French Open: Alexander Zverev nach dem Fünfsatz-Fight - diese Frage muss er beantworten
Alexander Zverev ist trotz einer beeindruckenden Aufholjagd im Halbfinale der French Open gescheitert. Die Niederlage gegen Stefanos Tsitsipas schlug dem 24-Jährigen schwer auf den Magen, das wurde auf der Pressekonferenz nach dem Match nur allzu deutlich. "Wenn mich die nächsten drei Tage jemand anspricht, gehe ich weg", murrte Zverev, der vor allem auf eine Frage eine Antwort braucht.
Alexander Zverev bei den French Open
Fotocredit: Imago
Einen Tag für jeden Breakball?
Scherzhaft könnte man die Ankündigung von Alexander Zverev, sich in den kommenden drei Tagen jeder Konversation entziehen zu wollen, so interpretieren.
Denn: Nach dem 3:6, 3:6, 6:4, 6:4, 3:6 gegen Stefanos Tsitsipas war unter den Experten Konsens: Zverev verbaute sich den Weg ins Finale mit den drei nicht genutzten Breakchancen zu Beginn des fünften Satzes.
Tsitsipas war zu diesem Zeitpunkt schwer angeschlagen, hatte eine 2:0-Satzführung verspielt und Wirkungstreffer um Wirkungstreffer kassiert. 0:40 stand es aus Sicht des 22-Jährigen beim ersten Aufschlagspiel.
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Zverev schiebt Frust: "Wenn mich die nächsten drei Tage jemand anspricht ..."
Quelle: Perform
Nur: Zverev schlug nicht zu. "Sascha hätte das Ruder mehr in die Hand nehmen müssen", befand Mischa Zverev im Eurosport-Interview. "Wenn ich dieses Break gemacht hätte, wäre es möglicherweise anders gelaufen, aber ich habe es nicht getan", stellte Bruder Alexander auf der Pressekonferenz mit steinerner Miene fest.
Die Folge dieses Versäumnisses ist bekannt: Tsitsipas erholte sich und machte seinen ersten Finaleinzug bei einem Major-Wettbewerb perfekt. Dort wartet nun Novak Djokovic, der überraschend Sandplatzkönig Rafael Nadal mit 3:6, 6:3, 7:6 (7:4) und 6:2 in die Knie zwang.
Zverev spricht Klartext: "Daran ist nichts Positives"
Für Zverev war es eine Niederlage, die nicht so einfach zu verdauen sein wird. "Viel sprechen darüber werde ich wahrscheinlich nicht", stellte der 24-Jährige klar. Nur so viel: "Ich kann nicht gegen einen Top-Ten-Spieler die ersten beiden Sätze so spielen. Diese ersten beiden Sätze habe ich scheiße gespielt, da muss ich einen besseren Job machen."
Die tolle Moral bei der Aufholjagd? Der persönliche French-Open-Rekord mit dem Einzug ins Halbfinale? Interessierte Zverev herzlich wenig. "Ich fliege morgen nach Hause, daran ist nichts Positives", so der US-Open-Finalist des vergangenen Jahres.
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Highlights: Tsitsipas ringt Zverev in Fünf-Satz-Krimi nieder
Quelle: Eurosport
Zverev wollte mehr in Paris, deutlich mehr. Nach dem Viertelfinale gegen Alejandro Davidovich Fokina ließ der Weltranglistensechste keinen Zweifel daran aufkommen, dass er den Titel anpeilt.
Die Realität sieht anders aus. Zverevs Negativserie gegen Top-Ten-Spieler bei Grand-Slam-Turnieren blähte sich auf 0:10 auf.
In Roland-Garros musste sich der Hamburger Dominic Thiem, Novak Djokovic und Tsitsipas geschlagen geben. Bei den Australian Open passierte dasselbe gegen Andy Murray, Rafael Nadal, Djokovic und Thiem. In Wimbledon scheiterte er an Tomas Berdych und Milos Raonic, bei den US Open im Finale 2020 an Thiem.
Zverev braucht Antwort auf drängende Frage
Warum es gegen die Besten des Metiers bei den größten Turnieren nicht klappt, ist die entscheidende Frage, die Zverev für sich beantworten muss. Schnellstmöglich.
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Wilde Szenen: Zverev schimpft auf Oberschiedsrichter ein
Quelle: Eurosport
Aus den Erlebnissen dieser Tage in Paris werde "Sascha lernen", ist sich Bruder Mischa sicher und wird bei der Analyse des Tsitsipas-Matches konkret. "Sascha hätte viel mehr die Länge nutzen müssen, höher spielen, tiefer spielen. Das war zu sehr ein Rhythmus. Das kann man gegen Tsitsipas nicht machen. Diesen Rhythmus hätte Sascha brechen müssen."
Es wartet also eine Menge Arbeit auf Zverev, wenngleich eines nicht vergessen werden darf: Der Deutsche spielte ein großartiges Turnier, nahm nach dem mühsamen Fünfsatzerfolg in Runde eins gegen Qualifikant Oscar Otte mächtig Fahrt auf.
"Ich würde Sascha in Ruhe lassen"
"Es war ein Riesen-Turnier, seine besten French Open überhaupt. Er hat teilweise richtig gut Tennis gespielt und auch heute seine Chancen gehabt". lobte Eurosport-Experte Boris Becker.
Zverev selbst wird das mit der Zeit wohl auch so sehen.
Bis dahin sollten alle, die dem 24-Jährigen in den kommenden Tagen über den Weg laufen, den Rat von Mischa Zverev beherzigen: "Ich würde Sascha jetzt in Ruhe lassen!"
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Bärenstark! Zverev spielt Weltklassetennis gegen Tsitsipas
Quelle: Eurosport
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