US Open - Zverev: Daher kommt die neue Leichtigkeit
Alexander Zverev ist auf bestem Wege, das erste Grand-Slam-Finale seiner Karriere zu erreichen. Mit den jüngsten Erfolgen bei den US Open erntet der 23-Jährige die Früchte seiner Arbeit. Und noch etwas fällt auf: Zverev geht mit seinen Emotionen wesentlich cleverer um, die Schläger bleiben heil, er selbst fokussiert. Aber woher kommt diese neue Leichtigkeit? Eurosport.de sucht nach Antworten.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
Es gibt im Sport den schönen Begriff des Trainingsweltmeisters und es ist gar nicht so abwegig, wenn einem da derzeit der Name Alexander Zverev in den Sinn kommt.
"Ich finde ja, dass ich im Training besser spiele als in den Matches", verriet der 23-Jährige mehrmals im Exklusiv-Interview mit Eurosport. Zverev ist also, wenn man so will, eine Art Trainings-Grand-Slamsieger. Noch. Denn die Aussichten, dass sich das in den kommenden Tagen ändert, werden immer besser.
"Genug Gründe, den Schläger zu zerhacken"
Nun ist es nicht so, dass Zverev bislang im Stile eines Dominators durch den Wettbewerb gepflügt wäre, er musste einiges wegstecken. Schon in Runde galt es gegen Kevin Anderson eine knifflige Aufgabe zu lösen, in der 3. Runde stand lange Zeit gar nicht fest, ob Gegner Adrian Mannarino überhaupt antreten darf, im Viertelfinale gegen Borna Coric ging der Weltranglistensiebte im ersten Satz mit 1:6 unter.
Und Zverev? Blieb fokussiert, cool und besann sich seiner Stärken.
"Es gab genug Gründe, den Schläger zu zerhacken, herumzuschreien, die Schulter hängen zu lassen", befand Eurosport-Experte Boris Beckernach dem Coric-Match. Genau das wäre vor nicht allzu langer Zeit wohl auch passiert.
Stattdessen hat Zverev die Lage nüchtern analysiert und reagiert. "Ich habe Fehler ohne Ende gemacht, war passiv. Es gab nicht viel Positives", so der Hamburger. "Ich musste dann einen Weg finden, mich durchbeißen." Sorgen habe er sich trotz des nicht gemacht. Warum auch? "Dann hätte ich halt ein Tennismatch verloren."
Der Faktor Ferrer bringt Zverev voran
Aber woher kommt diese neue Leichtigkeit, dieser souveräne Umgang mit Rückschlägen, diese Abgeklärtheit? Viel hängt mit der Verpflichtung von David Ferrer als Trainer zusammen, obwohl der Spanier in New York gar nicht dabei und die Zusammenarbeit noch jung ist.
Trotzdem macht Ferrers Analyse deutlich, wo ein Schwerpunkt des Coachings liegt und wie wichtig dieser Aspekt für Zverev ist. Er habe "eine gute Einstellung" gesehen bei seinem Schützling, betonte Ferrer exklusiv bei Eurosport.
Die mentale Komponente ist entscheidend für den Erfolg des Deutschen. "Bei Sascha hängt so vieles vom Kopf ab", bestätigte auch Bruder Mischa Zverev. Vor diesem Hintergrund ist Ferrer die perfekte Wahl.
"David gehört im Hinblick auf Einstellung und Professionalität zu den größten Spielern aller Zeiten", lobte Becker die ehemalige Nummer drei der Welt. Dazu hat Zverev sich bereits im Januar, als er bei den Australian Open das erste Grand-Slam-Halbfinale seiner Laufbahn erreichte, bewiesen, zu was er in der Lage ist, wenn das Gesamtpaket passt.
Diese Schwächen muss Zverev abstellen
Das ist nun auch bei den US Open der Fall. Er sei "fit wie nie zuvor", teilte Zverev mit. "Ich kann im fünften Satz genauso laufen wie im ersten." Nun gelte es, "demütig" zu sein und den Job zu machen. Dabei muss er durchaus noch an ein paar Stellschrauben drehen.
Der Aufschlag, eigentlich eine Waffe, verließ ihn gegen Coric immer wieder - und eine Portion Aggressivität darf gerne auch noch hinzukommen, wie Ferrer aus der Ferne diagnostizierte. Es ist ob Zverevs kritischem Umgang mit seinen Leistungen anzunehmen, dass es ihm gelingt, diese Schwächen im Halbfinale gegen Pablo Carreño Busta und in einem möglichen Endspiel abzustellen.
Das wiederum würde wohl bedeuten, dass am kommenden Sonntag aus dem Trainings-Grand-Slamsieger Alexander Zverev der Grand-Slam-Champion Alexander Zverev wird ...
Das Gelbe vom Ball - der Tennis-Podcast von Eurosport:
Das könnte Dich auch interessieren: Linienrichterin wird schwer beleidigt: Djokovic muss eingreifen
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/12/22/image-98b602cb-ae46-4c06-8857-c6197f655aaf-68-310-310.jpeg)