Jannik Sinner bringt sich als Thronfolger von Novak Djokovic in Position: Die Gründe für den Höhenflug

Jannik Sinner war neben Novak Djokovic und Carlos Alcaraz der prägende Spieler auf der ATP Tour 2023. Mit 22 Jahren hat sich der Südtiroler endgültig in Position gebracht als potenzielle Nummer eins der Zukunft, als kommender Grand-Slam-Champion. Sinner hat sich diesen Status auch deshalb erarbeitet, weil es ihm als einem der wenigen Profis gelingt, vom besten Spieler der Geschichte zu lernen.

Highlights: Sinner führt Italien zum Davis-Cup-Titel

Quelle: SNTV

Jannik Sinner ist sich sicher: "Ich glaube, dass Novak mich zu einem besseren Spieler macht."
Der Satz ist neun Tag alt und fiel nach der Niederlage im bislang größten Match der Karriere. Sinner hatte vor heimischem Publikum in Turin das Endspiel der ATP Finals gegen Djokovic glatt in zwei Sätzen verloren.
Knapp eine Woche später wehrte der Weltranglistenvierte im Davis-Cup-Halbfinale drei Matchbälle gegen den 24-maligen Grand-Slam-Turniersieger ab, führte Italien ins Finale und schließlich zum ersten Titel seit 47 Jahren. Die Episode zeigt eindrucksvoll die Entwicklung, die Sinner genommen hat.
"Besonders in der zweiten Hälfte war ich mental viel, viel stärker. Ich habe mich auf dem Platz nicht mehr so sehr beschwert, wenn etwas schiefgelaufen ist", erläuterte der 22-Jährige, der in dieser Saison in Toronto seinen ersten Masters-Titel gewann und zudem bei den Turnieren von Montpellier, Peking und Wien triumphierte. Das Jahr beendete Sinner auf Rang vier in der Weltrangliste, höher war er nie notiert.

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Gerade in den Duellen mit Djokovic sei der Lerneffekt sehr groß gewesen. "Wenn man gegen den besten Spieler der Welt ein bisschen nachlässt, lässt er es so aussehen, als ob ein großer Unterschied bestünde", betonte Sinner. Genau das passierte im Finale von Turin, als er beim 3:6, 3:6 gegen Djokovic eine deutliche Niederlage kassierte - obwohl er den Serben in der Gruppenphase noch geschlagen hatte.
Sinner gelingt es nicht nur, sich von diesen Negativerfahrungen schnell zu erholen, er nutzt sie, um sich zu verbessern. Mental, aber auch spielerisch. Es war bemerkenswert, wie gut der Aufschlag kam, als er im Davis Cup Matchball gegen sich hatte.

Sinner setzt auf zwei Coaches - mit Erfolg

Eine Qualität, die den Rechtshänder auszeichnet. Nicht umsonst wehrte Sinner in diesem Jahr 69,3 Prozent der Breakbälle ab - mehr als jeder andere Spieler. Im Under Pressure Rating der ATP, in dem Drucksituationen wie Tiebreaks, Entscheidungssätze oder eben Breakbälle analysiert werden, belegt Sinner Platz zwei. Beim Return verbesserte sich der 22-Jährige ebenfalls, im entsprechenden Ranking wird er auf Position drei geführt.
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Sinner on 'special' Davis Cup title, dedicates win to Tathiana Garbin

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Das Geheimnis hinter Sinners Höhenflug liegt auch darin begründet, dass er auf zwei Coaches setzt: Daren Cahill und Simone Vagnozzi. Was generell die Gefahr eines Kompetenzgerangels birgt, zahlt sich hier aus. "Manchmal ist es sehr gut, verschiedene Stimmen zu hören", unterstrich der Südtiroler.
Er lerne dabei regelmäßig neue Dinge. "Jannik glaubt daran, dass er eines Tages den ultimativen Erfolg haben wird, und er weiß, dass man ohne harte Arbeit nicht dorthin kommt. Er ist bereit, diese harte Arbeit zu leisten", lobte Cahill seinen Schützling.

Becker exklusiv zu Sinner: "Grundlage für nächsten großen Schritt"

Sinner sei "immer gefährlich gewesen, aber er hat jetzt eine gewisse Konstanz und eine Entspanntheit auf dem Platz, durch die er auch in kritischen Phasen seiner Linie treu bleibt und sein Tennis spielt", sagt Tennis-Legende Boris Becker im Eurosport-Podcast Das Gelbe vom Ball.
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Becker über Djokovic: "Momentan der beste Sportler der Welt"

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"Das ist die Grundlage für den nächsten großen Schritt - und der muss sein, bei einem Grand-Slam-Turnier ins Halbfinale oder Finale zu kommen und es vielleicht sogar zu gewinnen", führt Becker aus. Sinners Topergebnis bei einem der vier Grand Slams war die Halbfinalteilnahme in Wimbledon im Juli. Den Weg ins erste Major-Endspiel verstellte ihm dann ... natürlich Djokovic.

Sinner: Keiner ist besser gerüstet gegen Djokovic

Es ist typisch für Sinner, dass er nicht im Groll auf das Match zurückschaut, sondern eine positive Deutung gefunden hat. Er sei "wirklich zufrieden, während des ganzen Jahres viele, viele wichtige Spiele in den größten Stadien gespielt zu haben. Das ist etwas, was mir hoffentlich für die nächste Saison helfen kann."
Die nächste Chance aufs erste Grand-Slam-Finale bietet sich bereits im Januar bei den Australian Open. Kommt Sinner weit in Melbourne, dürfte er um ein neuerliches Duell mit Favorit und Titelverteidiger Djokovic nicht herumkommen. Immerhin: Es gibt derzeit keinen Spieler auf der Tour, der besser gewappnet ist für diese Aufgabe - und irgendwann wird der Lehrling seinen 36-jährigen Meister wohl überholen ...
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Becker über Alcaraz: "Viele haben sich weiterentwickelt, er nicht"

Quelle: Eurosport

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