French Open 2026: Boris Becker erklärt Star-Bonus um Sinner, Osaka und Co. - "Werden natürlich besser behandelt"
Publiziert 28/05/2026 um 10:16 GMT+2 Uhr
Die Diskussion um eine mögliche Bevorzugung großer Stars im Tennis nimmt bei den French Open in Roland-Garros weiter Fahrt auf. Auslöser waren zum einen die Aussagen von Laura Siegemund nach ihrem Erstrunden-Aus gegen Naomi Osaka - zum anderen frühere Diskussionen um Jannik Sinner bei den Australian Open. Nun hat sich auch Boris Becker klar zu der Debatte positioniert.
Becker erklärt: Darum werden Sinner, Osaka und Co. besser behandelt
Quelle: Eurosport
"Natürlich werden die Top-Spieler und Spielerinnen besser behandelt. Das ist nicht erst heute so, das war auch in meiner Zeit so", erklärte Becker am Mittwochabend bei Eurosport in der Sendung "Matchball Becker".
Der frühere Wimbledon-Sieger verwies dabei unter anderem auf ein Drittrundenmatch von Sinner gegen Eliot Spizzirri bei den vergangenen Australian Open. Der Weltranglistenerste hatte dort körperliche Probleme bekommen. Genau in dieser Phase wurde das Dach geschlossen, wodurch sich das Match unterbrechen musste. Sinner konnte den Platz verlassen und sich einige Minuten erholen, ehe er die Partie noch gewann.
"Als sie entschieden haben, das Dach zu schließen, konnte er den Platz verlassen, da das einige Minuten dauert. Diese paar Minuten konnte er sich erholen", sagte Becker. Anschließend wurde der sechsmalige Grand-Slam-Sieger deutlich: "Lange Rede kurzer Sinn: Natürlich werden die Top-Spieler und Spielerinnen besser behandelt."
Für Becker sei das allerdings kein Skandal, sondern Teil des Geschäfts. "Weil wir Tickets verkaufen, Quote verkaufen. Das war in der Zeit mit Djokovic, Federer und Nadal auch so. Und womit? Mit Recht", erklärte der 58-Jährige.
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Naomi Osaka vor dem Match gegen Siegemund
Fotocredit: SID
Becker: "Dann hast du eine größere Rolle"
Neue Brisanz bekam die Debatte zuletzt durch Aussagen von Laura Siegemund. Die Deutsche hatte nach ihrer Niederlage gegen Naomi Osaka eine unterschiedliche Behandlung der Japanerin kritisiert. Osaka war in einem schwarzen Zweiteiler zum Match erschienen und hatte sich erst kurz vor Spielbeginn umgezogen.
Problematisch sei für Siegemund der Umgang mit den Regeln gewesen. "Ich finde es manchmal ein bisschen problematisch, weil bei jedem Turnier auf die letzte Sekunde geachtet wird, bis man seine Flasche ausgepackt hat und sie kann sich aber noch anderthalb Minuten umziehen", erklärte die 38-Jährige: "Da habe ich dann ein Problem, weil es einfach diese Regelungen gibt."
Laut Becker haben sich die großen Namen jedoch ihre Sonderstellung erarbeitet. "Du musst ja erstmal große Turniere gewinnen, Nummer eins werden, Grand Slam gewinnen und dann hast du eine größere Rolle", sagte Becker weiter.
Innerhalb der Tennis-Welt sei dies längst bekannt: "Das ist in der Umkleidekabine kein Geheimnis, für die Fans möglicherweise, da sie das nicht wissen. Aber im Tennis ist das heute genauso wie vor 30 Jahren."
Becker erklärte zudem, dass sich dieser Status auch abseits der Matches bemerkbar mache – etwa bei der Vergabe von Trainingsplätzen. "Aber es liegt an dem Spieler, der muss einfach nur mehr gewinnen und eine größere Rolle spielen. Das Leben ist nicht immer fair", fasste Becker zusammen.
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Kamilla Rakhimova - Karolina Muchova | French Open 2026 | Highlights
Quelle: Eurosport
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