French Open - Boris Becker fordert von Nachwuchs "grenzenlose Leidenschaft" - Barbara Rittner bremst Erwartungen
Publiziert 05/06/2025 um 22:49 GMT+2 Uhr
Mit Niels Mcdonald und Max Schönhaus stehen im Junioren-Turnier der French Open zwei deutsche Talente im Halbfinale. Für Boris Becker ist das ein Lichtblick für das deutsche Tennis. "Wenn du im Halbfinale in Roland-Garros bist, dann bist du schon wer. Talent ist da", sagte der Eurosport-Experte in "Matchball Becker". Für die Zukunft erhofft er sich von den Yongstern "grenzenlose Leidenschaft".
Becker appelliert an DTB-Nachwuchs: "Ich will Leidenschaft"
Quelle: Eurosport
Man könne sich dabei ein Beispiel an großen Stars wie Aryna Sabalenka nehmen. "Schaut mal, wie sie brennt und sie hat schon alles gewonnen. Das will ich bei den Jugendlichen sehen. Das ist mir wichtiger, als ob jemand gut aufschlägt oder eine gute Vorhand hat. Ich will die Leidenschaft", meinte der 57-Jährige.
Diese Einstellung sei wichtig, um eine lange und erfolgreiche Karriere zu haben. "Wir haben gute 17- und 18-Jährige, aber es ist eben kein Wunschkonzert. Wie wollen wir das umsetzen? Wer wird gefördert und wer ist der Trainer dazu?", fragte Becker.
Barbara Rittner pflichtete ihm bei und meinte zum optimistischen Entwicklungskonzept des Deutschen Tennis-Bundes (DTB): "Man muss sich an der Realität orientieren. Wir haben hoffnungsvolle Jugendliche, die auch hier in Paris gespielt haben. Aber wer hat denn wirklich das Potenzial, den Willen und das Umfeld, um diesen Schritt weiterzugehen?"
Laut DTB sollen bis 2027 je fünf Spielerinnen und Spieler in den Top 100 zu finden sein. Bei den Herren sei die Lücke hinter Topstar Alexander Zverev (Nr. 3) und Daniel Altmaier (Nr. 66) "enorm groß", so Becker. Auch bei den Damen fehlen hinter Eva Lys (Nr. 59) und Tatjana Maria (Nr. 79) weitere Spielerinnen.
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Rittner kritisiert Pläne: "Nicht in der Materie drin"
Für Rittner geht es auch darum, wie man die Nachwuchstalente am besten unterstützen kann. Manche bräuchten eher Ratschläge, viele aber auch finanzielle Förderung, um Reise- und Trainerkosten zu decken, so die ehemalige Bundestrainerin (2009 bis 2024).
Kritik äußerte Rittner in dem Zusammenhang aber auch: "Die Entscheider beim DTB sind meiner Meinung nach nicht genug in der Materie drin. Ich würde die Trainer, die sicherlich das Knowhow haben, einfach mehr machen lassen."
Becker richtete abschließend einen Appell an den deutschen Nachwuchs: "Ich will das die Spielerinnen und Spieler dahin gehen, wo es weh gut. Was bist du bereit dafür zu tun? Was ist das Ziel? Will man mitspielen und schauen, ob man in die Top 100 kommt? Oder will man in die Top Ten und der Beste der Welt sein? Das will ich sehen und spüren."
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Sinner tüftelt: Rittner und Becker analysieren neue Spielposition
Quelle: Eurosport
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