French Open: Alexander Zverev und die neue Vielfalt in seinem Spiel- "Roger Federer war darin der Beste"
Alexander Zverev steht bei den French Open nach einem dominanten Dreisatzsieg gegen Rafael Jódar einmal mehr im Halbfinale - und präsentiert sich so vielseitig wie selten zuvor. Nach dem Viertelfinalsieg lobte Boris Becker in der Eurosport-Sendung "Matchball Becker" vor allem eine Entwicklung, die Zverevs Spiel auf ein neues Niveau heben könnte: die gewachsene Variabilität auf der Vorhandseite.
Viertelfinale: Zverev entzaubert Shootingstar Jódar - Highlights
Quelle: Eurosport
"Dass er Vorhand cross kann, das wussten wir und das weiß auch der Gegner", sagte Becker. "Dass jetzt aber auch der Longline kommt, das ist das Neue im Spiel von Alexander Zverev. Damit kann er den Platz aufmachen und der Gegner weiß schon gar nicht mehr, wohin der nächste Ball kommt."
Tatsächlich war die Vorhand longline lange nicht der Schlag, mit dem Zverev zu begeistern wusste. Vielmehr war der Hamburger bekannt für eine brachiale beidhändige Rückhand die Linie hinunter. Eine Waffe, die zu den gefürchtetsten im Welttennis gehört.
In Paris aber, das fiel vor allem im Viertelfinale gegen den jungen Spanier Rafael Jódar (7:6, 6:1, 6:3) auf, setzte der Weltranglistendritte immer häufiger auf die Vorhand longline.
Die Folge: Mehr offene Räume, mehr Unsicherheit beim Gegner - und deutlich mehr Möglichkeiten, Punkte zu gestalten und zu erzielen.
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Becker analysiert: "Das ist das Neue im Spiel von Zverev"
Quelle: Eurosport
Zverev: "Es braucht Jahre auf der Tour"
Dabei geht es nicht nur um Technik, sondern auch um Erfahrung. Auf der Pressekonferenz nach dem Viertelfinale wurde Zverev auf die enorme Geschwindigkeit seiner Schläge angesprochen. Seine Antwort zeigte, wie sich sein Verständnis des eigenen Spiels verändert hat.
"Manchmal möchte man das die ganze Zeit einsetzen", sagte Zverev über die härteren Schläge, die mit zunehmender körperlicher Entwicklung kommt. "Es braucht Zeit, einfach Jahre auf der Tour, um zu erkennen, dass man das nicht immer muss."
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"Um Gottes Willen!" Zverev beendet Match sensationell
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Früher sei die Versuchung groß gewesen, jede Situation mit maximalem Tempo lösen zu wollen. Heute weiß Zverev, dass die größte Stärke nicht zwangsläufig in der höchsten Schlaggeschwindigkeit liegt, sondern in der Fähigkeit, zu variieren.
Zverev orientiert sich an Tennis-Legende
Dabei orientiert er sich an einem der größten Spieler der Tennisgeschichte. "Ich denke, Roger war wahrscheinlich der Beste überhaupt darin, das Spiel ständig zu verändern", erklärte Zverev. Gegen Roger Federer habe man oft das Gefühl gehabt, "man wusste gar nicht mehr, wie man Tennis spielen soll", weil dieser permanent zwischen Power und Finesse wechselte.
Genau dort sieht Zverev den Zusammenhang. "Der Stoppball lässt sich leichter einsetzen, weil die Gegner weiter hinter die Grundlinie zurückweichen", sagte er. Wer permanent mit einem 220-kmh-Aufschlag oder einer Vorhand jenseits der 160 Kilometer pro Stunde droht, verschafft sich automatisch mehr Raum für andere Lösungen.
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Corretja lobt Zverev: "Eines seiner der besten Matches hier in Paris"
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Die neue Vorhand longline ist deshalb weit mehr als nur ein zusätzlicher Schlag. Sie ist Ausdruck eines gereiften Spiels. Zverev gewinnt seine Punkte nicht mehr ausschließlich über Wucht, sondern zunehmend über Unberechenbarkeit.
Und genau das könnte im Kampf um seinen ersten Grand-Slam-Titel der entscheidende Unterschied sein.
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Das lässt Zverev kalt: "Solche Statistiken interessieren mich nicht"
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