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Roger Federer hat noch lange nicht genug: Die Jagd auf den 100. Titel ist eröffnet

Jagd auf den Meilenstein: Darum hat Federer noch lange nicht genug

31/10/2018 um 07:04Aktualisiert 31/10/2018 um 09:04

Roger Federer hat mit dem 99. Turniersieg beim Heimturnier in Basel mal wieder ein kleines Tennis-Märchen wahr gemacht. Viel mehr als an nackten Zahlen ist dem 37-Jährigen aber daran gelegen, "bewusster zu genießen und eine schöne Party" zu feiern. Federer bekannte, dass ihn das nahende Ende seiner großen Karriere durchaus beschäftigt. Vorher will er aber noch zum großen Schlag ausholen.

Der Satz sagt eigentlich alles. "Das ist möglicherweise ein Wendepunkt." Federer unterstrich damit im Interview mit der "Basler Zeitung", dass nun ein weiteres wichtiges Kapitel seiner Karriere beginnt - nach 20 Grand-Slam-Titeln, 310 Wochen auf Platz eins der Weltrangliste und im Alter von 37 Jahren.

"Kitschig à la Hollywood - und dennoch pure Realität", bewertete der Schweizer "Blick" das Phänomen Federer, merkte aber auch kritisch an, dass "der irdisch gewordene, 37-jährige Tennis-Heiland" ohne die Unterstützung der Fans das Turnier wohl nicht gewonnen hätte.

"Nicht bei allen 99 Titeln gut gespielt"

Federer mag tatsächlich nicht mehr an die Form seiner besten Jahre herankommen, er mag nicht mehr die Konstanz haben - aber er versteht es wie kein anderer, sich neu zu motivieren und das Maximum aus seinen Möglichkeiten herauszuholen.

Die Jagd auf den 100. Titel hat er nun für eröffnet erklärt:

"Die 100 sind nun das Ziel. Es könnte an jedem Turnier geschehen, und das ist eine Extramotivation. "

Auch in Basel lief es beileibe nicht immer rund. Er habe zwar sich aber "mit der Zeit befreit und mit mehr Kontrolle und Sicherheit" gespielt. "Wieso das so war, dafür habe ich keine Erklärung."

Zu schaffen macht ihm das nicht, Federer legt im Herbst seiner Karriere viel mehr Wert darauf, die Erfolg zu genießen. "Seit Jahren denke ich, jeder Titel könnte mein letzter sein. Und inzwischen schaffe ich es, diese Momente viel bewusster zu genießen, eine schöne Party zu machen."

50 Tickets hatte er deshalb am Finaltag in Basel für Freunde und Familie besorgt. "Es war schön zu sehen, wie viel ihm sein Heimturnier nach all den Jahren noch bedeutet. Wie er sich durchkämpfte, sich an kleinen Dingen aufrichtete und sich immer wieder pushte", lobte der "Tages-Anzeiger".

Fällt die 100 in Paris oder London?

Die nicht fest eingeplante Teilnahme in der französischen Hauptstadt hat in erster Linie taktische Gründe. Momentan würden Matches mehr bringen als Training, erläuterte Federer, "auch im Hinblick auf London".

Noch so eine Stärke von Federer, nur noch das zu tun, was er für das Beste hält - auch wenn das bedeuten kann, Kritik auf sich zu ziehen. So geschehen nach dem Auslassen der kompletten Sandplatz-Saison.

Die Erfolge geben dem Maestro stets recht. Jahrelang musste er sich in den Medien anhören, dass es an der Zeit sei, die Karriere zu beenden, nachdem er von 2013 bis 2016 kein Grand-Slam-Turnier mehr für sich entscheiden konnte.

Dann kamen die Jahre 2017 und 2018 mit drei Grand-Slam-Titeln und der Rückkehr auf Platz eins der Weltrangliste. Federer wird diese Errungenschaften wohl, ähnlich wie jetzt in Basel, als "Wendepunkte" verbucht haben. Und es müsste schon viel schiefgehen, wenn der nächste nicht mir der Zahl 100 in Verbindung stünde...

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