Stefanos Tsitsipas spricht über Vaterbeziehung und radikalen Neustart: "Suche nach etwas Neuem in meinem Leben"
Von Alex Frieling
Publiziert 15/08/2026 um 15:15 GMT+2 Uhr
Nach seinem erfolgreichen Auftakt beim ATP-Masters in Cincinnati hat Stefanos Tsitsipas offen über die Trennung von seinem langjährigen Trainer und Vater Apostolos gesprochen und dabei deutlich gemacht, wie sehr er sich nach Veränderung sehnt. "Ich bin wahrscheinlich in einem Kapitel, in dem ich meine eigenen Entscheidungen treffe", erklärte Tsitsipas nach seinem Auftaktsieg gegen Valentin Royer.
Stefanos Tsitsipas: Ungewöhnlich ehrliche Worte
Fotocredit: Getty Images
Er entwickle sich derzeit zu einer "anderen Version". Dabei blickte der 28-Jährige auch kritisch auf die Zusammenarbeit mit seinem Vater zurück.
In der Vergangenheit seien viele Dinge von Apostolos Tsitsipas kontrolliert und teilweise vorgegeben worden. Lange habe ihn das nicht gestört. "Ich habe viele Verantwortlichkeiten in seine Hände gelegt", erklärte der frühere Weltranglistendritte.
Mittlerweile habe sich seine Einstellung allerdings verändert. "Ich habe sehr lange ein bestimmtes Muster wiederholt und für mich eine klare Entscheidung getroffen: Ich habe genug davon", sagte Tsitsipas und betonte: "Ich suche wirklich nach etwas Neuem in meinem Leben."
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Der French-Open-Finalist von 2021 trennte sich in diesem Sommer von seinem Vater als Trainer. Es ist nicht das erste Mal, dass sich Tsitsipas diesen Schritt vollzieht. Bereits 2024 beendeten beide ihre Zusammenarbeit, ehe nach einem kurzen Intermezzo mit Goran Ivanisevic die erneute Zusammenarbeit folgte.
Tsitsipas und sein Vater mit "komplizierter Beziehung"
Der Grieche sieht den Zeitpunkt gekommen, seine Karriere stärker selbst zu gestalten. "Ich bin 28 Jahre alt. Ich bin nicht mehr 21", stellte Tsitsipas klar. Vielleicht hätte er diesen Schritt schon früher gehen sollen, nun müsse er aber zu seiner Entscheidung stehen und nach vorne schauen.
Seinen Vater möchte Tsitsipas deshalb künftig vor allem wieder in dessen ursprünglicher Rolle an seiner Seite wissen. "Leider kann ich ihn nicht als Trainer haben, auch wenn ich ihn gerne als Trainer hätte", sagte der Australian-Open-Finalist von 2023. Er habe inzwischen ein gutes Team um sich und wünsche sich, "dass mein Vater mein Vater bleibt".
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Stefanos Tsitsipas will einen Neustart
Fotocredit: AFP
Dass die berufliche Trennung auch das private Verhältnis beeinflusst, verheimlichte Tsitsipas nicht. "Es ist eine komplizierte Beziehung", räumte er ein. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn sei schon immer schwierig gewesen und werde gerade im professionellen Tennis wohl auch künftig eine besondere Herausforderung darstellen.
Der Neustart beschränkt sich für Tsitsipas nicht auf sein Umfeld. Auch auf dem Platz möchte der zweimalige Grand-Slam-Finalist alte Muster durchbrechen. In den vergangenen beiden Jahren seien einige Bereiche seines Spiels stagniert. Deshalb arbeite er aktuell unter anderem daran, schneller ans Netz zu kommen und insgesamt aggressiver aufzutreten.
Dabei will Tsitsipas seinen Fortschritt nicht ausschließlich an Siegen messen. Vielmehr gehe es darum, sein bestes Niveau weiter anzuheben und gleichzeitig die Ausschläge nach unten zu reduzieren. Neben Training und Ausrüstung beschäftige er sich deshalb intensiv mit Schlaf und Regeneration.
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Quelle: SNTV
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