French Open: Boris Becker exklusiv über den DTB und die Zukunft im deutschen Tennis: "Darauf warte ich bis heute"

Während Alexander Zverev bei den French Open im Halbfinale steht und beweist, dass er zur absoluten Weltklasse gehört, mussten die übrigen deutschen Profis früh aus Paris abreisen. Boris Becker sieht die Entwicklung im Tennis in Deutschland kritisch: "Ich mache mir Sorgen", so der Eurosport-Experte. Becker bietet zudem seine Hilfe an, vermisst aber ein klärendes Gespräch mit dem DTB-Präsidenten.

Becker kritisiert DTB: "Warte bis heute auf dieses Gespräch"

Quelle: Eurosport

Alexander Zverev, Jan-Lennard Struff - und dann?
Von 13 gestarteten deutschen Profis schafften es fünf in die zweite Runde, die dritte überstand allerdings nur noch der Olympiasieger aus Hamburg.
"Dahinter klafft doch eine große Lücke", analysiert Tennis-Ikone Boris Becker bei Eurosport die Situation. Vor allem im Nachwuchsbereich sei der Deutsche Tennis Bund (DTB) aktuell nicht gut aufgestellt.
"Ich mache mir Sorgen um die 18- bis 21-Jährigen. Wenn sie aus dem Jugendbereich kommen, sehe ich zu wenig Gute, die sich durchsetzen können", sagt Becker.
Noch bedenklicher ist die Situation bei den deutschen Damen. Abgesehen von Tamara Korpatsch erreichte keine Spielerin die zweite Runde in Roland-Garros. Auch nicht die frühere Nummer eins der Welt, Angelique Kerber, die nach ihrer Babypause verständlicherweise noch ihre Form sucht.

Becker: "warte bis heute auf das Gespräch"

"Das ist nicht der Anspruch des DTB und auch nicht jener der Mädels selbst", erläutert Eurosport-Expertin Barbara Rittner, die bis Februar 2024 rund 15 Jahre als Bundestrainerin im Amt war.
Auf Nachfrage von Eurosport äußerte sich auch der Deutsche Tennis Bund selbst zu den schwachen Ergebnissen: "Das Abschneiden der deutschen Damen bei den French Open war nicht zufriedenstellend", heißt es von DTB-Seite.
picture

Kühnen: Dieser Schlag wird für Zverev entscheidend gegen Ruud

Quelle: Eurosport

Die Lösung? Das neue Leistungssportkonzept, an dem auch Rittner mitarbeitete, soll das deutsche Tennis vor allem im Nachwuchsbereich zurück in die Erfolgsspur führen.
Der dreimalige Wimbledonsieger Becker würde dabei gerne mithelfen. Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, an dem Projekt mitzuwirken, entgegnet der 56-Jährige: "Der neue DTB-Präsident Dietloff von Arnim wollte sich im vergangenen Sommer mit mir unterhalten - auf dieses Gespräch warte ich allerdings bis heute."

Becker fühlt sich "nicht gewollt"

Becker, von 2017 bis 2020 als Head of Men's Tennis beim DTB in wichtiger Position aktiv, präzisiert: "Ich würde es ehrenamtlich machen. Aber ein Gespräch hätte ich schon ganz gerne."
Derzeit habe er allerdings das Gefühl, seine Unterstützung sei "nicht so gewollt". Deutliche Worte in Richtung des Verbandes.
Dabei dürfte eine Zusammenarbeit zwischen der Tennis-Legende und dem deutschen Tennis-Nachwuchs in der aktuellen Situation ein kluger Schachzug sein.
(SID)
picture

Analyse zu Zverevs Mitternachts-Krimi: "Ist schon eine Nummer"

Quelle: Eurosport


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung