French Open: Zverev und seine neue Hoffnung für Paris - Chance im Schatten von Sinner und Alcaraz

Hinter Alexander Zverev liegen schwierige Wochen, seit dem verlorenen Finale bei den Australian Open ist der Hamburger in einem steten Auf und Ab gefangen. Mit der misslungenen Titelverteidigung beim Masters-Turnier in Rom setzte sich die Reihe an Fragezeichen bei der deutschen Nummer eins fort. Eurosport-Experte Mats Wilander sieht in den Rückschlägen jedoch einen Trumpf für die French Open.

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Quelle: Perform

Egal ob es letztlich die Qualität der Bälle, die defensive Spielweise seines Gegenspielers oder eine Kombination daraus war - das Ergebnis bleibt dasselbe.
Nach seinem Viertelfinal-Aus beim ATP Masters in Rom gegen Lorenzo Musetti (6:7, 4:6) rutschte Alexander Zverev in der Weltrangliste auf den dritten Platz ab, sein Rückstand auf Spitzenreiter Jannik Sinner wuchs auf 3095 Punkte an.
Seit den Australian Open trat Zverev bei neun Turnieren an, nur ein Mal kam der Hamburger über das Viertelfinale hinaus und gewann den Sandplatz-Wettbewerb in München. Seinen allseits bekannten Qualitäten fehlte aber ingesamt die Schärfe, zum Teil war es wie verhext.
Im Vorfeld der French Open (25. Mai bis 8. Juni live und on-demand bei discovery+) holt sich Zverev nun bei seinem Heimturnier in Hamburg den Feinschliff. Für Paris sieht ihn Eurosport-Experte Mats Wilander bereits jetzt gewappnet - und zwar ausgerechnet wegen seiner Schwächephase.

Wilander: Fokus auf Zverev "wurde immer größer"

"Es ist nicht einfach. Manchmal muss man den Blick zurück wagen", analysierte der siebenmalige Grand-Slam-Sieger in einer Medienrunde am Dienstag. "Jetzt, wo wir wissen, was dort passiert ist, war die Reise nach Mittel- und Südamerika vielleicht doch nicht die richtige Entscheidung."
Damit bezog sich Wilander auf den Anbeginn des Zverev-Tiefs. In Argentinien und Brasilien scheiterte er jeweils im Viertelfinale, in Mexiko war schon eine Runde eher Endstation.
Eine zusätzliche Last war auch die dreimonatige Dopingsperre von Jannik Sinner. "Gleichzeitig war nach den Australian Open plötzlich die Chance da, zum ersten Mal die Nummer eins der Welt zu werden. Dieser Druck ist ein ganz anderer", so Wilander. "Der Fokus auf ihn wurde immer größer."
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Alexander Zverev beim ATP-Turnier in Rom

Fotocredit: Getty Images

In der italienischen Hauptstadt kehrte Sinner auf die große Bühne zurück und nahm Zverev aus dem Rampenlicht. Laut Wilander nicht unbedingt ein Nachteil. "Meiner Meinung nach hat sich die Situation für ihn verbessert: Die Favoriten auf die Grand Slams sind jetzt Jannik Sinner und Carlos Alcaraz", führte der 60-Jährige aus.
Im Schatten der Giganten befreit aufspielen? Das könnte für Zverev zum mentalen Schlüssel werden.

French Open: Alcaraz, Sinner - und dann Zverev?

Eine Tatsache wurde beim Masters in Rom nämlich auf jeden Fall offenbart: Unter normalen Umständen wandeln Alcaraz und Sinner in ihrer eigenen Sphäre.
In diesem elitären Kreis sieht Wilander den sich zurückkämpfenden Zverev bei den French Open nicht. Zumindest noch nicht.
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Quelle: Eurosport

"Kann er prinzipiell gewinnen? Ja, absolut", unterstrich er. "Das wäre vergangenes Jahr fast passiert, bei den US Open 2020 war er auch kurz davor. Er könnte schon zwei Grand-Slam-Titel haben."
Ganz so schnell kommt einem Spieler die Veranlagung, einen Grand Slam gewinnen zu können, also nicht abhanden. "Zverev ist auch nur ein normaler Mensch", so Wilander weiter. "Es gibt immer ein Auf und Ab - so wie bei einem Alcaraz."

Zverev: Dickes Selbstvertrauen dank München

Zwei Aspekte könnten Zverev in Paris jedoch Flügel verleihen. Da wäre einmal der Triumph in München vor rund vier Wochen.
"Der Titel in München bedeutet Selbstvertrauen - egal, wen er auf dem Weg dorthin schlägt", betonte Wilander. "Siegen bedeutet immer Selbstvertrauen. Und das wird in Paris sehr hoch sein."
Eine weitere Portion davon könnte sich die deutsche Nummer eins in dieser Woche in Hamburg erarbeiten. Am Rothenbaum setzte sich Zverev am Montag gegen den US-Amerikaner Aleksandar Kovacevic mit 6:1, 7:6 (7:5) durch und trifft am Mittwoch im Achtelfinale auf den Franzosen Alexandre Müller.
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Quelle: Perform

In Paris soll schließlich sein Sinn für die großen Momente zum Tragen kommen. "Das Best-of-Five-Format ist für ihn ein immenser Vorteil", meinte Wilander. "Das macht aus Zverev einen so viel besseren Spieler."
Allein bei den French Open stand er seit 2021 immer mindestens im Halbfinale. Zwischendrin biss sich Zverev von einer schweren Knöchelverletzung zurück, in der französischen Hauptstadt fand er wieder zu seiner alten Stärke. "Bei den Grand Slams wird er seine größten Erfolge feiern, davon bin ich überzeugt", so Wilander.
Die French Open können also kommen - trotz der kniffligen Vorzeichen.
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Quelle: Eurosport


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