Alexander Zverev - eine Saison zum Vergessen mit nur einem Titel in München? Warum diese Rechnung viel zu einfach ist

Alexander Zverev hat eine Saison wie eine Achterbahnfahrt hnter sich. Am Ende bleibt nur der Titel in München, seine beiden großen Karriereziele - Grand-Slam-Titel und Platz eins im ATP-Ranking - verpasste er erneut. Man könnte das Jahr also als Misserfolg abhaken, doch so einfach ist die Rechnung nicht. Denn: Allen Verletzungen, Enttäuschungen und Kritik zum Trotz: Zverev bleibt weltklasse.

Zverev: "Dieses Jahr war ein Alptraum für mich"

Quelle: SNTV

Nach der Tennis-Saison ist vor der Malediven-Saison. Alexander Zverev wird sich wohl wieder einmal auf der Insel im Indischen Ozean von den Strapazen eines schwierigen Jahres erholen.
Das jedenfalls legt sein Instagram-Post nahe, den er nach dem Davis Cup absetzte und das ihn im Flieger mit Jannik Sinner zeigt. "I guess it's maledives season for everyone, hu?", schrieb Zverev und das Foto.
Sinner ist gewissermaßen ein Part eines zweiteiligen "Problems", das der Hamburger noch nicht gelöst hat. Er kommt einfach nicht an Sinner und Carlos Alcaraz vorbei.
Bei 0:5 steht die Bilanz in dieser Saison gegen den Italiener und den Spanier, die sich wie schon 2024 alle Grand-Slam-Titel untereinander aufteilten und auch die beiden Toppositionen in der Weltrangliste besetzt hielten.
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Alexander Zverev erlebte eine Saison 2025 mit vielen Aufs und Abs

Fotocredit: Getty Images

Zverev muss sich häufig anhören, dass er kein Mittel finde gegen das Duo, schon gar nicht in den großen Matches. So geschehen bei den Australian Open im Januar, als er im Endspiel gegen Sinner auf verlorenem Posten stand. Die leidige Trainerfrage und die Kritik am Festhalten am Familien-Konstrukt im Tennis prasseln regelmäßig auf den 28-Jährigen ein.

Zverev und Becker - das Verhältnis kühlt ab

Obendrein kam es auf den letzten Metern der Saison auch noch zum Zerwürfnis mit Tennis-Legende Boris Becker. Der Eurosport-Experte hatte in seinem Podcast mit Andrea Petkovic harsche Kritik an Zverev geäußert. "Ich dachte, er klopft an die Tür von Sinner und Alcaraz, ist die dritte Kraft im Welt-Tennis. Die ist aber jetzt Novak Djokovic, mit 38 Jahren - und Sascha rennt seiner Form wirklich hinterher", hatte Becker moniert. Darüber hinaus tue sich "in seiner Box nichts Neues. Da ist der Vater, da ist der Bruder, da sind die gleichen Gesichter wie seit Jahr und Tag."
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Boris Becker (li.) im Gespräch mit Alexander Zverev (re.)

Fotocredit: Imago

Zverev reagierte sauer, er habe "ehrlich gesagt keine Lust mehr auf seine Kommentare". Verständlich, auf der einen Seite, verwunderlich auf der anderen. Schließlich war der Weltranglistendritte selbst hart mit sich ins Gericht gegangen, sprach sogar von "Kack-Tennis". In der Sache liegen der Spieler und sein Kritiker gar nicht so weit auseinander, und ja: Zverev muss sich etwas einfallen lassen, um Sinner und Alcaraz angreifen zu können.

Zverev spult Monsterprogramm ab - und beweist Mut

Ein wichtiger Schritt geht über die Gesundheit. Zverev wurde immer wieder von physischen Problemen begleitet. Mal war es der Knöchel, mal der Rücken, mal war er erkrankt. "Es scheint, als würde es einfach nicht aufhören. Es war ein hartes Jahr in körperlicher Hinsicht. Das letzte Mal, dass ich ein Turnier schmerzfrei gespielt habe, waren die Australian Open", bekannte der Olympiasieger von 2021 Anfang Oktober. Dazu offenbarte er, mutig und ehrlich, mentale Probleme, die er mit therapeutischer Hilfe angehen wolle.
Gleichzeitig gibt es keinen anderen Spieler, der sich ein dermaßen straffes Programm verordnet hat in diesem Jahr. Laut ATP bestritt der Deutsche 82 Tour-Matches - Saisonrekord. Dazu war Zverev beim Laver Cup, dem Six Kings Slam und beim Davis Cup dabei. Ein Monsterprogramm, mal wieder. Ausgezahlt hat sich der Aufwand nicht, wie er selbst sagt. Es sei "eine unglaublich unbefriedigende Saison" gewesen, "mit vielen Ups and Downs, aber für mich gab es diesmal nicht viele Ups", zeigte sich Zverev enttäuscht.

Zverev stellt Rekord auf, Roddick gibt Rückendeckung

Und doch ist öffentliche Wahrnehmung der sportlichen Leistungen mitunter unsachlich, unfair. Der einstige US-Open-Champion Andy Roddick fand diesbezüglich deutliche Worte. "Zu sagen, er sei nicht gut, ist beleidigend für jeden Tennisspieler auf diesem Planeten", monierte der 43-Jährige in seinem Podcast "Served with Andy Roddick". Zverev habe "über ein Jahrzehnt Konstanz" auf Weltklasse-Niveau gezeigt.
Es gibt sogar einen Rekord, der dies untermauert. Am 3. November ging Zverev in seine 370. Woche als Top-Ten-Spieler. Nie zuvor war ein Profi ohne Grand-Slam-Titel so lange im Kreis der zehn Besten des ATP-Rankings dabei. Es mag eine Statistik sein, für die sich der Hamburger nichts kaufen kann, aber: Es unterstreicht, wie stark Zverev ist.

Verfolger-Quartett hechelt hinterher - Zverev und Djokovic halten sich

2025 war es erneut die Kontinuität, die ihn in der Rangliste vor ambitionierten Verfolgern wie Taylor Fritz, Félix Auger-Aliassime, Alex de Minaur oder Lorenzo Musetti hielt. Das Quartett schloss das Jahr auf den Positionen fünf bis acht ab und schaffte es nicht, am 38-jährigen Altmeister Djokovic vorbeizuziehen, obwohl der sich nur noch auf ausgewählte Turniere fokussiert.
So bleibt eben doch mehr stehen für Zverev als der Titel von München im April. Er ist, auch wenn Becker es anders sieht, weiterhin die dritte Kraft auf der Tour - und vielleicht findet er ja dieses Mal auf den Malediven die nötige Ruhe, um sich einen Plan für 2026 zu überlegen, der einen erfolgreichen Angriff auf Alcaraz und Sinner einschließt.
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Quelle: Eurosport


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