritt gegen Zverev gezeigt, darf man Djokovic nicht. Mental dürfte er seinem 15 Jahre jüngeren Herausforderer laut McEnroe ein Stück voraus sein. "Novak wird ihn einem Härtetest unterziehen. Sinner hat noch keinen Satz verloren, also nicht viel Tennis gespielt", so McEnroe. "Je länger es geht, desto mehr rücken auch Sinners Fitness und Nervenstärke in den Fokus."
Die Zuschauer im altehrwürdigen Stade Roland-Garros erwartet jedenfalls ein Feuerwerk. Und wer weiß - vielleicht sogar eine weitere Sonate auf der Djokovic-Stradivari.
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Zuschauer stören Zverev-Match gegen Djokovic
Quelle: Eurosport
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