Novak Djokovic blickt auf Australian Open 2022 zurück - Serbe spricht über Ausweisung: "Ganze Welt sah mich als Feind"

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Novak Djokovic hat ausführlich über einen der turbulentesten Abschnitte seiner Karriere gesprochen. In der Prime-Video-Dokumentation "Novak Djokovic: Der Wolf im Winter" blickt der serbische Tennisstar auf seine Einreise nach Australien und die anschließende Abschiebung unmittelbar vor den Australian Open 2022 zurück. Mehr als vier Jahre später beschäftigt ihn der Fall noch immer.

Djokovic über Australien-Einreiseverbot 2022: Mir wurde Unrecht angetan!

Quelle: Perform

"Ich hatte eine negative Erfahrung vor ein paar Jahren. Und ich spüre immer noch eine gewisse Bitterkeit, weil viele das Ganze bis heute nicht verstehen", sagt Djokovic. Vor allem einer verbreiteten Darstellung widerspricht er: "99 Prozent der Leute wissen nicht, was damals passiert ist. Sie glauben, ich wurde aus Australien ausgewiesen, weil ich nicht geimpft war. Aber das stimmt nicht."
Djokovic war damals nicht gegen das Coronavirus geimpft. Nach seiner Darstellung erfüllte er jedoch die Voraussetzungen für eine medizinische Ausnahmeregelung: "Ich war nicht geimpft, hatte aber in den sechs Monaten zuvor zweimal Corona und war somit berechtigt. Ich erhielt eine Ausnahmegenehmigung."
Noch vor dem Abflug sorgte der damalige Weltranglistenerste allerdings selbst für zusätzliche Aufmerksamkeit. Auf Instagram verkündete er: "Ich reise nach Australien mit einer Ausnahmegenehmigung." Seine Frau Jelena hatte ihm davon abgeraten.
"Er hat es rausposaunt. Das war ein Fehler. Es wurde als Prahlerei aufgefasst", sagt sie rückblickend. Djokovic selbst zieht daraus eine klare Lehre: "Hör lieber auf den Instinkt deiner Frau."

Djokovic: "Die ganze Welt sah mich als Feind"

Bei seiner Ankunft in Melbourne wurde Djokovic von Grenzbeamten aufgehalten. "Noch während der Passkontrolle kamen mehrere Grenzkontrollbeamte auf mich zu, und ich spürte, dass etwas nicht stimmte", erinnert er sich. Von 23 Uhr bis 9 Uhr habe er in der Einreisezone festgesessen.
Es folgte ein tagelanges juristisches und politisches Tauziehen. Sein Visum wurde zunächst annulliert, diese Entscheidung vor Gericht aufgehoben und anschließend durch den damaligen Einwanderungsminister erneut widerrufen. Ein Gericht bestätigte die Entscheidung, am Vorabend des Turniers wurde Djokovic abgeschoben.
"Ich wurde mehr zum Feind gemacht, als ich es je zuvor in Tenniskreisen erlebt hatte. Die ganze Welt sah mich als Feind", sagt der 24-malige Grand-Slam-Champion.
Auch seine Entscheidung gegen eine Impfung verteidigt Djokovic weiterhin. "Weil ich es nicht für nötig hielt. Warum sollte ich mich impfen lassen? Ich bin ein gesunder Athlet. Ich hatte Corona, ich bin immun. Ich gefährde niemanden", erklärt der 39-Jährige.
Als Impfgegner will er dennoch nicht verstanden werden. "Ich habe nie gesagt, dass ich für oder gegen Impfen bin. Selbst die Impfgegner-Bewegung erklärte mich zu ihrem Helden. Dabei hatte ich mich nie irgendeiner Bewegung angeschlossen." Ihm gehe es um "Selbstbestimmung über den eigenen Körper".
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Novak Djokovic gewann im Folgejahr die Australian Open 2023

Fotocredit: Getty Images

Djokovic kritisiert Vorgehen der Australier: "Es war reine Politik"

Für die harte Haltung Australiens zeigt Djokovic zumindest teilweise Verständnis. Das Land hatte während der Pandemie besonders strenge Lockdown- und Einreisebestimmungen. "Sie wollten nicht, dass jemand wie ich, den viele dort kennen und von dem sie wissen, dass er ungeimpft ist, in ihrem Land ein Turnier spielt, einen Monat bleibt und wieder abreist, während nicht einmal Australier wieder heimkehren durften."
Gleichzeitig verweist Djokovic darauf, dass nach seinen Informationen ein weiterer Spieler und ein Trainer mit derselben Ausnahmeregelung eingereist seien. Für ihn ist deshalb klar: "Es war reine Politik. Es ging weder um Medizin noch um etwas anderes."
Seine Haltung kostete Djokovic in der Folge weitere Turnierteilnahmen, unter anderem in den USA. Damit konnte er leben, betont jedoch: "Aber für Australien hatte ich die Erlaubnis."
Ein Jahr später kehrte der Ausnahmekönner nach Melbourne zurück. "Es hatte eine tiefere Bedeutung. Ich musste diese Australian Open gewinnen", sagt er in der Doku. Die Ereignisse von 2022 habe er als zusätzlichen Antrieb genutzt.
Djokovic hielt Wort: 2023 gewann er die Australian Open zum zehnten Mal. Nach dem Finalsieg brach er in den Armen seiner Familie in Tränen aus und ließ die turbulenten Geschehnisse aus dem Vorjahr hinter sich.
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Quelle: SNTV


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