Steve Johnson schämte sich nach Niederlage gegen 17-jährigen Jannik Sinner: "Ich habe gegen dieses Kind verloren"
VonNiklas Bien
Publiziert 29/11/2024 um 15:18 GMT+1 Uhr
Wenn ein Tennis-Profi einem jungen Spieler begegnet, ist häufig noch gar nicht klar, wie gut der Kontrahent wirklich ist. Genau so ist es 2019 Steve Johnson ergangen, der gegen den jungen Jannik Sinner verlor und im Anschluss alles hinterfragte. "Ich habe gegen dieses Kind verloren und wollte meine Karriere beenden“, sagte der US-Amerikaner in seinem Podcast "Nothing Major".
Davis Cup : Sinner guides Italy to Davis Cup glory against Netherlands ( SNTV )
Quelle: Eurosport
Johnson war mit dem 21. Platz der Weltrangliste im Jahr 2016 auf dem sportlichen Höhepunkt seiner Tennis-Karriere. Kein Wunder also, dass der heute 34-Jährige 2019 einen klaren Anspruch gegen den damals 17-jährigen Sinner hatte.
Der hatte auf der ATP Tour bis dato nämlich erst ein Spiel gewonnen, in der ersten Runde der Internazionali d’Italia traf das Talent aus Südtirol damals auf den erfahrenen Johnson.
Sinner besiegte den US-Amerikaner in drei Sätzen und brachte diesen damit völlig auf die Palme. "Als ich nach dem Match in die Kabine ging, rief ich meinen Agenten an und sagte, er soll alle meine anstehenden Termine streichen. Ich habe gegen dieses Kind verloren und wollte meine Karriere beenden", erzählte Johnson.
Von der Leistung des heutigen Weltklassespielers war der 34-Jährige indes nicht angetan: "Ich habe mich wirklich richtig geschämt, gegen Sinner zu verlieren. Ich wurde von einem 17-Jährigen geschlagen, der so schlecht spielte. Es war schrecklich."
Sinners Entwicklung überrascht Johnson
"Ich sagte meinem Agenten, dass dieser Junge in seinem Leben kein einziges Match mehr gewinnen wird", sagte Johnson - eine Bewerbung als Talentspäher ist die damalige Einschätzung zumindest nicht.
Zwei Grand-Slam-Titel und einen steilen Aufstieg an die Spitze der Weltrangliste später hat der unterlegene Johnson seine Meinung natürlich überdacht.

Der Stern von Jannik Sinner ging 2019 so gerade erst auf.
Fotocredit: Getty Images
"Ich hätte nie gedacht, dass Sinner ein Grand-Slam-Turnier gewinnen wird oder dass er der Beste der Welt wird. Aber es freut mich, dass ich eine Fußnote in der Karriere eines so starken Tennisspielers bin", betonte der US-Amerikaner.
Johnson schob nach: "Wer weiß, vielleicht wäre sein Leben anders verlaufen, wenn er mich nicht geschlagen hätte. Vielleicht würde er jetzt auf der Challenger-Tour spielen."
Johnson besiegte Sinner nie
Das erste Aufeinandertreffen der beiden Profis sollte nicht das letzte bleiben: 2021 besiegte Sinner den US-Amerikaner im Viertelfinale der Mubadala Citi DC Open in Washington (6:4, 6:2), bei den Australian Open 2022 schaltete der Italiener Johnson in der Runde der letzten 64 klar mit 3:0 (6:2, 6:4, 6:3) aus.
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