Novak Djokovic: Warum die Chancen auf den Grand Slam trotz Pleite bei Olympia gut stehen
Olympia hin oder her - Novak Djokovic ist weiter auf historischer Mission, greift bei den US Open nach dem Grand Slam. Der Serbe ist als Nummer eins der Welt der Topfavorit, daran ändert auch die Halbfinal-Niederlage von Tokio gegen Alexander Zverev nichts. Im Unterschied zu den drei bisherigen Major-Events stehen hinter Djokovic einige Fragezeichen, während sein Coach ihn öffentlich verteidigt.
Novak Djokovic peilt den Grand Slam an
Fotocredit: Getty Images
Es ist erst ein paar Tage her, da gab Goran Ivanisevic dem serbischen TV-Sender "B92" ein Interview. Der Wimbledon-Sieger von 2001, heute Coach im Team von Novak Djokovic, nutzte das Gespräch, um seinen Schützling in Schutz zu nehmen. "Novak ist zum besten Tennisspieler aller Zeiten avanciert und wird das in Kürze auch statistisch beweisen", betonte Ivanisevic.
Und: "Novak sagt, was er denkt, und das mögen viele nicht."
Zuletzt hatte Djokovic bei den Olympischen Spielen für Schlagzeilen gesorgt. Nachdem der Traum vom Golden Slam geplatzt war, leistete sich der Weltranglistenerste beim verlorenen Spiel um Bronze gegen Pablo Carreño Busta zwei Ausraster, ehe er das Bronze-Match im Mixed-Doppel absagte. Aus Verletzungsgründen, wie er erklärte. Viele nahmen ihm das allerdings nicht ab. Es blieb ein fader Beigeschmack.
Djokovic habe bei seinen Wutausbrüchen "kein gutes Bild" abgeben, monierte auch Rafael Nadal. Der Branchenprimus sei schließlich "ein Vorbild für so viele Kinder. Er ist die Nummer eins der Welt und einer der Besten der Geschichte."
Djokovic: Einbruch gegen Zverev wirft Fragen auf
Überdies hatte der Einbruch von Djokovic im Halbfinale gegen Alexander Zverev, als er bei einer 6:1, 3:2-Führung zehn der elf folgenden Spiele und damit auch das Match verlor, Zweifel an der Form aufkommen lassen.
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Zverev kämpft Djokovic im Olympia-Halbfinale 2021 nieder
Quelle: Eurosport
Dazu passen auch die beiden Absagen für die Masters-Events von Toronto und Cincinnati. Djokovic ist erst einmal auf Tauchstation gegangen und wird die US Open ohne Vorbereitungsturnier in Angriff nehmen.
Das ist an für sich nicht komplett ungewöhnlich, auch Rafael Nadal oder Roger Federer haben dies in der Vergangenheit bei einzelnen Grand-Slam-Turnieren so gehandhabt. Hinzu kommt, dass Djokovic zuletzt in Tokio bereits auf Hartplatz gespielt hat und der Belag ohnehin sein liebster ist.
Linienrichterin abgeschossen - Erinnerungen an US Open 2020
Wobei er bei den US Open vermintes Terrain betritt. Unvergessen die Disqualifikation im Vorjahr, als Djokovic im Achtelfinale gegen Pablo Carreño Busta einen Ball wegdrosch und unglücklicherweise eine Linienrichterin am Hals traf. Der Klassiker von Flushing Meadows birgt also durchaus eine spezielle Komponente für den 20-fachen Grand-Slam-Turniersieger.
Der bei Major-Wettbewerben übliche Best-of-Five-Modus dürfte dem Serben dagegen in die Karten spielen. Physisch und mental hat er zigfach gezeigt, wozu er im Stande ist, wenn er topfit aufschlägt. Die Pause vor den US Open ergibt daher durchaus Sinn und muss beileibe kein Zeichen von Schwäche sein - auch wenn er in Tokio von einer Verletzung der linken Schulter sprach.
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Ausraster deluxe: Djokovic schleudert Schläger auf die Tribüne
Quelle: Eurosport
Die Enttäuschung, den Golden Slam und eine Medaille für Serbien verpasst zu haben, dürfte das Hauptproblem gewesen sein.
Ernste Probleme bei Thiem, Nadal und Federer
Da sieht es bei Titelverteidiger Dominic Thiem, Rafael Nadal und Roger Federer physisch schon wesentlich besorgniserregender aus. Das Comeback des Österreichers steht nach einer Handgelenksverletzung noch in den Sternen, möglicherweise muss er das letzte Grand-Slam-Event der Saison sogar auslassen.
Das könnte auch Nadal passieren, der nach einer Fußverletzung Toronto und Cincinnati abgesagt hat. Federer plagt sich derweil mit einer Knieverletzung herum, ob und in welcher körperlichen Verfassung der 40-Jährige am Big Apple aufschlägt, ist völlig offen.
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Highlights: Djokovic kassiert im Spiel um Bronze die nächste Pleite
Quelle: Eurosport
Djokovic hat indes seine ganz eigene Methode, sich wieder auf Topniveau zu bringen - mithilfe von Meditation und Yoga.
Ivanisevic: Djokovic setzt auf Yoga
"Manche lachen über die Meditation, der Novak sich widmet. Er aber glaubt voll und ganz daran", verrät Ivanisevic. "Ich bewundere ihn. Ich sehe ihm morgens anderthalb Stunden beim Yoga zu", so der Kroate. Es sei "faszinierend", mitzuerleben, wie Djokovic arbeitet.
Mehr noch: Das Team um den Superstar befinde sich auf historischer Mission. "Wenn Novak dieses Jahr die US Open gewinnt und damit alle vier Grand Slams im selben Jahr einsammelt, geht er auf Augenhöhe mit Rod Laver in die Unsterblichkeit ein", unterstreicht Ivanisevic. "Ich bin Teil eines Teams, das Geschichte schreibt."
Sollte Djokovic sich tatsächlich den 21. Grand-Slam-Titel sichern und damit an Federer und Nadal vorbeiziehen, dürfte das niemand mehr anzweifeln - auch nicht seine vielen Kritiker.
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Monsterballwechsel: Zverev jagt Djokovic quer über den Platz
Quelle: Eurosport
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