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"Hört doch auf..." Star-Coach gießt im French-Open-Streit Öl ins Feuer

"Hört doch auf..." Star-Coach gießt im French-Open-Streit Öl ins Feuer

24/03/2020 um 09:58Aktualisiert 24/03/2020 um 12:30

Die Verlegung der French Open in den September infolge der Corona-Pandemie ist das beherrschende Thema in der Tennis-Szene. Von fast allen Seiten prasselt herbe Kritik auf die Fédération Française de Tennis (FFT) ein, die am 17. März überraschend verkündet hat, das Grand-Slam-Turnier vom 20. September bis 4. Oktober austragen zu wollen. Nun haben die Veranstalter unerwartet Schützenhilfe bekommen.

Heinz Günthardt hat sich im Tennis vor allem als Trainer von Steffi Graf und Ana Ivanovic einen Namen gemacht. Der Schweizer Star-Coach gilt als meinungsstark, arbeitete unter anderem für Eurosport als TV-Experte.

"Hört doch auf mit diesem gespielten: 'Ach Gott, das ist unglaublich, was die gemacht haben!' Die Spieler verdienen unter anderem so viel Geld dank Paris. Das ist ein Eckpfeiler des Tennissports."

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Günthardt sieht das freilich anders. "Du wirst leider nie alle an einen Tisch bringen und eine Einigkeit erzielen", so der Teamchef der Schweizer Fed-Cup-Mannschaft. Terminlich habe es ohnehin "nicht viele Alternativen" gegeben.

Allerdings: Auch der neue Termin ab 20. September war eigentlich schon mit dem Laver Cup besetzt, der offiziell zur ATP Tour gehört. Der von Roger Federers Managementfirma TEAM8 mitorganisierte Mannschafts-Wettbewerb wird seit 2017 ausgetragen und hat sich seitdem zum Publikumsmagnet entwickelt.

"Wenn du Paris bist, wirst du zu Herrn Godsick sagen: 'Schauen Sie, wir ziehen dahin um. Und Herr Godsick wird sagen: Das geht nicht, das ist unsere Woche. Und als Paris sagst du dann: Danke, dass wir miteinander gesprochen haben.'"

Tony Godsick ist als Manager von Federer und Strippenzieher hinter den Kulissen für den Laver Cup verantwortlich.

"Es spielt doch keiner Laver Cup, wenn die French Open laufen"

In diesem Jahr, glaubt Günthardt, wird er sich damit anfreunden müssen, das Turnier nicht zum gewohnten Zeitpunkt austragen zu können. "Es spielt doch keiner Laver Cup, wenn die French Open laufen."

Andrey Rublev

Andrey RublevEurosport

Für die kritischen Geister aus dem Spielerkreis hat Günthardt derweil eine klare Botschaft:

"Leute, die sich über diesen Datumswechsel der French Open entrüsten, wie der Kanadier Vasek Pospisil, sollten dies besser für sich behalten."

Den Gefallen werden Pospisil und Co. den French Open allerdings kaum tun, weshalb sich der Tennis-Zirkus in den kommenden Wochen auf heftige Debatten einstellen kann...

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