French Open 2026: Alexander Zverev im Duell mit Rafael Jódar - Deutschlands Nummer eins muss ein Statement setzen
Von Jannik Schneider
Update 02/06/2026 um 07:58 GMT+2 Uhr
Als letzter Topfavorit bei den French Open gibt sich Alexander Zverev bislang souverän - anders als die meisten seiner verbliebenen Gegner. Der Olympiasieger lebt in Roland-Garros nach der Devise: Weniger Kommunikation ist mehr. Wahrscheinlich eine gute Entscheidung, schließlich ist er inzwischen mit drei U21-Talenten in der unteren Tableau-Hälfte allein. Die gilt es nun am Überholen zu hindern.
Becker-Analyse am Touchscreen: "Wir sehen den neuen Zverev"
Quelle: Eurosport
Alexander Zverev verbringt dieser Tage viel Zeit mit sich und seinen Gedanken. In den Pausen seiner Einheit auf Court 29 im Trainingscenter Jean Bouin, einige Hundert Meter entfernt von den French Open, suchte er am Montag nicht die Ablenkung.
"Das Handy ist aus", hatte er bereits am Sonntag nach seinem Sieg gegen Jesper de Jong in der Pressekonferenz bekräftigt. Vom Smartphone war vor, während und nach der rund 90-minütigen Einheit fernab der Öffentlichkeit tatsächlich nichts zu sehen.
Ob er es so gar nicht nutzt - auch in den tennisfreien Stunden in der Pariser Hauptstadt - ist nicht überliefert und zwecks Kommunikationswegen mit seinen Liebsten eher unwahrscheinlich.
Der Detox soll sich in erster Linie auf Zverevs Social-Media-Kanäle beziehen. Instagram und Co. seien gelöscht.
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Achtelfinale: Zverev lässt gegen de Jong nichts anbrennen - Highlights
Quelle: Eurosport
"Ich mache das seit sieben Jahren so", erklärte Zverev sein Handeln während der vier größten Turniere des Jahres. Tatsächlich war diese Taktik wohl selten so notwendig wie dieser Tage.
Zverev wird von sämtlichen Experten, Webseiten, Podcasts, TV-Sendern und neuerdings auch Influencern in Instagram-Reels als Hauptfavorit auf den Einzeltitel bei den Herren im Stade de Roland-Garros manifestiert.
Nächste Hürde: Zverev gegen Mega-Talent Jódar
Der Tenor: Der Titel liegt auf dem Silbertablett serviert und wenn Zverev nun nicht zugreift, wird er es niemals schaffen. Dabei lauern Gefahren weiterhin überall.
Da wäre zunächst der kommende Gegner Rafael Jódar. Ein Spanier mit diesem Vornamen sollte grundsätzlich ernst genommen werden.
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Zverev-Gegner Rafael Jódar ist der Shootingstar der French Open
Fotocredit: Getty Images
Ein seriöserer Blick mit der Lupe auf den Lauf des 19-Jährigen zeigt, welche Leistungsfähigkeit der Newcomer, auf den alle Augen der iberischen Halbinsel in verletzungsbedingter Abwesenheit von Carlos Alcaraz gerichtet sind, aufweist.
2025 siegte Jodar bei drei Challenger-Turnieren und qualifizierte sich für die Next-Gen-Finals. Seitdem blickt er nicht mehr zurück. Er qualifizierte sich für die Australian Open und gewann dort sein erstes Grand-Slam-Hauptrundenmatch in fünf Sätzen.
Überflieger Jódar macht auf sich aufmerksam
Bei den Miami Open entschied er zwei Hauptrundenmatches für sich, bevor er Anfang April in Marrakesch seinen ersten Titel auf der ATP Tour feierte. Zurück auf heimischem Sand in Madrid kämpfte er sich mit vier Siegen erstmals ins Viertelfinale eines Masters, darunter war ein Erfolg in der zweiten Runde gegen Alex de Minaur, die damalige Nummer acht der Weltrangliste.
Anschließend besiegte er João Fonseca, bevor er Vit Kopriva aus der Tschechischen Republik mit 7:5, 6:0 vom Platz fegte und sich damit einen Viertelfinal-Showdown mit Jannik Sinner sicherte.
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Zverev-Gegner Jódar: "Mein Papa nimmt mir die Nervosität"
Quelle: Eurosport
Die Runde der letzten Acht erreichte er anschließend auch in Rom. Der Lohn: Jódar hat sich innerhalb nicht mal eines Jahres von weit außerhalb der Top 100 in die Setzliste von Roland-Garros gespielt und diese Setzung direkt genutzt.
Im Achtelfinale profitierte der Teenager allerdings von der Schulter Pablo Carreño Bustas, die nach 2:0-Satzführung für den Veteranen streikte. Jódar drehte die Partie in seinem zweiten Fünfsatzmatch in Serie. In seiner Presserunde lobte er seinen kommenden Gegner Zverev als einen "der besten Spieler der vergangenen Jahre".
Zverev von Youngster beeindruckt: "Große Anerkennung"
Doch auch für Jódar gab es Lob von prominenter Stelle. Boris Becker sagte bei Eurosport über den Teenager: "Gerade auf Sand spielt der wie die Feuerwehr. Als Sascha gehört hat, gegen wen es geht, ist er ein bisschen zusammengezuckt. Das ist eine echte Herausforderung, ein echter Test für ihn."
Zverev selbst erklärte auf seiner Pressekonferenz: "Er ist fantastisch. Zu Beginn der Sandplatzsaison lag er außerhalb der Top 100, oder? Nach dieser Woche steht er nahe an den Top 20. Dafür gebührt ihm große Anerkennung. Er spielt ein fantastisches Tennis. Ja, ich freue mich auf unser erstes Aufeinandertreffen, das hoffentlich unterhaltsam wird."
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Zverev mit Respekt vor Jódar: "Er spielt fantastisches Tennis"
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Aufgrund der souveräneren Leistungen bisher stand Zverev drei Stunden kürzer auf den Pariser Plätzen als sein Gegner. Für den Hamburger ob des jungen Alters seines Herausforderers kein Vorteil. Dennoch: Mit Erfahrung, Erholung sowie momentaner Leistungsstärke und Selbstvertrauen kann Zverev - vielleicht sogar glatt und souverän - das Halbfinale erreichen.
Halbfinale: Mit Mensik und Fonseca lauern die nächsten Youngster
Dort würde einer der beiden Next-Gen-Hingucker warten. Entweder Jakub Mensik, gerade mal 20 Jahre alt, oder der 19-jährige Fonseca. Beide eliminierten die erfahreneren und höher gerankten Andrey Rublev und Casper Ruud. Vor allem der Norweger wurde heiß gehandelt - von Fonseca, der die (brasilianischen) Massen anzieht, allerdings entzaubert.
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Mischa zum Viertelfinale: "Sascha sollte problemlos weiterkommen"
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Zverev wiederholte gebetsmühlenartig die "Von-Spiel-zu-Spiel"-Taktik und entschied sich, anders als etwa Frances Tiafoe in der anderen noch offeneren Turnierhälfte, nicht öffentlich über Ängste zu sprechen. Dafür steht sein Team ihm zur Seite, das am Montag mit dem Hauptprotagonisten zum gemeinsamen Essen verschwand.
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Zverev: "Das ist mein einziger Fokus momentan"
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