Alexander Zverev (Hamburg/Nr. 6) trifft im Halbfinale auf Stefanos Tsitsipas (Griechenland/Nr. 5), der Daniil Medvedev (Russland/Nr. 2) klar in drei Sätzen besiegte. Zverev ist bei Grand-Slam-Turnieren gegen Top-Ten-Spieler noch sieglos (0:9).
Aus deutscher Sicht haben nur Becker (18), Michael Stich (6) und Tommy Haas (4) öfter ein Major-Halbfinale gespielt.
"Es ist schön, im Halbfinale zu sein", sagte Zverev, "aber das ist noch nicht genug für mich. Ich spiele ziemlich okay, vielleicht kann ich im Halbfinale noch ein bisschen drauflegen. Mal sehen, was passiert."
French Open
Tsitsipas entzaubert Medvedev und fordert jetzt Zverev
08/06/2021 AM 21:30
2018 war der Deutsche im Viertelfinale von Roland-Garros an Dominic Thiem gescheitert, 2019 an Novak Djokovic. 2020 war im Achtelfinale gegen Jannik Sinner Endstation.

Viertelfinale: Zverev fegt über Davidovich Fokina hinweg

Zverev mit nervösem Start

Zverev und Davidovich Fokina lieferten sich über weite Strecken ein äußerst zerfahrenes Match auf schwachem Niveau mit vielen Breaks.
Zverev startete nervös in sein insgesamt fünftes Grand-Slam-Viertelfinale, haderte mit sich, wirkte unzufrieden und legte sich schon in der Anfangsphase mit Schiedsrichterin Alison Hughes an, als diese einen Ball seines spanischen Kontrahenten auf der Linie und nicht im Aus sah.

Entsetzter Zverev legt sich mit Schiedsrichterin an

Doch auch Davidovich Fokina, der bei den US Open 2020 bei seinem bisher besten Grand-Slam-Ergebnis im Achtelfinale klar an Zverev gescheitert war (2:6, 2:6, 1:6), wirkte fahrig und agierte mit einer viel zu hohen Fehlerquote. "Das war ein Konzert der Breaks", analysierte Becker bei Eurosport den ersten Satz.

Zverev schätzt die mentale Komponente

Hochklassig war das Viertelfinale im ersten Satz deshalb beileibe nicht - insgesamt sieben Breaks führten am Ende zu einem 6:4 für den in Summe besser - und vor allem schneller (erster Aufschlag mit 207 km/h im Schnitt) - aufschlagenden Deutschen.

Pingpong am Netz: Zverev nervt seinen Gegner

Weil der erste Aufschlag oft klemmte (55 Prozent), servierte Zverev insgesamt nur drei Asse, blieb bei nur drei Doppelfehlern aber zumindest mit dem zweiten Service stabil. Kam sein erster Aufschlag, dann machte er auch in 76 Prozent der Fälle den Punkt.
"Solche Sätze muss man auch gewinnen", sagte Zverev, dem die mentale Komponente des Spiels wichtig ist: "Man kann bei einem Grand Slam nicht sieben Matches lang jeden Satz perfekt spielen, das geht nicht. Man muss sehen, wie man damit zurechtkommt."
Zverev - Davidovich Fokina zum Nachlesen im Ticker

Zverev hadert mit seinem Schläger

Diesmal störte Zverev vor allem ein entscheidendes Detail. "Ich hatte im ersten Satz extreme Probleme mit meinem Schläger. Der Schläger war zu hart. Ich hatte keinen Spin, dann habe ich auch keine Kontrolle", verriet Zverev hinterher bei Matchball Becker.
Er habe mit seiner Saite gehadert, "ich hatte kein richtiges Gefühl, es war alles ein bisschen steif".
Abhilfe brachte ein Griff in die Tasche: "Nach dem 4:3 habe ich meinen Schläger gewechselt und dann wurde es auch besser."

Demonstration der Klasse: Zverev haut zwei starke Return-Winner raus

Zverev legt zu, Davidovich Fokina sehr fehlerbehaftet

Die Satzführung gab Zverev aber auch spürbar Sicherheit, Davidovich Fokina blieb dagegen fehlerbehaftet (37 unforced errors bei nur 135 gespielten Punkten). "Danach war Sascha entspannt, der Arm rollte, die Beine haben sich besser bewegt", meinte Becker.
Breaks zum 3:1 und 5:1 brachten den 24 Jahre alten Hamburger im zweiten Durchgang auf die Siegerstraße.
Als der Deutsche dem Spanier auch gleich zu Beginn des dritten Satzes den Aufschlag abnahm, war die Gegenwehr des Youngsters gebrochen. Der Deutsche verwandelte insgesamt neun seiner 15 Breakchancen und auch die Balance zwischen Winnern und vermeidbaren Fehlern stimmte (24/16).

Rückhand zum Sieg: So machte Zverev das Halbfinale klar

Zverev mit 15 gewonnenen Sätzen in Folge

"Nach dem ersten Satz war mein Grundlinienspiel besser, dann habe ich auch die Rallys dominiert. Aber ich habe nicht gut angefangen", sagte Zverev und lobte seinen an diesem Tag sehr unglücklich agierenden Gegner dennoch: "Er hat sich stark verbessert. In den letzten eineinhalb Jahren ging es schnell hoch im Ranking, das wird sicher nicht sein letztes Grand-Slam-Viertelfinale gewesen sein. Gegen ihn werde ich viel spielen in der Zukunft, da bin ich sicher."
Nach nur 97 Minuten nutzte Zverev seinen ersten Matchball zu seinem bisher größten Karriereerfolg in Roland-Garros - und konnte gemütlich auf die Night Session am Abend warten.
In Paris hat Zverev nach seinem Stotterstart in der ersten Runde gegen den deutschen Qualifikanten Oscar Otte (3:6, 3:6, 6:2, 6:2, 6:0) nun 15 Sätze in Folge gewonnen.
Gegen Halbfinal-Gegner Tsitsipas hat Zverev eine negative Bilanz (2:5), gewann aber vor kurzem das Finale von Acapulco gegen den Griechen (6:4, 7:6).

Ergebnisse French Open:

Einzel Herren - Viertelfinale
  • N. Djokovic (SRB/1) - M. Berrettini (ITA/9) - Liveticker (Mi.)
  • R. Nadal (ESP/3) - D. Schwartzman (ARG/10) - Liveticker (Mi.)
  • A. Zverev (GER/6) - A. Davidovich Fokina (ESP) 6:4, 6:1, 6:1
  • S. Tsitsipas (GRE/5) - D. Medvedev (RUS/2) 6:3, 7:6 (7:3), 7:5
Einzel Damen - Viertelfinale
  • C. Gauff (USA/24) - B. Krejcikova (CZE) - Livescoring (Mi.)
  • M. Sakkari (GRE/17) - I. Swiatek (POL/8) - Livescoring (Mi.)
  • T. Zidansek (SLO) - P. Badosa (ESP/33) 7:5, 4:6, 8:6
  • A. Pavlyuchenkova (RUS/31) - E. Rybakina (KAZ/21) 6:7 (2:7), 6:2, 9:7
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(mit SID)

Keine Strafe? Davidovich Fokinas Schläger landet im Publikum

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