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Professional Tennis Player Association verklagt ATP, WTA, Weltverband und Tennis Integrity Agency: "Tennis ist kaputt"
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Update 19/03/2025 um 10:27 GMT+1 Uhr
Die von Novak Djokovic mitgegründete Spielergewerkschaft Professional Tennis Player Association geht gegen etablierte Strukturen im Profitennis vor. Die PTPA teilte mit, sie habe "eine Reihe von Klagen" in den USA, Großbritannien und der EU gegen die Dachverbände des Tennissports eingereicht. Betroffen sind die ATP und WTA, der Weltverband (ITF) und die International Tennis Integrity Agency ITIA.
Vasek Pospisil (re.) und Novak Djokovic (li.) hoben die PTPA einst aus der Taufe
Fotocredit: Getty Images
"Das Tennis ist kaputt", sagte Ahmad Nassar, Exekutivdirektor der PTPA laut einer Pressemitteilung. Hinter einer glamourösen Fassade seien "die Spieler in einem unfairen System gefangen, das ihr Talent ausnutzt, ihre Einkünfte unterdrückt und ihre Gesundheit und Sicherheit gefährdet".
Mit den Klagen wolle man "enthüllen, wie die korrupten Tennisverbände Spieler systematisch missbrauchen, zum Schweigen bringen und ausbeuten, um durch monopolistische Kontrolle persönliche Gewinne zu erzielen".
Die "weitreichenden und langjährigen illegalen Praktiken der Tennisverbände", moniert die PTPA in ihrer Mitteilung, "haben den Spielern, Fans und dem Sport geschadet". Daraus sei eine "ernste Bedrohung" für die Zukunft entstanden.
Die Klagen würden "mit überwältigender Mehrheit von den über 250 besten Spielerinnen und Spielern unterstützt, darunter die Mehrheit der Top-20-Spieler", so die PTPA.
Zeit für Dialog abgelaufen: PTPA macht ernst
Die Möglichkeiten einer Reform durch einen Dialog seien ausgeschöpft, es gehe darum, das Tennis "für die kommenden Generationen von Spielern und Fans zu retten".
Die ATP, die WTA, die ITF und die ITIA operierten als "Kartell", indem sie "eine Reihe drakonischer, ineinandergreifender wettbewerbswidriger Beschränkungen und missbräuchlicher Praktiken anwenden" würden, hieß es weiter.
"Hier geht es nicht nur um Geld, sondern um Fairness, Sicherheit und grundlegende Menschenwürde", sagte der Kanadier Vasek Pospisil, Co-Gründer der Gewerkschaft von Djokovic.
12,8 Millionen Dollar mit Spezialcocktail - PTPA greift US Open an
Um die aus ihrer Sicht unhaltbaren Zustände zu verändern, zog die PTPA Quervergleiche zu anderen Sportarten. "Mehr als zwei Milliarden Menschen in 200 Ländern verfolgten im vergangenen Jahr professionelle Tennisspiele, was die weltweite Leidenschaft und Nachfrage für diesen Sport und seine Profisportler zeigt", ist in der Mitteilung zu lesen.
Tennisspieler würden "jedoch nur einen Bruchteil dessen verdienen, was Spitzensportler in anderen Sportarten verdienen. Im Jahr 2024 nahmen die US Open 12,8 Millionen Dollar durch den Verkauf eines einzigen Spezialcocktails ein, was mehr war, als sie den beiden Einzel-Champions zusammen zahlten. Tennisspieler erhalten nur 17 % der Einnahmen", kritisiert die PTPA. Im Golf, Basketball und American Football liege dieser Wert "zwischen 35 und 50 Prozent".
Djokovic treibende Kraft bei PTPA-Gründung im Sommer 2020
Djokovic schob im Sommer 2020 die Gründung der neuen Spielergewerkschaft PTPA (Professional Tennis Players Association) an, die sich zumindest damals nicht in Konkurrenz zur ATP sah, den Spielern aber zu mehr Einfluss und Entscheidungsgewalt verhelfen wollte.
Einer Meldung der "New York Times" zufolge habe Djokovic sich seiner Zeit als Präsident der PTPA gesehen. Ihm zur Seite standen die Gründungsmitglieder John Isner (USA) und Pospisil.
Die PTPA beruft sich bei ihrem aktuellen Vorgehen zwar auf die "Mehrheit der Top-20-Spieler", namentlich werden diese aber nicht genannt - auch Djokovic nicht.
ATP setzt sich zur Wehr
Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. "Während die ATP sich weiterhin auf Reformen konzentriert, die den Spielern auf verschiedenen Ebenen zugutekommen, hat die PTPA konsequent Spaltung und Ablenkung durch Fehlinformationen dem Fortschritt vorgezogen", heißt es in einer Erklärung der Spielervereinigung - und auch die WTA und ITIA wiesen die Vorwürfe zurück.
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