Marketa Vondrousova kritisiert nach Dopingsperre ITIA-Gericht und Kontrollsystem: "Sie zerstören Menschenleben"

Die vierjährige Sperre gegen Marketa Vondrousova nach einem verpassten Dopingtest im vergangenen Dezember schlug in den vergangenen Tagen im Tennis-Zirkus hohe Wellen. Die Tschechin, die nach eigenen Angaben unter schweren Angstzuständen leidet und den Test deshalb verweigerte, legte nun ihre eigene Sicht der Situation dar und griff auch die International Tennis Integrity Agency (ITIA) an.

Marketa Vondrousova kritisiert nach ihrer Sperre das Kontrollsystem

Fotocredit: Getty Images

"Meiner Meinung nach kümmert sich die ITIA überhaupt nicht um die Sicherheit der Sportler oder deren psychische Gesundheit", monierte die ehemalige Wimbledon-Siegerin im Interview mit der tschechischen Zeitung "Sport". "Am meisten erschrecken mich die grenzenlose Macht und die absolute Gelassenheit, mit der sie Menschenleben zerstören."
Bei der Anhöhrung sei ihr trotz drei Arztgutachten, die eine Angststörung bestätigen, vorgeworfen worden, sich diese nur ausgedacht zu haben. "Zu hören, wie das vor Gericht von jemandem geleugnet wird, war extrem belastend."
"Wir sind keine Maschinen, wir sind Menschen. Das alles ist für mich psychisch und auch finanziell eine enorme Belastung." In dem aktuellen System gehe jedoch "die menschliche Seite völlig verloren".
Eine Privatsphäre gebe es durch die Tests auch kaum. Man müsse "das ganze Jahr über für jeden Tag eine Stunde angeben, zu der man sich an einem bestimmten Ort aufhalten wird". Zudem kritisierte Vondrousova, die nach dem Urteil vorerst bis zum 21. Juni 2030 gesperrt ist, dass sich die Kontrolleurin Ende vergangenen Jahres nicht ausgewiesen habe.

Vondrousova kritisiert Kontrolleurin und ITIA

Dies habe die Frau vor dem Tennis-Gericht auch zugegeben, so die 26-Jährige. Konsequenzen gebe es aber nicht: "Dieser Kommissarin wird überhaupt nichts passieren. Dabei hat sie bei der Anhörung zugegeben, dass sie einen Fehler gemacht hat. Niemand wird ihr für vier Jahre die Arbeit verbieten, sie wird keine Turniere verpassen."
Vondrousova erklärte weiter: "Ich möchte mich nicht als Opfer darstellen oder behaupten, dass sie regelrecht lügen, aber sie stellen die ganze Sache furchtbar vereinfacht dar".
Es sei daher "sehr schwer zu akzeptieren, dass sie sich jetzt so verhalten, als wäre von ihrer Seite alles ordnungsgemäß abgelaufen, und mich zur alleinigen Schuldigen machen".

Einspruch gegen Urteil? Vondrosouva noch unsicher

Die Kontrolleurin habe etwa nicht nach Ausweispapieren gefragt, um sicherzustellen, dass es sich um die Tschechin handelt. "Wäre statt mir meine Schwester heruntergekommen, die mir ähnlich sieht, hätte die Kommissarin das überhaupt nicht bemerkt", merkte Vondrousova an.
Ob sie gegen das Urteil vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS Einspruch einlegt, weiß die Wimbledon-Siegerin von 2023 noch nicht.
"Alle um mich herum sagen mir, dass ich mich weiter wehren muss. Es geht um meine Karriere, aber dieser Fall geht bereits über eine einzelne Person hinaus." Es zeige, dass das gesamte System versagt habe.
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Quelle: Eurosport


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