Star-Coach Patrick Mouratoglou exklusiv - warum Jahr eins nach Roger Federer und Serena Williams eine Chance ist
Der Tennissport hat in diesem Jahr mit Roger Federer und Serena Williams zwei seiner herausragenden Figuren verloren. Der Schweizer und die US-Amerikanerin haben die Szene über rund zwei Jahrzehnte in einer Weise geprägt, wie kein anderer Profi. Starcoach Patrick Mouratoglou bedauert die beiden Rücktritte zwar, sieht aber auch große Chancen für den Sport, wie er im Eurosport-Interview erklärt.
Haas mit Augenzwinkern: Dieser Sieg gegen Federer war so wichtig
Quelle: Eurosport
"Ich mache mir überhaupt keine Sorgen um die Zukunft des Tennissports, denn zunächst einmal finde ich die neue Generation fantastisch", stellt Patrick Mouratoglou bei Eurosport klar.
Vor allem bei den Herren gab es Befürchtungen, dass ohne die Big 3 die Attraktivität abnehme.
Roger Federer hat seine Laufbahn im September im Rahmen des Laver Cup in London beendet, Rafael Nadal und Novak Djokovic befinden sich mit 36 beziehungsweise 35 Jahren auf der Zielgerade ihrer Karrieren.
Serena Williams wiederum verabschiedete sich im Sommer bei den US Open vom Profisport. Und jetzt? Es sei "viel mehr Spannung als in der Vergangenheit" zu erwarten, sagt Mouratoglou im Hinblick auf die ATP Tour.
Brutale Bilanz - wie Federer, Nadal und Djokovic dominieren
"Das Tennis wurde von einer kleinen Gruppe dominiert, wie es in der Geschichte des Sports noch nie der Fall war. Erinnern wir uns an die Ära Sampras-Agassi. Wenn man sich die Zahl der Grand-Slam-Sieger während dieser Zeit ansieht, wird einem klar, dass es keineswegs eine Dominanz in dem Ausmaß wie bei Federer, Nadal und Djokovic war", so der Franzose, der etwa zehn Jahre lang als Trainer von Serena Williams arbeitete.
Die Statistik verdeutlicht dies eindrucksvoll. Sampras und Agassi holten von 1990 bis 2003 in 14 Spielzeiten 22 von 56 möglichen Titel. Von 2003 bis 2016 räumten die Big 3 sage und schreib 43 von 56 Major-Trophäen ab. Gab es in der ersten Periode 23 verschiedene Grand-Slam-Champions, waren es danach nur noch elf.
Mouratolgou: Kyrgios "perfekt" für Ultimate Tennis Showdown
Mouratolgou hat sich derweil auch als Innovator einen Namen gemacht und 2020 den Ultimate Tennis Showdown (UTS) ins Leben gerufen. Das Format unterscheidet sich fundamental von jenen der Turniere auf der Tour.
Die Matches werden in jeweils zehn Minuten langen Vierteln gespielt, die Profis können verschiedene Trumpfkarten einsetzen, ein Sudden Death ist möglich. Damit sollen vor allem jüngere Zuschauer für Tennis begeistert werden.
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Brutale Vorhand-Fackel - Kyrgios reißt Fans von den Sitzen
Quelle: Eurosport
In der Saison 2023 sind vier Events zwischen Juli und Dezember angesetzt - und Mouratoglou hat auch einen Wunschspieler, der den Charakter des UTS ideal verkörpere.
"Der typische UTS-Spieler ist Nick Kyrgios. Spieler wie er haben ein Verhalten, ein Aussehen und eine Art zu sprechen, die den jungen Leuten nahe ist", erläutert der 52-Jährige. "Nick ist in der Tat die perfekte Figur für den UTS."
Mouratoglou: "Djokovic trägt emotionales Gepäck"
Das dürfte freilich auch für Djokovic gelten, der zwar schon zum älteren Semester in der Szene gehört, mit seiner Extraklasse und offenen Art aber die Blicke auf sich zieht. Der Hauptfokus des Serben im kommenden Jahr liegt indes auf den Grand-Slam-Wettbewerben und dem Rekord von Nadal, der 22 Titel und damit einen mehr als Djokovic hat.
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Grand-Slam-Rekord - warum Haas auf Djokovic setzt
Quelle: Eurosport
Mouratolgou prophezeit dem 35-Jährigen einen kniffligen Start bei den Australian Open in Melbourne(16. bis 29. Januar live im TV bei Eurosport). "Für Novak wird es in Australien schwer, das ist sicher. Er wird großes emotionales Gepäck mit sich herumtragen", glaubt der Coach und spielt damit auf die Posse um die Einreise beim Turnier 2022 an. Djokovic, der sich nicht gegen das Coronavirus impfen ließ, wurde nach langem Hin und Her des Landes verwiesen und konnte beim sogenannten Happy Slam nicht teilnehmen.
Er hoffe, "die Australier bereiten ihm einen schönen Empfang, denn meiner Meinung nach ist alles, was über ihn gesagt wurde, so unverdient", stärkt Mouratoglou dem Weltranglistenfünften den Rücken. "Wenn man in ein Tennisstadion geht und Djokovic spielen sieht, ist es das Mindeste, diesen großen Champion zu respektieren - ob man ihn mag oder nicht, ob man mit ihm übereinstimmt oder nicht."
Comeback von Serena Williams? Das sagen Haas und Mouratoglou
Die Aussage lässt sich auch auf Serena Williams anwenden, die ebenfalls stark polarisierte. Und im Gegensatz zu Federer werden im Bezug auf die 41-Jährige prominente Stimmen laut, die ein Comeback zumindest nicht ausschließen.
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Haas rechnet mit Comeback von Serena Williams: Das ist der Grund
Quelle: Eurosport
"Ich habe das Gefühl, dass sie zurückkommt", sagt etwa Tommy Haas im Eurosport-Podcast Das Gelbe vom Ball. Mouratoglou gibt zu, Williams "wieder spielen" sehen zu wollen, wenn die sich wohl und stark auf dem Court fühle.
Vielleicht ist die Ära ja doch noch nicht ganz zu Ende ...
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Haas exklusiv: Das ist entscheidend für Zverevs großen Traum
Quelle: Eurosport
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