US Open 2018 - Simona Halep scheitert sensationell gegen Kaia Kanepi

Die US Open haben mit einer faustdicken Überraschung begonnen. Simona Halep, die Nummer eins der Welt, ist in der 1. Runde mit 2:6 und 4:6 an Kaia Kanepi gescheitert. Es war das erste Mal seit Beginn der Open Era der US Open im Jahr 1968, das eine an Position eins gesetzte Spielerin in der 1. Runde des Turniers scheitert. Die Estin Kanepi verwandelte nach 75 Minuten ihren ersten Matchball.

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"Der Schlüssel war, dass ich während der gesamten Partie aggressiv geblieben bin", erklärte Kanepi nach ihrem Coup. "Es ist hart, aber kein Drama. Ich hatte einen schlechten Tag, und sie hat sehr gut gespielt", befand Halep, die bei 34 Grand-Slam-Starts zwölfmal in Runde eins scheiterte.
Leicht war die Ausgangslage für Halep nicht, Kanepi hatte immerhin im vergangenen das Viertelfinale erreicht. Dennoch sprach wenig für eine Niederlage der Favoritin. Die French-Open-Siegerin und Finalistin der Australian Open war in Top-Form nach New York gekommen.

Der Schläger muss dran glauben

Gegen Kanepi lief allerdings wenig bis gar nichts zusammen. Bei 0:3 im zweiten Satz zerstörte Halep völlig frustriert ihren Schläger, stemmte sich bei der Premiere im frisch eröffneten Louis-Armstrong-Stadium aber noch einmal gegen das Aus.
Bis auf 4:4 kam Halep heran, ehe Kanepi mit einer Mischung aus viel Ballgefühl und der nötigen Power die Überraschung perfekt machte. Für sie war es der erste Sieg über eine Spielerin aus den Top 20 seit mehr als drei Jahren. "Ich bin immer aggressiv geblieben. Das war der Schlüssel", sagte Kanepi, die nun auf Jil Teichmann aus der Schweiz trifft.

Halep bleibt trotzdem Nummer eins

Trotz der Pleite bleibt Halep auch nach dem Turnier an der Spitze des WTA Rankings. Ihr Vorsprung auf die Verfolgerinnen ist gewaltig, in diesem Jahr hatte sie das Endspiel bei den Australian Open erreicht und in Roland Garros ihren ersten Grand-Slam-Titel gewonnen.
Nach dem überraschenden Drittrunden-Aus in Wimbledon präsentierte sie sich auf Hardcourt wieder in Topform, triumphierte in Montreal und wurde in Cincinnati erst im Finale gestoppt.
Kanepi hatte im vergangenen Jahr in New York als Qualifikantin das Viertelfinale erreicht, derzeit steht die 33-Jährige auf Platz 44 der Weltrangliste. Ihr letzter Sieg über eine Top-20-Spielerin lag allerdings bereits mehr als drei Jahre zurück.

Favoritenstürze haben Hochkonjunktur

Favoritenstürze bei den Frauen hatte es auch im Juli in Wimbledon zuhauf gegeben, von den Top 10 erreichte in London niemand das Viertelfinale. Überhaupt ist die Frauenkonkurrenz bei den Grand Slams seit Jahren ausgeglichen.
Bei den letzten sieben Majors gab es sieben unterschiedliche Siegerinnen. Zum Vergleich: Bei den Männern teilten sich fünf Spieler (Roger Federer, Rafael Nadal, Novak Djokovic, Andy Murray und Stan Wawrinka) 54 der letzten 57 Grand-Slam-Titel auf.
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