Vielleicht sollte Roger Federer mal Kontakt aufnehmen zu Turnheld Andreas Toba, dem ehemaligen Fußball-Nationalspieler Simon Rolfes oder zur österreichischen Skiläuferin Stephanie Brunner. Das Trio hat dem Tennis-Star eines voraus: Alle drei wissen, wie es ist, nach drei Knieoperationen die Karriere fortzusetzen.
Genau das hat auch Federer vor.
Nun ist Knieoperation natürlich nicht gleich Knieoperation, auch die Belastungen sind je nach Sportart ganz unterschiedlich, aber klar ist auch: Es kann nicht schaden, positive Geschichten zu hören. Zumal bei Federer ein erhöhter Schwierigkeitsgrad besteht. "Ich weiß, wie schwer es in diesem Alter ist, sich erneut einer OP zu unterziehen", erklärte der 40-Jährige in einer Videobotschaft auf Instagram.
Tennis
Nächster Rückschlag für Federer: "Bin für viele Monate raus"
15/08/2021 AM 19:12
Das rechte Knie, inzwischen medial zum "Problemknie" gekürt, macht dem 20-fachen Grand-Slam-Turniersieger seit längerem Sorgen. Schon im vergangenen Jahr ließ Federer zwei operative Eingriffe vornehmen.

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Ganze 19 Partien auf Tour-Level konnte der Schweizer in den Spielzeiten 2020 und 2021 absolvieren. Matchpraxis aufbauen, Sicherheit finden, Wettkampfhärte entwicklen? Fiel alles aus. Immerhin: Die Sonderregelungen während der Corona-Pandemie im Hinblick auf die Weltrangliste sorgten dafür, dass Federer noch immer in den Top Ten steht.

Federer in kniffliger Lage

Er muss sich in diesem Sommer aber mit der Frage beschäftigen, ob ein Comeback überhaupt noch möglich, oder besser sinnvoll ist? Es sei der Plan, "auf die Tour zurückzukehren", so der Superstar. Einerseits. Andererseits sei er "realistisch" genug, um die Größe der Aufgabe zu erkennen. Obwohl er "viele Wochen auf Krücken" angewiesen und "viele Monate raus" sei, will Federer "in Form" sein, wenn er zurückkommt.
Es ist eine knifflige Lage, die sich aufgetan hat. Kommt Federer zurück und findet seine Form nicht wieder, was mit bald 41 Jahren normal wäre, droht die Laufbahn mit einer Serie an Niederlagen auszuklingen. Ein Szenario, das niemand sehen möchte. Nicht die Fans, nicht die Gegner - und er selbst sowieso nicht.
Wagt Federer kein Comeback, wäre eine der größten Sportkarrieren glanzlos zu Ende gegangen. Es wäre nicht das erste Mal, dass dies einem Schweizer Topsportler passiert. Die Zeitung "Blick" hat sich bei Größen wie Riesenslalom-Weltmeisterin Sonja Nef oder Abfahrts-Weltmeister Patrick Küng umgehört.
Die beiden hat erlebt, was Federer droht: ein Karriereende, das anders geplant war, aufgrund körperlicher Probleme aber nötig wurde.

"Federer hat offenbar den Willen ..."

"Klar, ein Abschied auf der großen Bühne wäre schön gewesen. Sollte Federer auch aufhören müssen, kann ich ihm aber sagen: Im Nachhinein ist das nicht so wichtig. Es spielt keine Rolle, denn es bleibt so oder so viel Positives hängen", befand Nef, macht den Fans des Maestros aber auch Hoffnung. "Etwas ist wichtig: Federer hat offenbar den Willen, zurückzukehren - diese Einstellung hilft bei der Reha extrem", glaubt die Riesenslalom-Weltmeisterin von 2001.

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Auf der anderen Seite gelte es auch, die Zukunft im Auge zu behalten, betonte Küng. "Roger weiß, dass das Ende als Spitzensportler naht, und möchte auch nach der Karriere noch Sport treiben können - bei mir war das ein entscheidender Punkt", befand der 37-Jährige, der seine Alpin-Karriere 2019 nach einem Trainingssturz beendete.

Federers Wunsch? Eine Repeat-Taste

Überlegungen, die auch Federer anstellen wird, bevor er seine große Entscheidung trifft. Hätte der 40-Jährige einen Wunsch frei, würde es allerdings ganz anders weitergehen, wie er dem "Blick" verriet. "Durch das Tennis habe ich viel erlebt und viel gesehen. Aber jetzt würde ich irgendwie gern die Repeat-Taste drücken und alle nochmals erleben ohne den Stress, ohne die ganzen Verpflichtungen eines Spielers."
Leider hat das Leben ein solche Repeat-Taste nicht vorgesehen, nicht einmal für Roger Federer ...
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