Mischa Zverev rügt Boris Becker nach dessen Kritik an Bruder Alexander Zverev: "Würde auch meine Oma erkennen"
Update 16/12/2025 um 18:32 GMT+1 Uhr
Mischa Zverev hat sich zur Kritik von Boris Becker an seinem Bruder Alexander Zverev pointiert geäußert. Aussagen wie "Weltspitze sieht anders aus" oder Spekulationen über eine "mentale Blockade" hält er für wenig hilfreich - vor allem vor dem Hintergrund anhaltender körperlicher Probleme bei Bruder Alexander. Im Interview mit "web.de" verteidigte Mischa Zverev die Leistungen seines Bruders.
Zverev: "Dieses Jahr war ein Alptraum für mich"
Quelle: SNTV
Die kritischen öffentlichen Bemerkungen von Boris Becker in Richtung von Alexander Zverev kamen nicht gut an im Team des Weltranglistendritten aus Hamburg: "Boris kann sagen, was er will. Ich nehme es einfach nicht persönlich. Ob es uns oder Sascha gefällt, ob es allgemein hilfreich ist, steht auf einem anderen Blatt", ließ Mischa Zverev keinen Zweifel daran, was er von den Einlassungen des sechsmaligen Grand-Slam-Turniersiegers hält.
Vor allem bei Verletzungen seien einfache Ratschläge fehl am Platz: "Wenn sich jemand nicht wohlfühlt, weil er ein Knochenödem hat oder nahe an einer Stressfraktur ist, dann sind, wenn ein Ball ins Netz geht, Kommentare wie 'Spiel etwas höher!' einigermaßen verzichtbar", so der 38-Jährige, der einst selbst an Position 25 des ATP-Rankings stand.
Noch deutlicher wird Mischa Zverev, wenn es um Beckers Einordnung seines körperlich angeschlagenen Bruders geht: "Wenn jemand verletzt ist und deshalb keine Topleistung bringt, was auch meine Oma erkennen würde, ist es einfach nicht wahnsinnig hilfreich, dies mit 'Der spielt nicht gut' zu kommentieren."
Vielmehr sei es entscheidend, den Fokus nicht zu verlieren: "Für unser Team ist es nur wichtig, dass Sascha wieder topfit wird und konsequent weiterarbeitet. Er weiß, in welche Richtung er gehen muss", führte Mischa Zverev aus.
Mutmacher für Alexander Zverev: "Dann kommt der Rest von alleine"
Auf die Saison 2025 angesprochen, stellte der 38-Jährige die physische Verfassung seines etwa zehn Jahre jüngeren Bruders in den Vordergrund. "Sascha hatte in diesem Jahr sehr viele körperliche Probleme. Heißt: Er war eigentlich permanent angeschlagen - mal ein bisschen, mal sehr." Vor diesem Hintergrund sei "das Jahr wirklich nicht schlecht gewesen, zumal er ja auch die Nummer drei der Welt ist".
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Alexander Zverev beim Davis Cup Final 8 in Bologna
Fotocredit: Getty Images
Überdies sei Alexander Zverev 2025 der einzige Spieler gewesen, "der neben Carlos Alcaraz und Jannik Sinner in einem Grand-Slam-Finale stand. Darüber hinaus hat er die BMW Open in München gewonnen." Nichtsdestotrotz bleibe Raum für Verbesserung. "Er ist mit dem Jahr natürlich nicht ganz zufrieden, aber im Ranking sieht es gut aus."
Der 28-Jährige könne "sich überall steigern, aber primär muss er mal fit werden und vor allem bleiben." Nur dann lasse sich das Spiel stabilisieren: "Wenn er körperlich gesund ist und langfristig auf einem hohen Niveau spielen kann, ohne sich Sorgen machen zu müssen, dann kommt der Rest von alleine."
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Finale: Zverev beißt sich an Sinner die Zähne aus - Highlights
Quelle: Eurosport
Andernfalls, so Mischa Zverev, könne die Psyche Probleme machen: "Ist man angeschlagen und fühlt sich ständig unwohl, dann leidet natürlich auch das Selbstbewusstsein darunter."
Zverev: "Werden wieder einen Grand-Slam-Sieger haben"
Generell stelle sich die Situation im deutschen Männer-Tennis vielschichtig dar. "Sascha ist natürlich prinzipiell unglaublich gut und sehr stark - und das seit fast einem Jahrzehnt. Und sonst? Man kann sich als Deutscher vielleicht etwas mehr wünschen, aber die Situation ist keineswegs tragisch", betonte Mischa Zverev.
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Mischa Zverev reagiert deutlich auf die Kritik von Boris Becker.
Fotocredit: Getty Images
Er beobachte eine positive Entwicklung bei den jungen Spielern. "Justin Engel und Diego Dedura-Palomero spielen gut, aber auch ein paar andere bringen tolle Leistungen. Und bei den Junioren gab es in Paris mit Siegen sowohl im Herren-Einzel durch Niels McDonald als auch im Damen-Doppel mit Eva Bennemann und Sonja Zhenikhova riesige Erfolge."
Langfristig bleibt Mischa Zverev optimistisch, was deutsche Grand-Slam-Erfolge betrifft: "Wir werden auch wieder einen Grand-Slam-Sieger haben. Und ich hoffe natürlich, dass Sascha im kommenden Jahr der nächste sein wird."
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