Am 4. August vermeldete die ATP, dass das Masters von Cincinnati "den Beginn der Rückkehr zur Normalität" markiere. Die Ranglistenpunkte aller Spieler ergibt sich nun also wieder aus den Ergebnissen der vergangenen 52 Wochen - hätte man meinen können.
Ganz so einfach ist es freilich nicht, die Rede war ja nur vom "Beginn" der Rückkehr zur Normalität.
Nur: Wann errechnet sich die Weltrangliste tatsächlich wieder ausschließlich aus den Resultaten der vergangenen 52 Wochen? Die Antwort: erst am 15. August 2022.
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Bis dahin ist es eine Rückkehr zum alten System auf Raten.

Weltrangliste: "Best-of-Methode" fällt weg

Wie berechnet sich also die Weltrangliste bis dahin? Beginnend mit dem Masters von Cincinnati im August 2021 (ATP-Kalender) werden die neu erzielten Punkte in die Weltrangliste übernommen und die aus der vorangegangenen Auflage des jeweiligen Turniers gestrichen.
Die zuletzt angewandte "Best-of-Methode" fällt also weg. Dabei wurde jeweils das bessere Turnierergebnis eines Spielers aus den Corona-Jahren 2021 und 2020 oder auch der Saison 2019 gewertet.
Das führte zu mitunter bizarren Berechnungen. Vor allem das Beispiel Roger Federer musste immer wieder herhalten, um die vermeintlichen Ungerechtigkeiten aufzuzeigen.

Absurde Wimbledon-Rechnung bei Federer

Ein Beispiel: Als Federer in diesem Jahr in Wimbledon im Viertelfinale ausschied, hätte ihm das normalerweise 360 Punkte eingebracht. Gutgeschrieben aber wurden 600.
Der Grund? 2019 war Federer im Finale gestanden. Gibt normalerweise 1200 Punkte - da Wettbewerbe aus 2019 von der ATP immer noch zu 50 Prozent angerechnet werden, bleiben dem Superstar immerhin 600.
In Summe führte das dazu, dass Federer, der 2019 ein sehr gutes Jahr hatte, in der Weltrangliste nur sehr langsam an Boden verlor.

Roger Federer - Wimbledon

Fotocredit: Getty Images

Federer eigentlich schon lange raus aus Top Ten

Obwohl der Schweizer 2020 und 2021 nur 19 Matches (15:4 Siege) bestritt und kein Turnier gewann, liegt er aktuell noch immer auf Rang neun im Ranking.
Die Realität im Jahr 2021 sieht freilich ganz anders aus: Legt man das "Singles Race" daneben, das nur Ergebnisse aus diesem Jahr berücksichtigt und als Grundlage für die Teilnahme an den ATP Finals in Turin fungiert, wird Federer hier folgerichtig nur auf Position 68 geführt.

Zverev: "System eine Katastrophe"

Entsprechend wurde von anderen Profis und Experten bemängelt, dass einige Profis überproportional von den Corona-Anpassungen profitieren. "Das ganze System ist beschissen", kritisierte etwa Alexander Zverev mit deftigen Worten.
Mit der im August eingeläuteten Normalisierungsphase hat der Spuk dann aber allmählich ein Ende. Heißt: Spielt Federer nicht, wird er nun fast im Wochen-Rhythmus Plätze und Punkte verlieren. Bereits am kommenden Montag wird der Rekord-Grand-Slam-Champion erstmals seit 2017 wieder aus den Top Ten fliegen.
Bis zum Masters in Montréal im kommenden August wird nun ein Event nach dem anderen in den normalen Ranking-Modus zurückkehren - und Federer logischerweise erst dann wieder punkten können, wenn er sein Comeback gibt.
Wann das sein wird, steht allerdings noch in den Sternen.
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