Olympia 2021: Alexander Zverev und seine historische Gold-Mission - vergesst Wimbledon!
Alexander Zverev ist bei den Olympischen Spielen von Tokio nur noch einen Sieg vom Goldmedaillen-Traum entfernt. Der 24-Jährige geht nach dem 1:6, 6:3, 6:1 gegen Novak Djokovic als Favorit ins Endspiel gegen Karen Khachanov. Bei aller gebotenen Vorsicht herrscht im Zverev-Lager schon jetzt der Ausnahmezustand. Bruder Mischa Zverev brachte die Situation mit einem Wimbledon-Vergleich auf den Punkt.
Alexander Zverev erreicht das Finale bei Olympia in Tokio
Fotocredit: Imago
"Was bist du denn für ein Teufelskerl, Sascha?"
Die Frage kam von Deutschlands Tennis-Legende Boris Becker, die Antwort hatte Alexander Zverev schon vorher mit seinem Dreisatzerfolg gegen Novak Djokovic geliefert.
Gewinnt der 24-Jährige am Sonntag auch das Finale gegen Karen Khachanov, hat er ebenfalls Legenden-Status: als erster deutscher Olympiasieger im Tennis-Einzel der Männer. Das bisherige Topergebnis ist die Silbermedaille von Tommy Haas 2000 in Sydney.
Zverev hat die Chance, deutsche Tennisgeschichte zu schreiben. "Das ist einer der stolzesten Momente meiner Karriere - wenn nicht sogar der stolzeste", brach es nach dem Coup gegen die Nummer eins der Welt aus dem 24-Jährigen heraus.
Zverev hatte schon vor Turnierbeginn angekündigt, "Gold für Deutschland" holen zu wollen.
Tränen bei Alexander und Mischa Zverev
Wie ernst es ihm damit ist und wie emotional er sich auf den Wettbewerb eingelassen hat, ließ sich im Ariake Tennis Park beobachten.
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Zverev kämpft Djokovic im Olympia-Halbfinale 2021 nieder
Quelle: Eurosport
Nach dem Matchball gegen Djokovic ging Zverev in die Knie, die Tränen strömten - und da war es auch fast egal, dass der große Moment vor leeren Rängen stattfinden musste. Und auch im etwa 9.400 Kilometer Entfernung gelegenen München flossen die Tränen.
Bruder Mischa Zverev, der die Olympischen Spiele als Experte bei Eurosport begleitet, ließ seinen Emotionen live im TV freien Lauf.
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Mischa Zverev weint im Studio: "Dafür kämpfen wir die ganze Zeit"
Quelle: Eurosport
Als der 33-Jährige sich vom Positiv-Schock erholt hatte, erklärte er, weshalb der kleine Bruder im Endspiel beste Chancen hat, Gold zu holen.
Zverev "wie ein Stier"
"Sascha hat meiner Meinung nach die besseren Schläge, gerade von hinten. Er ist im Moment wie ein Stier", dozierte Mischa, erinnerte aber auch daran, dass Alex die beiden vergangenen Partien gegen Khachanov verlor. "Das war eindeutig, beide Male in zwei Sätzen. Aber das ist jetzt etwas ganz anderes. Sascha spielt für sein Land bei Olympia und hat gerade Djokovic geschlagen."
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Der Matchball zur sicheren Medaille: Zverev ringt Djokovic nieder
Quelle: Eurosport
Ein Meilenstein und der Beweis, dass die Sommerspiele auch für die Tennis-Stars immense Bedeutung haben und es in Sachen Prestige durchaus mit den vier Grand-Slam-Wettbewerben aufnehmen können.
"Wie buchstabiert man Wimbledon?"
"Wenn man Sascha jetzt nach Wimbledon fragen würde, dann würde er wohl sagen: 'Wimbledon, was ist das, wie buchstabiert man das?'", scherzte Mischa im Eurosport-Studio. "Jetzt zählt für ihn einfach nur noch Gold."
Dennoch: Im Zverev-Lager wird sich niemand davon blenden lassen, dass Khachanov als Nummer 25 der Welt 20 Position hinter dem Hamburger liegt und im Finale die Außenseiterrolle innehat.
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Djokovic rastet aus! Zverev schnappt sich Break im Zweiten
Quelle: Eurosport
"Karen ist im Finale, weil er in dieser Woche unglaubliches Tennis spielt", betonte Zverev im Exklusiv-Interview bei Eurosport: "Er ist in ein einer Wahnsinnsform. Es wird kein einfaches Match sein, egal, wer wo in der Rangliste steht."
Fakt ist aber auch, dass Zverevs Selbstvertrauen nicht größer sein könnte. Er hat keinen Hehl daraus gemacht, Olympiasieger werden zu wollen. Er ist auch bei der ultimativen Herausforderung im Halbfinale gegen die Nummer eins der Welt ruhig geblieben. 1:6 und 2:3 mit Breakrückstand lautete das Zwischenergebnis aus Sicht des Deutschen. "Da packst du eigentlich deine Sachen", gab Bruder Mischa zu.
Es kam anders.
Zverev verdeutlichte sich, dass er trotz des Rückstands "gar nicht so schlecht" spielt - und drehte die Partie einfach. Zehn der folgenden elf Spiele holte sich der Weltranglistenfünfte, das Endspielticket war gebucht.
"Ich habe jetzt eine Medaille für Deutschland geholt. Das ist ein unglaubliches Gefühl", stellte Zverev fest. Nun gilt es, den letzten Schritt zu machen - wobei: ein Teufelskerl ist er schon jetzt ...
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Frustrierter Zverev trümmert Schläger auf den Boden
Quelle: Eurosport
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Monsterballwechsel: Zverev jagt Djokovic quer über den Platz
Quelle: Eurosport
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