French Open: Nadal schaltet vor Finale in den Monster-Modus

Rafael Nadal zeigt bei den French Open weiter keine großen Schwächen, aller Unkenrufe vor Turnierbeginn zum Trotz. Wenn der zwölfmalige Champion dann doch einmal etwas nachlässt, ist die Reaktion umso gnadenloser, wie Diego Schwartzman im Halbfinale schmerzhaft erfahren musste. Nun steht nur noch Novak Djokovic zwischen Nadal und der Coupe des Mousquetaires.

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Das Wetter ist zu kalt, die Bälle sind zu langsam und springen zu niedrig ab, der Spin entwickelt sich nicht wie gewohnt, die Pause war zu lang, die Generalprobe in Rom ging schief - was wurde dieser Rafael Nadal vor Beginn der French Open nicht schwach geredet.
Zugegeben: Er selbst hatte die Zweifel geschürt und im Vorfeld des Sandplatz-Klassikers von den "aus vielen Gründen schwierigsten Bedingungen für mich in Roland Garros" gesprochen.
Die "langsamen Bälle" und der "schwere, kalte Boden" bereiteten dem 34-Jährigen offenbar Sorgen.
Oder waren die Aussagen ein Bluff?
Nachdem das Turnier nun 13 Tage alt ist, muss man die Frage fast bejahen.
Nadal preschte mit sechs Dreisatzerfolgen ins Finale, erst im Viertelfinale musste der Titelverteidiger gegen Jannik Sinner in einen Tiebreak.

Nadal macht seinem Ärger Luft

Danach nahm er die Organisatoren aufs Korn, die ein derart volles Programm auf den Court Philippe-Chatrier gepackt hatten, dass Nadal seinen Matchball gegen den Italiener um 1:25 Uhr in der Nacht verwandelte. In Anbetracht der widrigen Witterungsverhältnisse sei das Vorgehen "gefährlich" für die Gesundheit der Profis, monierte die Nummer zwei der Welt.
Den Ärger hat Nadal dann aber schnell heruntergeschluckt und bestanden tatsächlich noch Zweifel an der Dominanz des Mallorquiners, so hat er sie beim 6:3, 6:3, 7:6 (7:0) im Halbfinale gegen Diego Schwartzman beiseite gewischt.
Bemerkenswert: Gegen Ende des dritten Satzes zeigte Nadal aus heiterem Himmel Schwächen, kassierte zwei Breaks und musste Schwartzman wieder herankommen lassen.
Seine Reaktion? Gnadenlos!
Mit 7:0 überrollte der Sandplatz-König den bravourös kämpfenden Schwartzman und buchte mit seinem 99. Sieg in Paris das 13. Finale.

Finale gegen Djokovic: Traum oder Albtraum?

Dort steht ihm der Mann gegenüber, der ihm in Roland-Garros derzeit wirklich gefährlich werden kann: Novak Djokovic.
Der Serbe zeigte sich von seiner Wackelvorstellung im Viertelfinale gegen Pablo Carreño Busta gut erholt und zwang Stefanos Tsitsipas 6:3, 6:2, 5:7, 4:6, 6:1 in die Knie.
Für alle neutralen Tennis-Fans ist das eine gute Nachricht. Denn Djokovic ist wohl der einzige Spieler, dem der Beweis gelingen könnte, dass Nadal vielleicht doch ein klein wenig unter den suboptimalen Bedingungen bei diesen so besonderen French Open Nadal leidet ...

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Quelle: WSC

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