French Open - John McEnroe sieht Favorit Alexander Zverev jetzt unter Zugzwang: "Wenn er es diesmal nicht gewinnt …"
Nach dem Ausscheiden von Jannik Sinner und Novak Djokovic ist Alexander Zverev der große Favorit auf den Titel der French Open 2026. Die Eurosport-Experten John McEnroe und Mats Wilander sehen das auch so, haben aber noch leise Zweifel am ersten Grand-Slam-Titel des Deutschen. Wilander sieht vor allem Djokovic-Bezwinger João Fonseca als größten Stolperstein für den 29-Jährigen.
Zverev exklusiv über Favoritenrolle: "Fokus liegt auf de Jong"
Quelle: Eurosport
Am Freitagabend löste Zverev seine Drittrundenaufgabe gegen den Franzosen Quentin Halys nicht gänzlich souverän, geriet bei seinem Viersatzsieg in der Night Session aber auch nicht wirklich in Schwierigkeiten.
Tennis-Legende John McEnroe sieht bei Zverev vor dessen Achtelfinale gegen Lucky Loser Jesper de Jong vor allem eine psychologische Komponente. "Die entscheidende Frage ist, wie er mit dem Druck umgeht, der jetzt plötzlich auf ihm lastet. Er galt lange als der beste Spieler, der noch nie ein Major gewonnen hat. Das hat sich in seinem Kopf festgesetzt", meinte der US-Amerikaner in Paris.
Zverev muss sich in Roland-Garros nun aber nicht mehr mit den vermeintlich überlegenen Jannik Sinner, Carlos Alcaraz (verletzungsbedingte Absage) und Novak Djokovic auseinandersetzen - der Weg zum ersten Grand-Slam-Titel wäre also frei. "Wenn er es diesmal nicht gewinnt, weiß ich nicht, ob er überhaupt jemals einen gewinnen wird. Dementsprechend ist der Druck jetzt noch größer", mutmaßt McEnroe, wie es um Zverevs Psyche aktuell bestellt ist.
Gegen Halys verlor der Deutsche Satz drei, obwohl er dort schon mit einem Break in Führung lag. "Vielleicht hätte er dieses Match sogar in drei Sätzen gewinnen müssen", sah McEnroe Anzeichen für die psychologischen Effekte auf Zverev.
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3. Runde: Zverev untermauert gegen Halys Titelanspruch - Highlights
Quelle: Eurosport
Wilander: "Ein bisschen wie damals bei Wozniacki ..."
In eine ähnliche Kerbe schlug auch Eurosport-Experte Mats Wilander. "Ist das jetzt sein Turnier?", fragte der Schwede rhetorisch und fügte an: "Es sollte besser so sein, denn wenn er hier nicht gewinnt …" Letztlich ist Wilander aber "überzeugt, dass er gut genug ist", die French Open zu gewinnen.
Der French-Open-Sieger von 1982, 1985 und 1988 vergleicht Zverevs Situation mit einer Tennisspielerin vor den Australian Open 2018. "Es ist ein bisschen wie damals bei Caroline Wozniacki: Irgendwann wird er einen Grand Slam gewinnen. Wenn man sich immer wieder in diese Position bringt, hat man auch irgendwann das nötige Glück."
Zur Wahrheit bei Zverev gehöre nämlich auch "Mit ein wenig mehr Glück hätte Zverev bereits einen US-Open-Titel." Damit spielte Wilander auf Zverevs Final-Niederlage in New York 2020 gegen Dominic Thiem an, als der Deutsche nur zwei Punkte vom Grand-Slam-Titel entfernt war, letztlich aber 6:2, 6:4, 4:6, 3:6, 6:7 (6:8) verlor.
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Tennis: Alexander Zverev (r.) nimmt Dominic Thiem nach dem US-Open-Finale 2020 in den Arm
Fotocredit: Getty Images
Wilander findet Fonseca stark
"Er lag dort vorne und auch hier im Finale gegen Alcaraz (2024, Anm. d. Red.). Wenn man nur noch einen Satz vom Titel entfernt ist, reicht manchmal ein wenig Glück, um zu gewinnen. Deshalb denke ich, dass bei ihm irgendwann klappen wird", so Wilander.
Der Schwede gab allerdings auch zu bedenken: "Wirklich schwierig. Es sind noch viele junge Spieler im Feld, die schwer zu besiegen sind." Gut gefallen habe ihm vor allem Djokovic-Bezwinger João Fonseca, der gegen den Rekord-Grand-Slam-Sieger einen 0:2-Satzrückstand aufholte und noch 4:6, 4:6, 6:3, 7:5, 7:5 gewann. "Ihn zu schlagen, wird schwierig. Wirklich schwierig."
Mit Blick aufs gesamte verbliebene Feld in Roland-Garros sei Zverev "dennoch ganz klar der große Favorit".
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McEnroe und Wilander: Zverev muss mutiger spielen
Quelle: Eurosport
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