French Open: Thiem nur mit viel Mühe im Viertelfinale
Dominic Thiem hat mit viel Mühe das Viertelfinale der French Open 2020 erreicht. Der Finalist von 2018 und 2019 und frischgebackene US-Open-Sieger verspielte gegen den französischen Wildcard-Inhaber Hugo Gaston eine 2:0-Führung, siegte am Ende aber 6:4, 6:4, 5:7, 3:6, 6:3. Der 20 Jahre alte Gaston, nur die 239 der Welt, hatte vor Roland-Garros noch kein einziges Spiel auf der ATP-Tour gewonnen.
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Nach 3:32 Stunden verwandelte Dominic Thiem (Österreich/Nr. 3) gegen Hugo Gaston seinen zweiten Matchball.
Der Franzose, der in der 3. Runde den 2015er Sieger Stan Wawrinka in fünf Sätzen bezwungen hatte, spielte insgesamt 55 Stoppbälle und entnervte damit den US-Open-Sieger.
"Großes Kompliment an den Franzosen", sagte Eurosport-Experte Boris Becker: "Er hat sich seine Wildcard wirklich verdient."
Auf dem Court Philippe-Chatrier gab es immer wieder Sprechchöre von den wegen der Coronamaßnahmen nur spärlich besetzten Rängen. "Es war ein Wahnsinnsmatch von uns beiden", sagte Thiem: "Er hat große Kämpferqualitäten gezeigt. Ich habe schon lange keinen Spieler mehr mit so einem Touch gesehen. Seine Stoppbälle sind außerirdisch."
Dominic Thiem hat viel Mühe
"Wenn er so weitermacht, wird er ein großer Spieler", adelte Thiem den 20 Jahre alten Gaston, "dann wird er diesem Stadion große Freude machen."
Die wenigen Zuschauer auf dem Chatrier reichten, um beim Fünf-Satz-Thriller phasenweise eine packende Atmosphäre aufkommen zu lassen.
Thiem hatte gegen einen Spieler der heranwachsenden Generation viel mehr Mühe, als ihm lieb war.
Gegen Gaston sah der Österreicher zweieinhalb Sätze wie der sichere Sieger aus, ließ sich nach dem 4:4 im dritten Satz aber vom Franzosen den Schneid abkaufen. "Da habe ich eine easy Vorhand verschlagen", erinnerte sich Thiem beim Siegerinterview zurück: "Danach hat sich das Spiel etwas verändert."
Thiem: "Irgendwo noch ein bisschen Energie gefunden"
Gaston spielte Stopp um Stopp, beinahe alle mit Erfolg, Thiem schien gegen diese Waffe machtlos. "Ich habe Energie verloren", gab der 27 Jahre alte Österreicher zu: "Er hat plötzlich unglaublich gespielt und ich habe keine Antwort auf seine Stoppbälle gefunden."
In der entscheidenden Phase des fünften Satzes spielte der Österreicher dann wieder seine Klasse aus. "Irgendwo habe ich noch ein bisschen Energie gefunden. Es war ein großer Fight bis zum Schluss und ich bin froh, dass ich gewonnen habe", meinte der US-Open-Sieger über das 6:4, 6:4, 5:7, 3:6, 6:3.
Im Viertelfinale trifft Thiem nun auf den wiedererstarkten Diego Schwartzman (Argentinien/Nr. 12), der Lorenzo Sonego (Italien) mit 6:1, 6:3, 6:4 keine Chance ließ.
Thiem: Königsweg zum Turniersieg?
"Ich muss mich jetzt gut erholen, hinter mir liegen harte Wochen", sagte Thiem: "Das waren heute harte dreieinhalb Stunden mit vielen Sprints, vielen Läufen."
Mit Blick aufs Viertelfinale sagte er: "Gegen Diego wird es viele lange Ballwechsel geben. Ich denke, er mag die Bedingungen hier - es ist ein bisschen langsamer, der Ball springt nicht so hoch. Ich freue mich drauf, aber es wird sehr schwer."
Sollte Thiem den Argentinier besiegen, führt sein Weg zum Titel wahrscheinlich nur über French-Open-König Rafael Nadal (Halbfinale), gegen den er die Endspiele 2018 und 2019 in Paris verlor, und den Weltranglistenersten Novak Djokovic (Finale).
Nadal (6:1, 6:1, 6:2 gegen Qualifikant Sebastian Korda) ist in Roland-Garros 2020 noch ohne Satzverlust. Beendet ist das Turnier dagegen für US-Open-Finalist Alexander Zverev, der erkältet gegen Jannik Sinner den Kürzeren zog.
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(mit SID)
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